Musik trifft auf Kunst

Gelungenes Klangexperiment: Herscheid Sounds begeistert Besucher

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Herscheid - Nach vielfach geäußertem Wunsch ging am Freitag die Kulturveranstaltung Herscheider Klänge in die zweite Runde. Nicht nur die heimische Jazz-Band Herscheid Sounds wusste mit ihrem Repertoire das Publikum zu begeistern, sondern auch die Künstlerin Ingrid Thomas.

Vor einem Jahr wagte man sich unter dem Titel Herscheider Klänge an ein ganz neues Format in der hiesigen Kulturlandschaft: Ausschließlich heimische Künstler hatten sich im Bürgersaal zusammengefunden und ihr Publikum mit Musik, aber auch lyrischen Inhalten begeistert. Nach dem vielfach geäußerten Wunsch nach einer Fortsetzung folgte nun eine Neuauflage der Veranstaltung, für die wieder ein spannendes Klangexperiment ausgewählt wurde.

„Die Kombination von Jazz und bildender Kunst ist selten“, betonte der Elsener Georg Neukirch, Mitbegründer und am Keyboard festes Mitglied von Herscheid Sounds, das besondere Thema der Veranstaltung. Um diese zu realisieren, nahmen er sowie seine beiden Kollegen Ernest Taylor (Saxophon) und Uwe Theiner (E-Bass) Kontakt zur Plettenbergerin Künstlerin Ingrid Thomas auf.

Sie sei die „Seele der Malerei“ im lokalen und regionalen Bereich, lobte Neukirch ihre künstlerischen Fähigkeiten. Umso erfreuter war man nach der schnellen Zusage, sodass dem außergewöhnlichen Treffen von Kunst und Musik nichts mehr im Wege stand. Und so versammelten sich die vier Künstler am Freitagabend gemeinsam in einem erneut gut besuchten Herscheider Rathaus, wo nach dem Erklingen des ersten Liedes Thomas prompt zu ihren Pinseln griff.

Sie ließ sich von der Musik inspirieren und hielt ihre Gefühle mit Acrylfarben fest, wie sie den rund 70 Zuschauern während des Malens verriet: „Ich habe noch kein fertiges Bild im Kopf. Es kommt auf meine Empfindungen an.“ Genau wie bei der Premierenveranstaltung 2018 gab es für die Herscheider Instrumentalisten noch eine weitere Verstärkung: In die Fußstapfen der jungen Lüdenscheiderin Natascha Winter trat als neue Sängerin die ebenso junge wie auch hochtalentierte Sonja Balcar aus Herscheid.

Seit etwa einem halben Jahr probt sie mit den Musikern von Herscheid Sounds und macht den Klang des Ensembles noch beeindruckender, was auch dem Publikum sofort auffiel. Mit lautstarkem Applaus belohnten die Zuhörer den überaus gefühlvollen Gesang ihrer kräftigen Stimme, die bei diversen Songs ihre Stärken zeigte.

Zu den präsentierten Liedern gehörten nicht nur klassische Jazz-Versionen, sondern auch berühmte Songs wie Armstrongs „What a Wonderful World“ oder die Beatles-Hits „Yesterday“ und „Let it be“. Das Herscheider Instrumentalensemble überzeugte dank enormer Spielfreude und mit großem musikalischem Repertoire.

„Für mich eine neue Herausforderung“

Doch Georg Neukirch, der den Abend unterhaltsam moderierte, wünscht sich durchaus noch Unterstützung: „Uns fehlt ein Schlagzeuger. Jemand für den Bereich Percussion würde uns noch gut tun.“ Nach der Pause berichtete er allerdings hocherfreut, dass ihn bereits mehrere Personen angesprochen hätten und ihm versicherten: „Ihr seid doch schon perfekt. Ein Schlagzeug würde nur alles durcheinanderbringen.“ Die Musik sorgte jedenfalls auch im zweiten Durchgang für Heiterkeit und eine angenehme Atmosphäre, die auch Thomas für sich zu nutzen wusste.

Ihr Bild sollte ebenso eine positive Stimmung ausdrücken und daran arbeitete sie mit Hochdruck: „Vor einem Publikum habe ich in dieser Form noch nie gemalt. Das ist für mich eine neue Herausforderung“, erklärte sie auch vor dem Hintergrund, dass ihr nur zwei Stunden bis zur Fertigstellung des Kunstwerkes blieben. Am Ende wirkte sie aber zufrieden: „Vielleicht nenne ich das Bild passend zu einem der Lieder ‘Summertime‘. Es strahlt ja Wärme und Freude aus.“

Aus dem Publikum gab es auf jeden Fall viele lobende Worte für das in so kurzer Zeit kreierte Werk. Auch die Mitglieder von Herscheid Sounds wurden für ihren Auftritt mit reichlich Komplimenten und Beifall belohnt. Geht es 2020 also weiter? Für Georg Neukirch ist das vorstellbar: „Musikalisch werden wir in dieser Formation weitermachen.“

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