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Hass-Briefe und Aggressivität: Umgangston wird rauer

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Von: Dirk Grein

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Nach Jahrzehnten im Dienst für die Bürger Herscheids verabschiedete die Wehrleitung – bestehend aus Andre Zimmermann (links) und Sven Dunkel (Zweiter von rechts) sowie Bürgermeister Uwe Schmalenbach (rechts) Norbert Reininghaus (Zweiter von links) und Ulrich Brühne (Mitte) in die Ehrenabteilung der Feuerwehr.
Nach Jahrzehnten im Dienst für die Bürger Herscheids verabschiedete die Wehrleitung – bestehend aus Andre Zimmermann (links) und Sven Dunkel (Zweiter von rechts) sowie Bürgermeister Uwe Schmalenbach (rechts) Norbert Reininghaus (Zweiter von links) und Ulrich Brühne (Mitte) in die Ehrenabteilung der Feuerwehr. © Dirk Grein

Der letzte Ehrungsabend hatte vor mehr als zwei Jahren stattgefunden: Entsprechend viel gab es am Donnerstag beim Treffen von Feuerwehr und Verwaltungsleitung im Bürgersaal zu besprechen.

Herscheid - Die Corona-Pandemie habe alles auf den Kopf gestellt, erinnerte Wehrleiter Andre Zimmermann daran, dass ein Großteil der Freizeitaktivitäten auf Eis gelegt werden musste. „Es hat etwas gefehlt“, sagte Zimmermann. Die Feuerwehr blieb zwar stets in Ruf- und Dienstbereitschaft. Zusammenkünfte in Präsenz und Übungen mussten jedoch zwischenzeitlich entfallen. Dies habe sich zum Glück nicht auf die Mitgliederzahlen ausgewirkt, die unverändert stabil seien.

Einsätze habe es auch während der Pandemie einige gegeben. In erster Linie erinnerte Zimmermann an Stürme und das Juli-Hochwasser, aber auch an Brände und Unfälle. Immer dann, wenn die Feuerwehr benötigt wurde, sei diese auch zur Hilfe geeilt. Nun hoffen die Einsatzkräfte, bald wieder mehr Treffen ermöglichen zu können, damit die Kameradschaftspflege nicht auf der Strecke bleibt.

In kleinen Schritten in Richtung Normalität

Dass der Ehrungsabend am Donnerstag in kleiner Runde stattfand, sei die richtige Entscheidung gewesen, erinnerte Bürgermeister Uwe Schmalenbach daran, dass Corona nicht aus Herscheid verbannt sei, was sich anhand der mehr als 50 Infizierten erkennen lasse. Dennoch sei es auch wichtig, wieder mehr Normalität zuzulassen. Das habe er beim Stöbertag gemerkt, bei dem sich am Donnerstag 58 Kinder im Jugendzentrum trafen – ohne Maske. „Da merkt man, was Corona bedeutet hat“, beschrieb der Bürgermeister die spürbare Vorfreude bei allen Beteiligten.

Eine andere Veränderung, allerdings negativer Natur, habe er im allgemeinen Umgangston feststellen müssen. Dieser sei während der Pandemie rauer geworden. Schmalenbach berichtete, dass im Rathaus Schreiben angekommen seien, die überladen mit „massivem Hass“ gewesen seien. Die anonymen Verfasser kritisierten das Engagement der Gemeinde bei der Unterbringung von Kriegsflüchtlingen. „Eine Situation, die uns fassungslos macht“, sagte Schmalenbach.

Rettungsdienst in Herscheid angegriffen

Die gelte auch für die Übergriffe auf Einsatzkräfte, die zuletzt immer wieder aus der heimischen Region gemeldet wurden. Zuletzt seien Mitarbeiter des Rettungsdienstes an der Herscheider Oberdorfstraße angegangen worden, als sie einem Mann helfen wollten, der nicht mehr ansprechbar war. Für derart aggressives Verhalten dürfe es keinerlei Toleranz geben, betonte der Bürgermeister. Er erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass die Gemeinde Herscheid vor einem Jahr dem Lüdenscheider Verein Soko Respekt beigetreten ist, der dieser Entwicklung entgegentreten will.

Vor diesem Hintergrund sei es umso bemerkenswerter, dass sich in der Herscheider Feuerwehr seit ihrer Gründung vor 130 Jahren immer wieder Frauen und Männer finden, die sich in den Dienst für den Bürger stellen. Die Anforderungen seien stetig gestiegen, wie der Bürgermeister anhand von kurzen Auszügen aus der Feuerwehr-Chronik skizzierte.

Für die Bevölkerung sei es „beruhigen zu wissen, dass wir eine gut funktionierende Feuerwehr haben“, betonte Schmalenbach. Er bedankte sich stellvertretend bei den drei Jubilaren und bei den beiden Kameraden, die in die Ehrenabteilung verabschiedet wurden: „Das, was sie leisten, verdient Anerkennung und Respekt.“

Gerätehäuser im Plan

Nach planerischen Verzögerungen liege der Neubau des Feuerwehr-Gerätehauses in Rärin im neugesteckten Zeitplan. Die Baugerüste seien inzwischen abgebaut, berichtete der Bürgermeister, der Innenausbau mache ebenso Fortschritte. Die Übergabe sei für den Herbst vorgesehen. Parallel zu den Arbeiten seien die Planungen für den Aus- und Umbau des Gerätehauses an der Bahnhofstraße angelaufen; an ihrem angestammten Sitz benötigt die Löschgruppe Herscheid dringend mehr Platz. Die Kameraden in Hüinghausen haben derweil damit begonnen, ihre Räume in Eigenregie zu renovieren.

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