Heimische Krimi-Autorin stößt mit Lesung in Herscheid auf großes Interesse

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Herscheid - „Hinter dem Idyll lauert das Grauen“ – Diese Beschreibung trifft auch auf die heimische Region zu, denn seit einigen Jahren haben viele Krimi-Autoren das beschauliche Sauerland als Tatort für sich entdeckt und etliche spannende Mord-Fälle zwischen lieblicher Landschaft und dörflicher Gemeinschaft geschehen lassen. Eine davon ist auch Kathrin Heinrichs, die am Donnerstag im Bürgersaal ihren neuen Krimi "Bis auf den Grund" vorstellte. 

Sie ist jene Frau, welche die Sauerland-Krimis um die Jahrtausendwende das erste Mal über regionale Grenzen hinaus bekannt gemacht hat und seitdem erfolgreich ein breites Publikum mit ihren Werken erreicht. Kathrin Heinrichs, die aus Balve stammende und mittlerweile in Menden lebende Schriftstellerin ist seit knapp 20 Jahren in der Krimi-Szene aktiv. Auf Einladung der Ebbegemeinde feierte sie mit dem Bühnenprogramm „Auf Tour“ ihre Herscheid-Premiere, die mit rund 80 Zuschauern im ausverkauften Bürgersaal des Rathauses auf großes Interesse stieß. Und diese hohen Erwartungen sollten erfüllt werden, denn wenn Autorin Kathrin Heinrichs auf der Bühne erscheint, dann wartet viel mehr als nur eine reine Lesung auf das Publikum. Neben den durch verschiedene Stimmlagen sowie abwechslungsreicher Betonung überaus lebendig vorgetragenen Lesehäppchen hatte die Schriftstellerin auch kabarettistische Einlagen und anekdotenreiche Alltagssatire zu bieten.

Gleich zu Beginn galt die Aufmerksamkeit ihrem brandneuen Werk „Bis auf den Grund“, in dem die polnische Pflegekraft Zofia und der sauerländische Rentner Anton in die Hauptrollen schlüpfen. Nach dem Erfolg der beiden Protagonisten in „Aus dem Nichts“ geht es im zweiten Teil der Reihe zur Mörderjagd auf die Nordseeinsel Juist. Dort möchte das ungleiche Ermittler-Duo eigentlich nach Zofias Jugendfreund Janek suchen, der als Pianist in einem Hotel arbeitet. Doch dann machen sie plötzlich einen grausamen Fund und geraten in einen Mordfall hinein, dessen Spuren bis in das Sauerland führen, wo Antons` Sohn Thomas unter anderem einem seltsamen Unternehmenschef einer bekannten Leuchtenfirma aus der Region auf die Schliche kommt. 

Dass der zweite Anton-und-Zofia-Krimi nur zum Teil in heimischen Gebieten spielt und dafür diesmal auch im hohen Norden ermittelt wird, hatte Kathrin Heinrichs schon länger geplant. „Als regelmäßiger Urlaubsgast auf den friesischen Inseln war es für mich ein wahrer Glücksfall, als ich im vergangenen Jahr ein Stipendium auf Juist erhalten habe. Dadurch ergab sich die Möglichkeit, Recherchen vor Ort zu betreiben und einen dazu passenden Roman zu verfassen“, erklärte die Autorin zu den Hintergründen.Sie zog auch Parallelen zwischen den beiden Schauplätzen in ihrem neuesten Fall: „Die Bewohner der Insel sind auch nicht unbedingt für ihre Emotionalität bekannt. Für die unterschiedlichsten Gemütsregungen gibt es dort eigentlich nur einen einzigen Gesichtsausdruck. Im Vergleich dazu sind selbst die Sauerländer ein ausgelassenes Völkchen.“

Um den alltäglichen Familienwahnsinn geht es derweil in Heinrichs Buchreihe „Nelly“, mit der sie ihren Lesern absolut liebenswerte und gnadenlos lebensnahe Kurzgeschichten liefert. Auch davon gab sie bei ihrem Bühnenauftritt eine kleine Kostprobe, die unter den Zuschauern zu zahlreichen Lachattacken führte. Egal ob neu herausgefundene Risiken von Glücksspielen, scharf beobachtete Herausforderungen des Älterwerdens oder traumatische Abschlussball-Erfahrungen – die thematische Vielfalt ihrer Geschichten ist breit und manch ein Zuschauer dürfte in diesen herrlich, witzigen Erzählungen eigene Erlebnisse durchaus wiedergefunden haben. „Beim Schreiben dieser Kurzgeschichten greife ich natürlich auch viel auf meinen eigenen Erfahrungsschatz zurück. Es gibt ja auch klare Gemeinsamkeiten zwischen mir und der Figur Nelly, die zum Beispiel ebenfalls drei Kinder zu Hause hat und dadurch einiges erleben darf“, gab Heinrichs schmunzelnd zu Protokoll. 

Zum Abschluss ihrer Gastspieles wagte die Autorin noch einen kleinen Ausblick: Da im nächsten Jahr ihr 20-jähriges Bühnenjubiläum ansteht, kündigte Kathrin Heinrichs für diesen besonderen Anlass bereits einen neuen Vincent-Jakobs-Krimi an. Es wäre dann der zehnte Fall des beliebten Hauptprotagonisten, der als Lehrer eines Sauerländer Gymnasiums und Hobbyermittler schon die abenteuerlichsten Geschichten erlebt hat. Nach dieser Ankündigung und weiteren mit viel Humor gespickten Berichten von ihren unzähligen Reisen, wurde sie mit lautstarkem Applaus von einem hellauf begeisterten Publikum verabschiedet. Wie bereits in der Pause geschehen, nahm sich Kathrin Heinrichs im Anschluss an ihren Auftritt dann noch einmal viel Zeit für das ein oder andere persönliche Gespräch mit ihren Zuschauern, die sich vor Ort natürlich auch mit frischem Lesestoff von der Autorin ausstatten und die Bücher signieren lassen konnten.

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