Gemeinde würdigt mit dem Heimat-Preis die ehrenamtlich Tätigen vor Ort

Sie machen Herscheid so l(i)ebenswert

Bürgermeister Uwe Schmalenbach (vorne Mitte) und Fachbereichsleiter Lothar Weber (hinten Mitte) gratulierten den Erstplatzierten des Heimat-Preises 2020: dem Team des Dorfladens Hüinghausen (links) und den Vertretern des DRK-Ortsvereins Herscheid (rechts).
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Bürgermeister Uwe Schmalenbach (vorne Mitte) und Fachbereichsleiter Lothar Weber (hinten Mitte) gratulierten den Erstplatzierten des Heimat-Preises 2020: dem Team des Dorfladens Hüinghausen (links) und den Vertretern des DRK-Ortsvereins Herscheid (rechts).

Stärkung des Zusammenhalts im Ort, Schaffung neuer Begegnungsangebote, Sicherung der Nahversorgung: Das sind die wichtigsten Anliegen des Hüinghauser Dorfladens. Das ehrenamtliche Engagement der vielen Helfer würdigt die Gemeinde Herscheid mit der Vergabe des Heimat-Preises.

Herscheid - Bürgermeister Uwe Schmalenbach wollte trotz der aktuellen Corona-Schutzmaßnahmen nicht darauf verzichten, den Stellenwert dieser freiwilligen Leistungen hervorzuheben. Er hatte daher die Sieger dieses Wettbewerbs zur Ehrung im minimalen Rahmen in den Bürgersaal eingeladen. Denn: Auf ehrenamtliche Unterstützung sei die Gemeinde angewiesen, sie könne allein nicht alles dafür leisten, dass das Leben vor Ort lebens- und liebenswert ist und bleibt.

1. Preis: Dorfladen

Dass Hüinghausen mit seinen 1 000 Einwohnern einen Tante-Emma-Laden benötige, in dem die wichtigsten Dinge für den täglichen Bedarf angeboten werden, sei der Startgedanke des Dorfladens gewesen. Seit der Gründung im Jahr 2012 habe sich dieser zum zentralen Treffpunkt in der Ortschaft entwickelt, zeigte sich der Bürgermeister ob der regelmäßigen Klön-Cafés, Stricktreffen und Männer-Stammtische durchaus überrascht: „Ich hätte nicht gedacht, dass sich der Laden so entwickeln würde.“

Zwar könne die Akzeptanz in der Bevölkerung hinsichtlich des Kaufverhaltens größer sein. Doch mit diesen Problemen hätten ähnliche Einrichtungen in anderen Kommunen noch viel mehr zu kämpfen, sagte der Bürgermeister: „Manch ein anderer Dorfladen hat keine acht Jahre durchgehalten.“ Der Heimat-Preis sei daher auch ein Ansporn für die vielen Helfer, nicht locker zu lassen und weiterzumachen. Der Bürgermeister betonte, dass der Dorfladen ein wichtiges Zukunftsprojekt sei; die Bedeutung werde den Anwohnern noch bewusster werden, da war sich Schmalenbach sicher. 

2. Preis: DRK Herscheid

Ebenfalls unverzichtbar sei vor Ort der DRK-Ortsverband. Sicherheitsdienst bei Veranstaltungen, die Organisation und Durchführung der Blutspenden, Begleitung von Festumzügen, Katastrophenschutz – die Liste der Verdienste sei lang. Als wichtigen Baustein im Herscheider Rettungswesen hob der Bürgermeister die Helfer vor Ort (HvO) hervor: Immer dann, wenn die Rettungswache an der Bahnhofstraße nicht mit hauptamtlichen Kräften besetzt ist und Kollegen aus den Nachbarstädten alarmiert werden, sind die HvO in Rufbereitschaft.

Mit qualifizierter Erster Hilfe überbrücken sie die Zeit bis zur Ankunft der hauptamtlichen Kollegen. „Sie leisten 94 Stunden Bereitschaftsdienst in der Woche und wenn Feiertage dabei sind, sogar mehr“, hatte der Bürgermeister ausgerechnet. Auf mehr als 100 Einsätze im Jahr bringt es die kleine Helfergruppe. Bei vielen Bürgern sorge sie bei Noteinsätzen allein durch ihre Anwesenheit für Erleichterung, denn die Gesichter der DRK-Mitglieder seien den Herscheidern vertraut, sagte der Bürgermeister.

Integration von Flüchtlingen, Nachbarschaftshilfe, Sauerlandsteine: Sandra Laurenz und Klaus Wiedebusch sind vielfältig engagiert.

3. Preis: das Helfer-Paar

Dass auch im Kleinen Großes bewirkt werden kann, das beweisen Sandra Laurenz und Klaus Wiedebusch auf vielfältige Weise. Das Paar setzt sich aufopferungsvoll für die Integration von Flüchtlingen vor Ort ein, unterstützt aber auch seit Jahren Hilfsprojekte in Südafrika. Mit Beginn der Corona-Pandemie erweiterten die beiden ihren Wirkungskreis und bieten seither Nachbarschaftshilfen wie Unterstützung bei Arztbesuchen oder Einkäufen an.

Für Farbtupfer in dieser tristen Zeit sorgen sie mit den bemalten Sauerlandsteinen: Die Schutzengelsteine bereiten den Bewohnern des Seniorenzentrums Freude und die bunte Steinschlange am Rathaus habe unerwartet großen Anklang und viele Mitstreiter in der Bevölkerung gefunden.

Wiederholung in 2021

Im Rahmen eines Förderprogrammes wurde der Heimatpreis 2020 von der Landesregierung ausgelobt. Für Herscheid stand ein Geldbetrag von 5 000 Euro zur Verfügung. Die Jury bestehend aus den Mitgliedern des Hauptausschusses kürten per Punktabgabe die drei Sieger des Wettbewerbs (2 500 Euro für Platz eins, 1 500 Euro für den Zweiten und 1 000 Euro für den Dritten). Insgesamt waren acht Bewerbungen bei der Gemeinde eingegangen. „Eine stolze Zahl“, wie der Bürgermeister betonte. Er geht davon aus, dass der HeimatPreis auch im nächsten Jahr vergeben werden kann.

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