Fachmann entscheidet über Fortbestand

Große Sorge um Hüinghauser Eiche: Nach Verkehrsunfall fault der Baum

Generationen an Schülern hat die mächtige Eiche auf ihren Schulwegen begleitet. Heute prägt der Baum das Hüinghauser Ortsbild – die Frage lautet: Wie lange noch?
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Generationen an Schülern hat die mächtige Eiche auf ihren Schulwegen begleitet. Heute prägt der Baum das Hüinghauser Ortsbild – die Frage lautet: Wie lange noch?

Den wievielten Frühling sie nun erlebt, kann nur geschätzt werden. Anhand der Dicke des Stammes lässt sich jedoch erahnen, dass die Hüinghauser Eiche bereits etliche Jahrzehnte auf dem Buckel hat. Geht es nach den Bürgern, kommen noch viele Jahre hinzu – doch genau das ist mehr als fraglich.

Herscheid - Der mächtige Baum steht an der Schulstraße, etwas unterhalb der Hüinghauser Grundschule und gegenüber des Habbel-Flugplatzes. Rein äußerlich macht er mit seiner verzweigten Baumkrone einen gesunden Eindruck, doch dieser trügt. Denn die Eiche ist ein Unfallopfer, die Wunden im Stammbereich sind bei genauerer Betrachtung nicht zu übersehen.

Besagter Unfall, bei dem ein Fahrzeug anscheinend von der Schulstraße abkam und gegen die Eiche stieß, liegt bereits einige Jahre zurück. Die abgeplatzte Rinde zeugt nicht nur von diesem Zusammenstoß, sie offenbart auch die Schwäche des Baumes: Dieser beginnt zu faulen. Doch ist der Baum derart krank, dass er gefällt werden muss?

Darum sorgen sich nicht nur die Hüinghauser, auch im Rathaus ist man sich der Bedeutung dieser „schönen alten und sehr prägenden Eiche“ bewusst, wie Bürgermeister Uwe Schmalenbach betont. Einen solchen Baum, der vermutlich seit mehr als einem Jahrhundert fest zum Hüinghauser Ortsbild gehört, der Generationen an Schülern erlebt hat, den „mache man nicht mal so eben weg“, betont Schmalenbach, dass die Gemeinde gewillt ist, mögliche Maßnahmen zum Erhalt zu ergreifen. Zugleich stellte er fest, dass die Verkehrssicherheit an dieser Stelle – direkt gegenüber der Schule – Priorität habe. Sollte die Standfestigkeit dieser massiven Eiche bedroht sein, dann dürfe man kein Risiko eingehen.

Durch einen Unfall vor einigen Jahren ist ein Teil der Rinde abgeplatzt, daher ist auch ein Loch im Stamm zu erkennen.

Um sich abzusichern, holte das Bauamt in Person von Lothar Weber Amtshilfe beim Landesbetrieb Wald und Holz ein. Revierförster Klaus Kermes schaute sich die Eiche an und konnte zumindest leichte Entwarnung geben: „Eine akute Gefahr besteht nicht.“ Der Baum drohe nicht beim nächsten Sturm umzustürzen. Dies begründete Kermes wiefolgt: Die Eiche treibe aus, habe eine ausladende Krone, kaum trockene Äste und das Kambium – die Wachstumsschicht – sei zu großen Teilen intakt.

Dies alles seien äußere Merkmale – doch entscheidend sei, wie es im Inneren der Eiche aussieht. Das kann auch Förster Kermes nicht abschätzen. Sein Rat, den die Gemeinde auch beherzigen möchte: Ein Fachmann sollte zu Rate gezogen werden. Genau das wird Bauamtsleiter Weber nun auch machen: Er will einen Baumchirurgen nach Hüinghausen bitten, der über entsprechende Gerätschaften verfügt.

So soll mit einem Resistografen eine Bohrwiderstandsmessung durchgeführt werden. Dabei, so Weber, werde eine lange, dünne Nadel in das Holz gebohrt, die dieses nicht wesentlich schädigen soll. Durch die Ermittlung der Dichte soll herausgefunden werden, wie stark die Fäule ausgeprägt ist. Vom Ergebnis dieser Untersuchung hängt die Zukunft der Hüinghauser Eiche ab. 

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