Corona und seine Folgen: Herscheider Gottesdienst mit nur fünf Anmeldungen

Nur fünf Gottesdienst-Besucher am Sonntag

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Pfarrer Bodo Meier blickte auf eine überschaubare Anzahl an Gemeindemitgliedern, die auf das Absperrband und viel Abstand in der Apostelkirche achten mussten.

Kein Gesang, abgesperrte Bänke und Maskenpflicht: Nur mit einigen Einschränkungen konnte die Evangelische Gemeinde Herscheid das Pfingstfest begehen. Doch immerhin öffnete die Apostelkirche am Sonntag erstmals seit Anfang März ihre Pforten für eine Messe. Allerdings konnten nur fünf Besucher begrüßt werden.

„Es ist nicht nur ein besonderer Tag, weil Pfingsten ist, sondern auch, weil wir uns nach elf Wochen wieder versammeln können, um Gottesdienste zu feiern“, brachte Pastor Bodo Meier seine Freude über die Wiederaufnahme von Gottesdiensten vor Ort zum Ausdruck. 

Gleichzeitig bedankte er sich bei allen, die sich während der Zwangspause um Alternativen wie etwa die Online-Angebote gekümmert hatten.

Corona: Absperrband und Desinfektion

„Ein Dank geht auch an die Gemeindemitglieder, die sich auf diese ungewöhnlichen Hygienemaßnahmen einlassen“, sagte Meier mit Blick auf einen optisch veränderten Innenraum der Apostelkirche. Zu sehen waren nicht nur Besucher mit Schutzmasken und viel Abstand untereinander, sondern auch rot-weißes Absperrband. Damit wurden jene Bänke gekennzeichnet, die unbesetzt bleiben mussten.

Für alle freigegebenen Sitzplätze gab es ein deutlich erkennbares Schild. Den richtigen Weg dahin zeigten rote Pfeile auf dem Boden an. Bevor man sich einen Platz suchen durfte, musste schon beim Eintritt in das Gotteshaus jeder seine Hände desinfizieren und sich auf einer Anmeldeliste mit persönlichen Daten eintragen lassen.

Das lautstarke Glockenläuten vor und die stimmungsvolle Orgelmusik während der Messe sorgten zumindest für ein Stück Normalität. Auf das Singen musste dagegen verzichtet werden. Dafür lebte der Gottesdienst von den Gebeten und Worten, die Pastor Meier rund um das Thema Pfingsten fand.

Dabei betonte er: „Wir sollten nicht in die Klage einstimmen, dass kirchliche Feste an Bedeutung verlieren.“ Stattdessen forderte er dazu auf, den eigenen Blick zu wechseln, Gewohnheiten zu verlassen und gemeinsam die Hoffnung auf das Leben zu haben. „Pfingsten ist das Fest des Lebens“, lautete seine Botschaft an die versammelte Gemeinde, die am Sonntag jedoch noch sehr überschaubar war. 

Angst vor Corona? Nur fünf Besucher

Lediglich fünf Anmeldungen hatte es im Vorfeld gegeben. Dazu kamen die am Gottesdienst und Hygienekonzept beteiligten Helfer.

„Es passt zu dem Bild, das sich in den vergangenen Wochen ergeben hat. Der Zuspruch ist wie auch in anderen Kirchenkreisen noch nicht so hoch“, berichtete Meier von seinen Eindrücken. Und wie kam der Gottesdienst bei den wenigen Besuchern an?

„Es ist schön, wieder in der Kirche sein. Wenn ein paar mehr Leute kommen, fühlt es bestimmt noch besser an“, meint Anke Türk, die auch das aufwendige Hygienekonzept lobte. Hierbei habe alles reibungslos geklappt.

Ähnlich äußerte sich Uwe Köster, für den es trotzdem „ein langer Weg zurück zur Normalität“ sei. Beide hoffen in den nächsten Wochen auf eine steigende Anzahl von Besuchern, von denen höchstens 15 pro Messe erlaubt sind. „Bis zum 7. Juni behalten wir den Status quo bei und schauen dann weiter. Mittlerweile ist ja sogar wieder Chorgesang möglich, aber dafür müssen die Beteiligten drei Meter voneinander entfernt sein“, erwähnte Pastor Meier eine neue Vorgabe des Landes, über die man sich nun Gedanken machen könne.

Anmeldung

Anmeldungen für den nächsten Gottesdienst werden wieder am Freitag von 15 bis 18 Uhr unter Telefon 0 23 57 / 17 19 708 entgegengenommen.

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