Gemeinde unterstützt bundesweite Initiative

Gemeinsam gegen Motorradlärm und für mehr Silent Rider

Mit markanten Postern wie diesem will die Initiative Silent Rider auf sich und ihre Ziele aufmerksam machen.

Herscheid – Das Thema Motorradlärm entfachte im Hauptausschuss eine kontrovers geführte Diskussion: Anlass war die Beteiligung an der Initiative „Silent Rider“.

Fernab von Verboten wählt dieser Zusammenschluss einen anderen Ansatz: Kommunen und Kreise aus dem Nationalpark Eifel sowie 50 Vertreter aus ganz Deutschland haben die Kampagne gegen Motorradlärm gestartet. „Das Ziel ist es nicht, Motorradfahrer zu diskreditieren“, betonte Fachbereichsleiterin Bärbel Sauerland. Stattdessen soll das Thema mit Marketingschachzügen wie Plakaten und Veranstaltungen bundesweit in den Fokus gerückt werden. 

Sebastian Moos, Vorsitzender der CDU Herscheid, begrüßte die Kampagne, hinterfragte jedoch das Mitwirken des Bundes der Motorradfahrer („Effekthascherei“). Moos wünschte sich den Einsatz von Lärmblitzern vor Ort; derartige Geräte werden derzeit in Großbritannien und Frankreich getestet. 

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Gerd Haas bewertete den Zusammenschluss generell positiv. Er sei jedoch skeptisch, ob die schwarzen Schafe unter den Motorradfahrern erreicht werden können. Ohnehin sei es bemerkenswert, dass erst eine Initiative gegründet werden müsse, die auf die Einhaltung von Vorgaben poche: „Auf diese Idee müsste der Gesetzgeber doch selbst kommen.“ 

Kritisch äußerte sich Udo Milkereit (UWG): Er könne sich nicht dafür begeistern, dass eine Initiative über Steuergelder finanziert werde. Gleichzeitig hinterfragte er die Vorgehensweise der Polizei: „Warum kann man die schwarzen Schafe nicht dingfest machen?“ Er vermutete: Die Polizei muss sich zu viel mit anderen Dingen beschäftigen. So führte Milkereit das Beispiel eines Risikofußballspiels an, für das 3 000 Polizisten abgestellt werden. 

Eine Lanze für seinen Berufsstand brach Wolfgang Bröker (CDU): Er betonte, dass die Polizei „dieses Jahr so viele Kontrollen auf der Nordhelle durchgeführt habe, wie noch nie zuvor“. 

Auch Einwohner Winfried Junker meldete sich zu Wort: Seiner Meinung nach sei das Thema Motorradlärm vor Ort nicht so akut wie dargestellt: „Da wird mit Kanonen auf Spatzen geschossen.“ 

Dem widersprach Bürgermeister Uwe Schmalenbach: Die Lärmbelästigung vor allem an Wochenenden betreffe nicht nur die Anwohner unterhalb des Ebbes. Auf der Rückfahrt Richtung Autobahn werde der Ebbekreisel von einigen Motorradfahrern genutzt, um die Maschinen laut aufzudrehen. Der Lärmpegel liege über dem des Pkw- und Lkw-Verkehrs.

Der Hauptausschuss jedenfalls sprach sich – bei einer Gegenstimme von Udo Milkereit – für die Unterstützung und den Beitritt zu „Silent Rider“ aus. Dies ist verbunden mit der einmaligen Bezahlung von 500 Euro.

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