Gute Rückzugsbedingungen für Wildschweine erschweren die Bejagung

Spätfolgen von Orkan Kyrill

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Zwar fiel die Strecke aufgrund des schlechten Wetters mit nur einem erlegten Wildschwein recht dürftig aus, dennoch verbliesen die Herscheider Jagdhornbläser die Strecke am Sängerweg nach alter Tradition.

HERSCHEID - Für nächsten Dienstag, 6. Februar, lädt der Hegering Herscheid zu einem hochaktuellen Informationsabend ein. Thema wird die Afrikanische Schweinepest sein. 

Referent wird Dr. Jobst Trappe, Veterinär des Märkischen Kreises, sein. Die Veranstaltung beginnt um 19.00 Uhr in Schürmanns Landgasthaus. Nicht nur Hegerings-Mitglieder, sondern alle Interessierten sind herzlich willkommen. Der Eintritt ist frei.

Aufgrund der Schweinepest hatte der Hegering Herscheid bereits in der Vorwoche zu einer revierübergreifenden Ansitzjagd aufgerufen - 25 Waidleute waren dieser Aufforderung gefolgt, um vorrangig Schwarzwild zu erlegen.

„Die Wildschweinpopulation ist in den vergangenen Jahren extrem gewachsen, was zu starken Schäden für die Landwirte gesorgt hat. Seit einigen Monaten gibt es zusätzlich das Problem der afrikanischen Schweinepest“, betonte Hegeringleiter Dr. Matthias Dunkel die Dringlichkeit der Aktion, mit der die heimischen Jäger ihren Beitrag zum Kampf gegen die Schweinepest leisten wollen. Schließlich handele es sich um eine schwerwiegende Krankheit, die auch deutsche Schweinebauern mit großer Sorge beobachten. 

Noch ist der Virus nur in Teilen Osteuropas ausgebrochen, doch er ist auf dem Vormarsch und könnte sich weiter in Richtung Deutschland bewegen. Zwar stellt die Schweinepest keine Gefahr für den Menschen dar, für Schweine bedeutet sie jedoch den schnellen Tod und kann die Existenz von etlichen Landwirten bedrohen. 

Deshalb ist für den Herscheider Hegeringleiter klar: „Wir müssen den Schwarzwildbestand vor Ort unbedingt reduzieren, denn ein erkranktes Wildschwein kann andere Schweine mit der Pest anstecken. Die Schonzeiten für Wildschweine wurden daher bereits aufgehoben und wir rechnen mit einer Rekordstrecke für dieses Jahr.“  

Dass die Schwarzwildpopulation sehr hoch ist, lässt sich nach Einschätzung der heimischen Jäger auf mehrere Faktoren zurückführen. Unter anderem sei das Anwachsen dem Orkan Kyrill geschuldet, durch den auf zahlreichen Flächen dichte Büsche nachgewachsen sind, in denen sich die Tiere gut verstecken können, erklärt Dr. Dunkel: „Ideale Rückzugsbedingungen bieten auch die vielen Maisfelder, die natürlich ebenso für ausreichend Nahrungsmittel sorgen.“ Entscheidend seien außerdem die verhältnismäßig milden Winter in der jüngeren Vergangenheit gewesen. 

Der Hegering sieht sich daher in der Verantwortung, dafür zu sorgen, dass die Population reduziert wird, auch um den Landwirten in der Umgebung zu helfen. Dr. Matthias Dunkel erinnerte in diesem Zusammenhang an das seriöse Auftreten der Jägerschaft: „Für uns steht die Waldgerechtigkeit an erster Stelle. Aus diesem Grund werden zum Beispiel Wildschweine mit Frischlingen nicht gejagt.“ 

Im mit Fichtenzweigen und Fackeln abgegrenzten Karree wurde nach der Jagd wie gewohnt die Strecke gelegt, welche diesmal jedoch nur aus einem einzigen Wildschwein bestand. „Die Jagd ist eben nicht planbar und diesmal haben wir einfach schlechte Witterungsbedingungen gehabt, bei denen auch der Schnee gefehlt hat“, befand der Hegeringleiter in seiner Ansprache, versprach aber die zu starke Schwarzwildpopulation weiter im Fokus zu haben. 

Das Ende der Aktivitäten im Wald verkündeten abschließend die Jagdhörner. Nach deren Signalen folgten die Anwesenden der Einladung zum gemeinsamen Frühstück in Schürmanns Landgasthaus. „Wir wollen unsere Gemeinschaft fördern und wichtige Erfahrungen austauschen“, hob Dr. Matthias Dunkel hervor.

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