Gemeinde Herscheid erhält für 78 500 Euro den Zuschlag / Weiteren Verfall stoppen

Kümesta-Brache versteigert

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Am 30. Juli 2013 stand eine Halle der Firma Kümesta in Flammen. Dieser Großbrand war gleichbedeutend mit dem Ende der Firma am Standort Weiße Ahe. Noch im selben Jahr wurde das Insolvenzverfahren eröffnet.

HERSCHEID - Zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten: Um Punkt 14.54 Uhr endete gestern vor dem Amtsgericht Plettenberg eine bemerkenswerte Zwangsversteigerung. Dabei sicherte sich die Gemeinde Herscheid einen Großteil des einstigen Kümesta-Firmengeländes.

Rechtspflegerin Karina Schneider hatte zu Beginn des Termins einen ganzen Wust an Formalitäten abzuhandeln. Sie ging zunächst auf den Inhalt der Versteigerung ein: mehrere Flurstücke samt Bürogebäuden und alten Firmenhallen am Standort Weiße Ahe 2. Alle unterscheiden sich in Größe und Bewertung. 

Eines vereint die Parzellen: Sie waren am 30. Juli 2013 Schauplatz des wohl spektakulärsten Feuerwehr-Einsatzes der jüngeren Herscheider Geschichte. An besagtem Sommertag brannte eine Halle der Firma Kümesta (die der Entlackung diente) komplett ab; über 100 Einsatzkräfte der Feuerwehr waren damals vor Ort. Sie konnten zwar ein Übergreifen der Flammen auf die anderen Hallen verhindern, die Firma konnte jedoch nicht gerettet werden – sie meldete einige Wochen später Insolvenz an. 

Da noch Forderungen im mittleren sechsstelligen Bereich offenstehen, beantragte die Deutsche Bank nun die Zwangsversteigerung. Diese glich einem Puzzlespiel: Weil sich die Fluraufteilungen im Grundbuch und im Kataster des Märkischen Kreises unterschieden, galt es, die Zuschnitte zuzuordnen. Ein Anwohner, der zunächst ein Angebot für ein kleines Grundstück abgegeben hatte, zog dieses aufgrund der unklaren Abgrenzungen wieder zurück. 

So war es um 14.54 Uhr Bauamtsleiter Lothar Weber, der als einziger Bieter den Zuschlag erhielt. Für die Summe von 78 500 Euro sicherte er der Gemeinde das rund 20 000 Quadratmeter große Areal, zu dem nicht nur Industrie- und Verkehrsflächen, sondern auch Wald und eine Gasübernahmestation zählen. 

Der Kauf dieser Fläche habe mehrere Gründe, erklärte Bürgermeister Uwe Schmalenbach, der ebenfalls an dem Termin teilnahm. Zum einen will die Gemeinde einen Stillstand wie auf dem Presswerk-Gelände verhindern, welches im Januar 2015 an einen Privatmann aus Limburg versteigert worden war – seither warten die Herscheider vergeblich darauf, dass auf dem Gelände an der Hohle Straße Veränderungen eintreten. 

Ebenso unglücklich ist man im Rathaus mit dem einstigen Firmengelände in Friedrichsthal, welches mittlerweile aus Bauruinen und Müllablagerungen besteht; der dortige Zustand soll unter keinen Umständen auch in Weiße Ahe eintreten. 

Die Gemeinde verfolge mit dem ersteigerten Gelände andere Ziele: Die Umsetzung der Wasserrechtsrahmenlinie sehe die Renaturierung des Ahebaches vor, der durch die Fläche verläuft; für eine solche Renaturierung wurden Fördermittel in Aussicht gestellt. Im Zusammenhang mit dieser Maßnahme soll das Grundstück aufgewertet werden; auch der Abriss der baufälligen Hallen und des leerstehenden Bürogebäudes seien wünschenswert, sagte Schmalenbach.

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