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Gelebter Klimaschutz: Diese Herscheider haben die besten Ideen

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Von: Max Gerhard

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Die Vertreter der Projekte bei der Verleihung des Klimaschutzpreises 2021 der Gemeinde Herscheid.
Die Vertreter der Projekte bei der Verleihung des Klimaschutzpreises 2021 der Gemeinde Herscheid. © Foto: Gerhard

Das Klima auf lokaler Ebene schützen – dazu konnten in den vergangenen Monaten mehrere Herscheider einen wichtigen Beitrag leisten. Deshalb haben die Gemeinde und der Energieversorger Westenergie bei der Vergabe des Klimaschutzpreises 2021 gleich vier Umweltprojekte besonders ausgezeichnet.

Herscheid - Der erste Platz geht an die DRK-Kindertagesstätte, dahinter folgen die Firma Alberts und die Familie Felske. Auf dem vierten Platz landet das Startup-Unternehmen „mygreentop“. Das Preisgeld in Höhe von 1 000 Euro wird unter den drei Erstplatzierten zu verschiedenen Anteilen aufgeteilt.

Bei der Preisverleihung im Rathaus hob Bürgermeister Uwe Schmalenbach hervor, dass „sehr unterschiedliche Beiträge“ eingereicht worden seien: „Nur wenn wir wie bei diesen Projekten vor Ort Dinge anpacken, kann man den Klimawandel angehen.“ Er erinnerte an die Juli-Hochwasser: Dabei habe man gemerkt, dass „die Städte und Gemeinden widerstandsfähiger werden“ müssten. Ziel sei es, beim Klimaschutz „deutlich schneller und weiter voranzukommen“.

Daran arbeitet seit drei Monaten auch Simon Mai, Herscheids erster Klimaschutzmanager. Mit Blick auf die Preisträger betonte er: „Auch die Summe vieler kleiner Projekte ist wichtig. Alle eingereichten Beiträge sind vorbildlich.“

1. Platz: Das Kinderprojekt

Bei dem Gewinner-Projekt der DRK-Kindertagesstätte handelt es sich um ein Insektenhotel, das an der Einrichtung entstanden ist. Hier haben etwa zahlreiche Marienkäfer oder Distelfalter ihre Heimat gefunden. In einer Forscherwerkstatt können die Insekten von den Kindern genau unter die Lupe genommen werden. Damit wird die Natur erlebbar gemacht und die Umweltbildung gestärkt. Das Insektenhotel fördert die Artenvielfalt, sensibilisiert für die Verletzlichkeit der Umwelt und bereitet auf einen schonenden Umgang mit natürlichen Ressourcen vor. Einrichtungsleiterin Elke Haase verweist darauf, dass es sich um ein langfristiges Projekt handeln solle, das noch erweitert und die Kinder nachhaltig in ihrem Alltag begleiten werde. „Es ist wichtig, mit dem Umweltschutz bei den Jüngsten anzufangen.“

2. Platz: Das Firmenprojekt

Herscheids größter Arbeitgeber, die Firma GAH Alberts, hat bereits vor zwei Jahren eine große Wildblumenwiese auf dem eigenen Betriebsgelände angelegt. Dort leben unter anderem zwei Bienenvölker, die von zwei Mitarbeitern des Unternehmens – beide Hobbyimker – betreut werden. Der dabei entstehende Honig wird innerhalb der Belegschaft, aber auch an Kunden verteilt. Die Wildblumenwiese leistet nicht nur einen Beitrag zur Artenvielfalt, sondern schützt als Versickerungsfläche bei Starkregen auch vor Überschwemmungen. Sämtliche Kosten für das Projekt werden von der Firma übernommen.

3. Platz: Das Familienprojekt

Ein klimafreundliches und nachhaltiges Wohnhaus mitten im Herscheider Zentrum ist das Projekt von Familie Felske. Während eine Wärmepumpe energiesparendes Heizen bewirkt, sorgt eine Photovoltaikanlage auf dem Dach für die Stromversorgung. Zudem können über eine Wallbox in der Garage E-Autos geladen werden. Es handelt sich also auch um einen Beitrag zur Verkehrswende. Darüber hinaus ist das Mehrfamilienhaus mit insgesamt sechs Wohnungen komplett barrierefrei und ermöglicht damit seniorengerechtes Wohnen. Am Bau sind übrigens ausschließlich Handwerker und Dienstleister aus der Region beteiligt. Dominik Felske hofft, mit diesem Projekt Vorbild für Andere sein zu können. Als Ansprechpartner stehe er gerne zur Verfügung.

4. Platz: Das Startup-Projekt

Dächer zu begrünen ist das Ziel des Plettenberger Startup-Unternehmens „mygreentop“. Es hat ein sogenanntes Aufdachpflanzsystem entwickelt. Dieses kann auf vorhandene Dachpfannen aufgesetzt werden oder diese sogar komplett ersetzen. Die Montage lässt sich ohne Hilfsmittel schnell, einfach und kosteneffizient umsetzen. Eine Begrünung von Dächern sorgt für Regenwasserrückhaltung und bindet CO2 aus der Luft. Dazu eignet es sich je nach Jahreszeit sowohl zur Wärmedämmung als auch zur Kühlung.

Die ausgezeichneten Beiträge waren in den letzten Wochen bereits im alten Foyer des Rathauses ausgestellt.
Die ausgezeichneten Beiträge waren in den letzten Wochen bereits im alten Foyer des Rathauses ausgestellt. © Foto: Gerhard

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