Schleppende Ausgabe der Scheine

Abgabe von FFP2-Masken in Apotheken nur noch gegen Coupon

Das Gesprächsthema Nummer eins in der Dorf-Apotheke in diesen Tagen sind die FFP 2-Masken: Inhaberin Claudia Cramer
beruhigt die Kunden: „Es wird jeder zu seinen Masken kommen.“
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Das Gesprächsthema Nummer eins in der Dorf-Apotheke in diesen Tagen sind die FFP 2-Masken: Inhaberin Claudia Cramer beruhigt die Kunden: „Es wird jeder zu seinen Masken kommen.“

Die kostenlose Abgabe von FFP 2-Masken an Risikogruppen war für die Apotheken eine große logistische Herausforderung und endete am 6. Januar. Nun gibt es die Masken gegen Vorlage eines Coupons von der Krankenkasse. Wir haben in der Herscheider Dorf-Apotheke nachgefragt, wie Phase 2 der FFP 2-Ausgabe angelaufen ist. 

Herscheid - Die ersten Patienten hätten sich bereits mit den Berechtigungsscheinen Masken abgeholt, berichtet Inhaberin Claudia Cramer: „Es funktioniert so weit, aber es läuft etwas schleppend, was die Ausgabe der Scheine angeht.“ Denn es hätten noch nicht alle Patienten, die Anspruch auf die günstigeren Masken haben, ihre Berechtigungsscheine erhalten.

Aufgeteilt in drei Wellen erhalten erst die Personen, die über 75 Jahre alt oder Risikopatienten sind, dann die 70- bis 75-Jährigen und dann die 60- bis 70-Jährigen die Coupons. „Das wird aber je nach Krankenkasse unterschiedlich bearbeitet“, sagt Cramer und berichtet von Kunden ihrer Apotheke, bei denen ein Ehepartner bereits seinen Schein für FFP 2-Masken erhalten habe, der andere aber nicht. Das könne daran liegen, dass sie in unterschiedlichen Krankenkassen sind, zu unterschiedlichen Alters- und Risikogruppen gehören oder dass es Verzögerungen bei der Zustellung gab.

Für die Apotheken-Mitarbeiter sei es im Übrigen einfacher, dass die Berechtigungsscheine nach und nach verschickt und somit auch die Masken nicht von allen Patienten gleichzeitig abgeholt würden, sagt Cramer.

Mit dem ersten Schein erhalten Patienten bis Ende Februar sechs Masken, mit dem zweiten können ab Mitte Februar bis Ende April noch einmal sechs Masken abgeholt werden. Dabei ist pro Maskenkontingent ein Eigenanteil von zwei Euro zu bezahlen. Die Zuzahlungsbefreiung der gesetzlichen Krankenkassen für Arzneimittel gelte hierbei nicht, da es sich um ein Programm des Bundes handle, erklärt Cramer.

Die Leute sind dadurch aufgescheucht und versuchen irgendwie FFP2- Masken zu organisieren.

Claudia Cramer, Inhaberin der Dorf-Apotheke, zur Diskussion um eine FFP2-Maskenpflicht

Bereits die von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder vor mehr als einer Woche angestoßene Diskussion über eine FFP 2-Maskenpflicht sowie die Berichterstattung darüber hatten in Herscheid Auswirkungen auf die Nachfrage. „Die Leute sind dadurch aufgescheucht und versuchen irgendwie FFP 2- Masken zu organisieren.“ Nach dem Bund-Länder-Gipfel am Dienstag steht nun fest, dass auch in Nordrhein-Westfalen beim Einkauf von Lebensmitteln und bei der Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln eine FFP 2- oder eine OP-Maske Pflicht sind. Die Nachfrage dürfte also weiter steigen. 

Manche Kunden, die sich in der ersten Phase die kostenlos abgegebenen FFP 2-Masken nicht abgeholt hatten, versuchten das nun nachträglich zu tun, berichtet Cramer: „Es gibt einige, die jetzt auf die Idee kommen, sie hätten welche kriegen müssen.“ Der Zeitraum dafür endete allerdings am 6. Januar, deswegen sei das nicht möglich. Darauf würden viele ungehalten reagieren. Manche würden sagen, sie seien mehrfach dagewesen und hätten keine Masken bekommen. „Wir haben aber nur an wenigen Tagen keine Masken gehabt und wir kennen eigentlich unsere Kunden sehr gut“, sagt Cramer dazu.

Man habe ausreichend Masken da. „Es wird jeder zu seinen Masken kommen“, sagt die Apothekerin. Selbst wenn man seinen Berechtigungsschein noch nicht erhalten habe, könne man jederzeit auch Masken kaufen. Natürlich sei es dann auch wichtig, dass die FFP 2-Masken richtig getragen werden. Bei manchen Patienten gebe es eine gewisse Unsicherheit, dass die ab dem 15. Dezember – in der ersten Phase – kostenlos abgegebenen Masken weniger gut seien als die, die käuflich zu erwerben sind. Das sei nicht der Fall, betont Cramer: „Wir haben eine Sorte Masken, ob umsonst oder gekauft.“ 

Hoher Fremd- und Eigenschutz – Korrekter Sitz wichtig

FFP-Masken sind Gegenstände der persönlichen Schutzausrüstung im Arbeitsschutz. Das „FFP“ ist die Abkürzung der englischen Bezeichnung „Filtering Face Piece“ (= Filtergesichtsmaske). Sie sind weiß, oft kuppelförmig oder faltbar („Kaffeefilterform“) und schützen vor Partikeln, Tröpfchen und Aerosolen. Korrekt sitzende FFP-Masken liegen dicht an und bieten sowohl Fremd- als auch Eigenschutz. Das gilt nur für Masken ohne Atemauslassventil. FFP-Masken bestehen aus einem besonderen, filternden Vlies. Masken der Kategorie FFP 2 filtern mindestens 94 Prozent der Aerosole, FFP 3-Masken sogar 98 Prozent. Die Masken sind als Einwegprodukte konzipiert. Gleichwohl laufen derzeit Studien über die Wirksamkeit von Maßnahmen zu einer Mehrfachverwendung. So kann eine Maske sieben Tage bei Raumluft getrocknet werden und danach wiederverwendet werden. Gleiches gilt für Trocknen bei 80 Grad im Ofen (Ober- und Unterhitze). Die Maske sollte auf diese Art und Weise maximal fünfmal aufbereitet und danach entsorgt werden. Weitere Infos: Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (www.bfarm.de).

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