Helmut Alberts und andere Herscheider stellen sich dem Trecker-TÜV

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Der technische Check ist bei Traktoren ebenso wie bei Autos alle zwei Jahre erforderlich.

Plettenberg - Nicht nur im Straßenverkehr eingesetzte Autos oder motorisierte Zweiräder müssen sich regelmäßig einer Überprüfung unterziehen, auch bei Traktoren wird die Fahrsicherheit genau unter die Lupe genommen. Von Max Gerhard

Mindestens alle zwei Jahre müssen sich die in der Land- und Forstwirtschaft eingesetzten Trecker laut dem Gesetzgeber einem technischen Check stellen. Zu diesem machten sich am Freitagnachmittag auch einige Herscheider Traktoren-Besitzer auf den Weg, denn auf dem Parkplatz von Schürmanns Landgasthof gastierte ein TÜV-Prüfer, der die blauen Plaketten im Gepäck hatte.

„Schalten Sie mal das Licht durch“, wird Helmut Alberts aufgefordert, der als Fahrer seines Deutz 4006 in diesem Moment mitten in der technischen Prüfung steckt. Bereits zuvor hatte er den Lenk- und Radgrößencheck erfolgreich hinter sich gebracht, doch dann steht der Test kurz auf der Kippe: Denn das Abblendlicht funktioniert nicht wie erwartet. Der Prüfer begibt sich auf Ursachenforschung, muss das Licht aber nur einmal leicht anstoßen und schon zeigt es sich wieder von seiner hellsten Seite. „Manchmal hilft es bereits, wenn man ein bisschen daran rüttelt oder einfach mal dagegen schlägt“, erklärt er mit einem Augenzwinkern und sorgt damit bei Helmut Alberts für Erleichterung.

Nachdem sich auch die restliche Lichtanlage und das Hupen als einsatzfähig beweisen, fehlt lediglich noch die Probefahrt samt Gefahrenbremsung. Der TÜV-Experte schaut dabei genau hin und macht auf das entscheidende Kriterium aufmerksam: „Hierbei geht es darum festzustellen, ob die Räder blockieren.“ Für Alberts‘ Traktor erweist sich das Bremsen als kein Hindernis, sodass schon wenig später eine blaue Plakette an seinem grasgrünen Deutz aus dem Jahr 1969 zu finden ist.

So wie Helmut Alberts erging es mehreren heimischen Trecker-Fahrern, die es bis zum späten Nachmittag bis auf eine Ausnahme alle erfolgreich durch den TÜV schafften. Egal ob Blizzard 75, Case CX 90 oder Geo Trac 63 –das Können der verschiedensten Modelle wurden ganz genau geprüft. Zwischen all den vor allem grünen oder roten Gefährten, die sich am Parkplatz eingefunden hatten, stach ein Traktor besonders hervor: Ein bereits 1956 gebauter und somit 62 Jahre alter Bautz, dem es trotz seines beachtlichen Alters ebenfalls ohne große Probleme gelang, den Check von der Bremse bis zur Hupe zu überstehen. „In der Regel gibt es nicht viel zu beanstanden, da die Fahrzeuge meist gut gepflegt und dadurch in einem sehr ordentlichen Zustand sind“, weist der Prüfer auf die gewöhnlich geringe Durchfallquote hin.

Dass die untersuchten Fahrzeuge anschließend nicht unbedingt als Arbeitsgerät eingesetzt werden, bestätigen einige Trecker-Besitzer vor Ort. So verrät Helmut Alberts beispielsweise: „Früher wurde mein Traktor noch als Schlepper in der Landwirtschaft gebraucht. Mittlerweile ist es nur ein Überbleibsel aus der damaligen Zeit und wird von mir als Erinnerungsstück gerne aufbewahrt. Für die landwirtschaftliche Arbeit wäre es auch viel zu leicht und würde den heutigen Belastung nicht gerecht werden.“

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