Hans-Jürgen Arnold geht in den Ruhestand

Auch ein Schutzengel geht irgendwann einmal in den Ruhestand

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Nach 35 Jahren im Dienst der Provinzial übergibt Hans-Jürgen Arnold (links) die Geschäftsstelle an Dario Radoia.

Herscheid – Diese Nacht im April 2002 wird Hans-Jürgen Arnold nie vergessen. Um 3 Uhr schellen zwei Polizisten an seiner Haustür und teilen ihm mit, dass sein Büro in voller Ausdehnung brennt. 

Dieses Feuer bedeutet das Ende der Provinzial-Geschäftsstelle am Standort Alter Schulplatz, nicht aber in der Gemeinde Herscheid. Der Zeitungsbericht der Heimatzeitung über diesen Flammenraub hängt noch heute am Arbeitsplatz von Hans-Jürgen Arnold. „Dieses Ereignis hat Nerven gekostet“, gibt der scheidende Geschäftsführer zu, der sich am 1. Juli in den verdienten Ruhestand verabschiedet.

 35 interessante, abwechslungsreiche, aber auch stressige Arbeitsjahre liegen hinter ihm. Begonnen hat für ihn alles mit der Übernahme seiner ersten Provinzial-Geschäftsstelle 1984 in Eiringhausen, die er sieben Jahre später in Richtung Plettenberger Innenstadt verließ. Dort leitete er gemeinsam mit Uwe Nahrgang eine Filiale, ehe es Arnold 1996 beruflich nach Herscheid zog. 

Der eingangs erwähnte Brand stellte alles auf den Kopf: „Über Nacht standen wir ohne Büro da“, erzählt der heute 60-Jährige. Er erinnere sich noch sehr gut an den Zuspruch aus der Bevölkerung, der über die schwierigen Zustände während der fast vierwöchigen Übergangsphase in einem Container hinweghalf. 

Auch die Ersatzanlaufstelle im Gebäude des damaligen Combi-Marktes sei nicht gerade optimal gewesen. „Die Kunden mussten sich ihren Weg durch die Apfelsinenkisten bahnen“, schmunzelt Arnold, der froh ist, dass er und seine Kollegen seit 2006 in den Räumlichkeiten Am Markt ideale Bedingungen für ihren Arbeitsalltag vorfinden konnten und können. 

Langweilig ist es dem Team auch ohne Bürowechsel nie geworden: Die Kyrill-Nacht, Hagel-Schäden in 400 Hüinghauser Haushalten, überschwemmte Industriebetriebe am Elsebach, eine Reihe von Firmeneinbrüchen sowie nicht zuletzt der Rathausbrand nennt Arnold als die größten Schadensfälle der letzten Jahre. 

Hinzu kamen ständig neue technische Herausforderungen: Sein erster Computer, ein IBM 286 mit großer Diskette und 40 Megabyte Festplatte, das erste koffergroße Autotelefon und die Probleme bei der Einführung eines Anrufbeantworters sind ebenso Geschichte wie das Tarifbuch samt Berechnungstabelle. „Heute geschieht fast alles digital“, sagt Arnold. 

Froh ist er darüber, in Dario Radoia einen kompetenten Nachfolger gefunden zu haben. Der 34-jährige Lüdenscheider arbeitet seit 2005 für die Provinzial, gehörte seinerzeit zu den drei besten Auszubildenden im Gebiet der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer und hat sich auf das Gebiet der Cyberversicherung spezialisiert. Er freue sich, einem intakten Team (dem drei Mitarbeiter angehören) vorstehen zu können und den Herscheidern weiterhin die Leistungen der Schutzengel, wie sich die Provinzial-Mitarbeiter laut Werbung nennen, bieten zu können. 

Hans-Jürgen Arnold hingegen will sich ab sofort mehr seiner Familie sowie seinen Hobbys Laufen, Garten und Reisen widmen. „Ich wurde 35 Jahre durch meinen Terminkalender gesteuert und freue mich nun auf mehr Zeit für mich.“

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