Neues Weihnachtsmarktkonzept

Geglückte Premiere des Herscheider Adventsgestöbers

+
Die Musiker vom Duo Breddermann hatten auch bei Temperaturen um den Gefrierpunkt ihren Spaß beim Herscheider Adventsgestöber.

Herscheid – Er gehört zur Adventszeit wie Plätzchen, Glühwein oder Tannenbäume: der Weihnachtsmarkt. Auf diesen musste die Ebbegemeinde im vergangenen Jahr notgedrungen verzichten, doch nach einer Zwangspause gab es am Wochenende die Rückkehr der Veranstaltung.

Mit völlig neuem Konzept und erstmals unter freiem Himmel in der Dorfmitte entstand auf dem Alten Schulplatz eine kleine Budenwelt mit dem Titel Adventsgestöber. Elf liebevoll dekorierte Stände, die von Herscheider Vereinen, Geschäften und Privatleuten betrieben wurden, sorgten gemeinsam mit zahlreichen Gästen für ein buntes Treiben.

Kompletten Neustart gewagt

 Im Gegensatz zu früheren Jahren fand der Weihnachtsmarkt auch zum ersten Mal am Freitag und Samstag statt: „So eine Veranstaltung lebt von der Stimmung am Abend und so bleibt uns der Sonntag zum Abbauen. Wir organisieren ja alles ehrenamtlich“, erklärte Ulrike Rieger von „Spiekus rockt“. Diese Gruppe sprang erst im Spätsommer als Ausrichter ein und wagte mit dem Adventsgestöber einen kompletten Neuanfang.

Der Fokus sollte weniger auf Handwerkskunst und stattdessen mehr auf dem leiblichen Wohl der Besucher liegen. Die Veranstalter investierten nicht nur in Plakate und andere Werbemittel, sondern schafften auch passende Dekoration und einheitliche Tassen samt Maskottchen Spiekus an. Damit traten sie kräftig in Vorleistung, doch die Rückendeckung durch mehrere heimische Vereine bestärkte alle in ihrem Vorhaben.

Das Bläserensemble Blechgerümpel sorgte für weihnachtliche Musik.

Und der Mut zahlte sich aus, wie Mitorganisatorin Ulrike Rieger bereits am Freitagabend wenige Stunden nach der Eröffnung feststellte: „Wir sind ganz begeistert. Es ist so wie in unseren Vorstellungen und ein gemütliches Treffen nach dem Feierabend geworden.“ Dazu trug nicht zuletzt die neue Beleuchtung rund um den modernisierten und im Frühjahr eingeweihten Platz im Herzen Herscheids bei. Dort sorgten unzählige weihnachtlich dekorierte Lichter an den Laternen und Buden für eine stimmungsvolle Atmosphäre, die zum Bummeln und Verweilen einluden.

Das war das erste Herscheider Adventsgestöber

Schon während des ersten Tages ließen sich mit fortschreitender Zeit immer mehr Herscheider anlocken. Auf sie wartete eine lange Reihe von kulinarischen Köstlichkeiten: Egal ob Crêpes beim SGV, Reibeplätzchen der Feuerwehr-Löschgruppe Neuemühle oder Schnitzelvariationen aus dem Landhaus Stottmert – die Besucher wurden auf vielfältige Art verpflegt. Mehrere Getränke-Stände ergänzten die Auswahl und selbst auf das Kunsthandwerk musste man nicht gänzlich verzichten: „Für mich gehören handwerkliche Produkte einfach zu einem Weihnachtsmarkt“, findet Udo Pierskalla, der seine Holz-Deko verkaufte und hofft, im nächsten Jahr mehr Anbieter mit selbsthergestellten Kunstwerken um sich zu haben.

Dick eingepackt hörten die Kinder beim Geschichtenerzählen zu.

Auf der Bühne herrschte indes ein permanentes Kommen und Gehen. Moderator Florian Putz führte unterhaltsam durch das Programm, zu dem am Freitagabend nicht nur das Geschichtenerzählen für Kinder gehörte. Nur wenig später wurde die vierköpfige Formation Blechgerümpel als das „jüngste Blasensemble im Sauerland“ angekündigt, von dem es unter anderem weihnachtliche Lieder wie „Alle Jahre wieder“ und „Feliz Navidad“ zu hören gab. Zwischendurch wurden regelmäßig Weihnachtsbäume verlost.

Stromversorgung stößt an Grenzen

Musikalisch, wenn auch nicht ganz störungsfrei ging es am Samstag weiter. „Ganz schön kalt hier oben, mal sehen wie das klingt mit kalten Fingern“, waren selbst Christian Breddermann und Erkan Besirlioglu gespannt, wie lange bei Temperaturen um den Gefrierpunkt die kalten Finger mitspielen. Aber es schien dem Duo Breddermann auf der Show-Bühne gut zu gehen.

Zwischendurch streuten die beiden Musiker Weihnachtslieder ein und wurden dabei von Kindern und Sängerinnen aus dem Publikum unterstützt. Und wenn einmal der Text nicht bekannt war, kein Problem, da wurde einfach der Text gegoogelt. Das Abendprogramm wurde von George Duchek, ehemaliger Sänger der Gruppe Radspitz eröffnet. Es mag an der „noch“ geringen Besucherzahl auf dem alten Schulplatz gelegen haben, doch richtig Stimmung kam erst mit dem Auftritt von Breddermann auf.

Die warmen Schnäpse der DRLG kamen bei den Besuchern gut an.

Vor der Bühne feierten auch am Samstag wieder viele Besucher bei Punsch, Glühwein, warmen und kalten Cocktails oder dem leckeren Rettungsschwimmer. Für die passende Grundlage sorgten Quiche, Schnitzel, Reibekuchen und Bratwurst.

Dass die Wasserkocher, Glühwein- und Glühbierautomaten, Bräter, Licht und die Bühne entsprechenden Energiebedarf haben, steht außer Frage. Die vorhandenen Stromkapazitäten kamen dabei letztendlich auch an ihre Grenzen und sorgten einige Male immer wieder für einen Stromausfall. „Die Anlage hier auf dem Schulplatz ist für Sommerveranstaltungen ausgelegt, bei Winterveranstaltungen dieser Größe brauchen wir eine größere Kapazität. Das habe ich schon mit dem Bürgermeister besprochen“, so Uwe Rieger, der immer wieder darauf achtete, dass die Sicherungen dem Bedarf standhielten.

Der Stimmung auf dem Schulplatz tat dies aber keinen Abbruch. Bis spät in die Nacht feierten die Herscheider wieder einen Weihnachtsmarkt im Freien, und das wohl nicht zum letzten Mal. Ulrike Rieger verrät bereits: „Der Plan ist, das Ganze fortzusetzen. Für nächstes Jahr haben sogar schon weitere Vereine ihre Teilnahme zugesagt.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare