1. come-on.de
  2. Lennetal
  3. Herscheid

Großübung in Alberts-Halle: Dummies gerettet und wiederbelebt

Erstellt:

Von: Simone Rein

Kommentare

Gegenseitige Kontrolle der Ausrüstung: Kurz darauf erkundete der Angriffstrupp unter Atemschutz die verrauchte Halle.
Gegenseitige Kontrolle der Ausrüstung: Kurz darauf erkundete der Angriffstrupp unter Atemschutz die verrauchte Halle. © Simone Rein

Feuer in einer Halle im Industriegebiet Friedlin: So lautete das Szenario für die Großübung der Feuerwehr Herscheid.

Herscheid - Vollalarm erreichte die Kräfte der Löschgruppen Herscheid, Hüinghausen, Rärin und Neuemühle. Im mittleren von drei Hallenkomplexen an der Osemundstraße soll ein Feuer ausgebrochen. Beißender Rauch gelangte bis in die linke Halle, in der sich verletzte Personen befinden sollten.

hnitte gebildet – einer für die Menschenrettung und einer zur Brandbekämpfung. Ein erster Verletzter konnte von den Einsatzkräften, die unter Atemschutz in die Halle vordrangen, gerettet und ins Freie gebracht werden. Weil keine Vitalfunktionen vorhanden waren, wurden sofort Wiederbelebungsversuche eingeleitet. Dabei wechselten sich die Kräfte ab.

Währenddessen wurde ein zweiter Verletzter gefunden und aus dem Gefahrenbereich gebracht. Auch bei ihm wurden lebensrettende Maßnahmen eingeleitet. Wieder bei Bewusstsein und stabil warteten beide auf die angeforderten Rettungswagen.

Dann folgte die Meldung, dass sich noch eine weitere Person in der Halle befindet. Glücklicherweise war der Verletzte jedoch ansprechbar. Alle Drei wurden im Anschluss an den Rettungsdienst übergeben.

Während der Menschenrettung kümmerte sich der zweite Abschnitt um die Brandbekämpfung. Dabei wurde in der mittleren Halle gelöscht und das Übergreifen des Feuers auf die rechte Halle verhindert. Auf der Rückseite der drei Hallen bezogen weitere Rettungskräfte Stellung. Nachdem das Feuer erfolgreich bekämpft wurde, folgte die „Entrauchung“ der Halle mit einem Hochleistungslüfter, der rasch für freie Sicht sorgte.

Die Koordination des Einsatzes wurde am Einsatzleitwagen durchgeführt. Funksprüche wurden dokumentiert und der weitere Verlauf besprochen – alle arbeiteten Hand in Hand.

Wie es zu diesem Feuer gekommen war, ist noch unklar – so würde in der Regel die Pressemeldung lauten. Doch in diesem Fall war klar, dass das Feuer nur simuliert wurde. Der Rauch in der Halle kam aus einer Nebelmaschine. Die Verletzten waren etwa 80 bis 90 Kilo schwere Dummies (Puppen), die das reale Durchschnittsgewicht eines Menschen darstellen.

50 Einsatzkräfte waren vor Ort und der Übungseinsatz konnte nach gut einer Stunde beendet werden. Bei einem richtigen und großen Feuer kann ein Einsatz auch bis zu fünf Stunden oder länger andauern.

Für die Feuerwehr Herscheid war es die erste Gesamtübung seit Pandemiebeginn; die letzte Übung dieser Art fand 2019 statt. Seither konnten nur Übungen in kleineren Gruppen stattfinden. Der besondere Dank der Feuerwehr galt der Firma Alberts, die ihre neue Halle als Übungsobjekt zur Verfügung gestellt hatte.

Auch interessant

Kommentare