„Damit können wir gut leben“

Hegering ist mit Landesjagdgesetz zufrieden

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Heinz Brath (rechts) bereitete die Übergabe der Fuchskette an Oliver Schemm sichtlich Freude.

Herscheid – „Es ist geschafft!“ Hegeringleiter Dr. Matthias Dunkel klang bei seinem Jahresbericht anlässlich der Jahreshauptversammlung des Hegering Herscheid sichtlich erleichtert, als er die Änderungen im Landesjagdgesetz ansprach.

Viele Jahre hatte Dunkel das Ökologische Landesjagdgesetz des damaligen Landesministers Remmel kritisiert. „Wir danken der Regierung, die ihr Wahlversprechen umgesetzt hat. Es wurden zwar nicht alle Wünsche erfüllt, aber viele Dinge geradegerückt. Damit können wir gut leben“, sagte der Hegeringleiter in Schürmanns Landegasthaus am Freitagabend. 

Unter anderem wurde der Katalog der jagdbaren Tierarten von 27 auf 80 erweitert, wobei davon einige Tierarten ganzjährig geschützt sind. Weiterhin wurden die Jagdzeiten und die Pachtdauer verlängert. Die Leistungsschießnachweise für den Jagdschein sollen zudem zukünftig wegfallen. 

Auch die Landwirte sind von der Änderung betroffen, müssen sie nun binnen einer Woche Wildschäden melden und nicht mehr binnen zwei Wochen. Und auch in der Jägerprüfung sind Änderungen vorgesehen. 

Auch auf die Wünsche, die nicht berücksichtigt wurden, ging Dunkel ein. So bleibt es bei der bleifreien Munition, was Dunkel etwas verwunderte. Denn Schrot darf weiterhin mit Bleigehalt geschossen werden. Ebenso dürfen weiterhin keine Totschlagfallen für Marder eingesetzt werden, sind sie doch aus Sicht von Dunkel die einzige wirksame Maßnahme, um diese zu bekämpfen. 

Zur Abschaffung der Jagdabgabe nahm Dunkel wie folgt Stellung: „Überall hat die Abschaffung funktioniert, nur im Märkischen Kreis nicht.“ Die Begründung der Märkischen Kreisjägerschaft zur Abgabe eines Betrages von 45 Euro ist, dass dieser Betrag weiter erhoben werden soll, um die Schießstätten betreiben zu können. Diese erzeugen, so Dunkel weiter, enorme Kosten und können ohne Bezuschussung nicht erhalten werden. 

Die Angst vor der Afrikanischen Schweinepest ist zwar nicht mehr so groß, aber dennoch vorhanden. „Bisher hat sich die Schweinepest in Deutschland noch nicht gezeigt, doch sollte sie Deutschland einmal erreichen, können wir das Jagen einstellen“, prognostizierte der Hegeringleiter. 

Im Hegering Herscheid selbst hat sich wenig getan: Vier Jungjäger konnten 2018 aufgenommen werden und auch 2019 sieht es mit dem Nachwuchs gar nicht so schlecht aus. In diesem Jahr konnte endlich wieder die Fuchskette für die längste Fuchsstrecke vergeben werden. Diese wurde Oliver Schemm überreicht. 

Ein großes Dankeschön richtete Dunkel an die eigenen Mitglieder und Reviere, die, mit einer Ausnahme, alle Trophäen für die Hegeschau zur Verfügung gestellt hatten. Die Jagdstrecke zeigte sich mit Zuwächsen aber auch Rückgängen durchwachsen. Rotwild war wie immer recht gering und auch beim Damwild gab es einen leichten Rückgang. 

Einen regelrechten Einbruch gab es beim Schwarzwild, wo nach über 130 Tieren im Jahr 2017 nun nur 62 Tiere geschossen wurden. „Dieser Einbruch ist keine Seltenheit und auch nicht nur auf uns zu beziehen. Einen deutlichen Rückgang gab es überall und wird sich 2019 sicherlich erholen“, vermutete Dunkel. 

Die Zahlen für Rehwild blieben konstant. Ob die Fuchsfäule Grund für den Rückgang der geschossenen Füchse ist, konnte Dunkel nicht ausmachen. Mehr Abschüsse gab es beim Hasen und beim Dachs, dagegen gab es nur geringe Marder und Waschbären. 

Stolz nahm Dunkel Bezug auf den Bürgerehrenpreis, den der Hegering (gemeinsam mit den Landwirten und dem SGV) durch die CDU Herscheid für seinen Einsatz um den Naturschutz erhielt. „Dieser Preis ist für uns Motivation, denn wir sehen auch, dass wir hier noch Verbesserungsbedarf haben“.

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