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Für Flüchtlinge aus der Ukraine: Mangel an Wohnraum und Sprachkursen

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Von: Dirk Grein

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Die Gemeinde versucht den Personen aus der Ukraine bei ihrer Ankunft in der für sie fremden Umgebung zu unterstützen, wie hier beim Willkommens-Café.
Die Gemeinde versucht den Personen aus der Ukraine bei ihrer Ankunft in der für sie fremden Umgebung zu unterstützen, wie hier beim Willkommens-Café. © Grein, Dirk

Die Zahl der Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine, die zurzeit in Herscheid leben, ist leicht zurückgegangen. Regelmäßige Zuweisungen und geringe Kapazitäten sorgen derweil für Engstellen im Bereich der Sprachkurse.

Herscheid - Mit Stand von Donnerstagnachmittag sind der Gemeinde 59 Personen aus der Ukraine gemeldet, die in Herscheid wohnen. Im Vergleich zum Frühjahr sei diese Zahl zurückgegangen, erzählt Meryem Yilmaz, Mitarbeiterin im hiesigen Sozialamt. Sie berichtet von vielen Ukrainern, die Herscheid in Richtung ihrer Heimat verlassen haben; Andere seien innerhalb Deutschlands umgezogen.

Die Zahl sei jedoch nur eine Momentaufnahme: Pro Woche werden der Gemeinde zwei bis zu drei Personen zugewiesen. Wie bisher handele es sich größtenteils um Frauen mit Kindern, die zunächst in den Notunterkünften der untergebracht werden. Ziel sei es jedoch, die Flüchtlinge in private Wohnungen zu vermitteln. Das sei nicht einfach: „Der Wohnungsmarkt gibt vor Ort nicht viel her“, erklärt Meryem Yilmaz.

Froh ist sie, dass sich in Herscheid ehrenamtliche Dolmetscher gefunden haben, die bei der Erstaufnahme helfen. Sie können bei vielen Fragen vermitteln, unter anderem bei der Antragstellung für Sozialleistungen beim Jobcenter. Die Verteilung der Kinder auf Kindergärten und Schulen übernehme der Märkische Kreis.

Während diese formellen Abläufe meist problemlos funktionieren, bleibe das Problem der Sprachbarriere bestehen. Laut Yilmaz können die heimischen Träger nicht ausreichend Sprachkurse ermöglichen; die Wartelisten seien voll. Froh ist sie daher, dass ehrenamtliche Helfer in Herscheid einen freiwilligen Kurs anbieten, um die Flüchtlinge bei der Verständigung zu unterstützen. Wie groß das Engagement der Herscheider sei, habe sich bereits bei einem Willkommens-Café Ende März in der Aula am Rahlenberg gezeigt.

Neben den Personen aus der Ukraine sind in den gemeindlichen Unterkünften zurzeit 44 Asylbewerber untergebracht, die von der Gemeinde betreut werden. Nicht alle von ihnen beziehen Sozialleistungen, da einige Asylbewerber bereits eine Arbeitsstelle vor Ort gefunden haben, erzählt Meryem Yilmaz.

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