Fünf spannende Aussagen aus einem Sternen-Vortrag von Rolf Becker

Das bekannte Bild von Hans Sebald Beham zeigt den Kampf von Herkules und Iolaos gegen die Hydra. Was im Getümmel fast untergeht, ist der Krebs, der Herkules am linken Fuß attackiert. Das Tier wird nach seinem Tod in den Himmel gesetzt.

Herscheid - Wie hat eigentlich die Milchstraße, unsere Galaxie, ihren Namen bekommen? Und hat der Name des Jupitermondes Europa etwas mit unserem Kontinent zu tun oder steckt doch ein ganz anderer Grund hinter der Bezeichnung? Diese und viele andere Fragen beantwortete der Lüdenscheider Rolf Becker jetzt bei seinem Besuch des SGV Herscheid.

Eigentlich ist Becker Astronomie-Experte, kennt sich also bestens mit der Erforschung des Universums aus. Aber an diesem Abend in Herscheid war seine Kompetenz als Mythenerzähler gefragt – schließlich wollten die Herscheider mehr über die Sternbilder erfahren. Herausgekommen ist ein spannender Vortrag und die Erkenntnis, dass die Sternbilder stark von der griechischen Mythologie geprägt worden sind. Wir haben die fünf spannendsten Aussagen zusammengestellt.

1. Willkürliche Bilder und viele Heldengeschichten

Die Sternbilder sind eine rein willkürliche Festlegung – dies machte Rolf Becker gleich zu Beginn seines Vortrags klar und warf per Beamer eine bekannte Sternenkonstellation an die Leinwand, die viele als den „großen Wagen“ sehen würden. „Mit Kindern mache ich immer gerne den Versuch, dass sie aus den Sternenpunkten eigene Sternzeichen sehen und interpretieren sollen. Dabei kommen manchmal die verrücktesten Dinge heraus“, lachte Rolf Becker.

Unser Himmel, so wie er landläufig interpretiert wird, steckt voller Heldengeschichten. Im Sternbild Orion zum Beispiel sehen viele den gleichnamigen Jäger aus der griechischen Mythologie, der den Stier bezwungen hat. Versuche, den Zimmermann Josef und damit ein christliches Sternenbild im Orion zu erkennen, haben sich nicht durchgesetzt.

2.Was sich im Zeichen der Marke Subaru verbirgt

Die Automarke Subaru werden wohl nur die wenigsten mit dem Himmel in Verbindung bringen. Auch die Herscheider SGVer zeigten sich verwundert, als Rolf Becker plötzlich mitten während seines Sternenvortrags im Vereinsheim das Zeichen der Marke auf der Leinwand abbildete. Bei genauerem Hinsehen wird aber klar: Die Anordnung der Sterne im Logo ähnelt sehr stark der Stellung der Plejaden, einem hellen Sternenhaufen in unserer Galaxie. Dieses Sternbild heißt auf japanisch Subaru, zu deutsch „vereinen“, und weil es sich bei der Automarke um einen Firmenverbund handelt, wählten die Verantwortlichen das Sternbild Subaru als Vorbild für den Markennamen und das Logo, das die Sterne zeigt.

3. Eine Affäre begründet die Milchstraße

Warum heißt unsere Galaxie eigentlich Milchstraße? Rolf Becker gab die Antwort mit Hilfe einer griechischen Sage. Der oberste griechische Gott Zeus hatte sich mal wieder auf einen Seitensprung eingelassen. Aus dieser Nacht mit Alkmene entstand das Baby Herkules, das nur dann unsterblich werden konnte, wenn es göttliche Milch trinken würde. Weil Zeus wusste, dass seine Frau Hera nicht gerade begeistert von dem unehelichen Kind war, ließ er das Baby an Heras Brust saugen, als diese schlief. Dabei soll Hera erwacht sein, Herkules weggestoßen haben und die ganze göttliche Milch ist in den Himmel gespritzt und bildete die Milchstraße.

4. Der Krebs – zertreten, dann in den Himmel

Herkules beschäftigte die Herscheider auch im weiteren Verlauf von Beckers Vortrag. Unter anderem kam der Referent auf Herkules’ Kampf gegen die Hydra zu sprechen und zeigte dazu passend ein antikes Bild. Der Krebs an Herkules’ linkem Fuß fällt dabei nicht weiter auf, aber aus diesen Sekunden entstand der Mythologie zufolge das Sternbild Krebs. Zeus’ Frau Hera hatte das Tier entsandt, um der Hydra zu helfen, Herkules zu töten. Aber der Held besiegte nicht nur die Hydra, sondern zertrat auch den Krebs, den Hera dann in den Himmel setzte.

5. Zeus’ Liebschaften als Namen für Monde

Der Name Jupiter, der in fast allen Kulturen als größter Gott angesehen worden ist und die römische Bezeichnung für Zeus ist, ist uns unter anderem als Planet in unserem Sonnensystem bekannt. Als Galileo Galilei vier Himmelsobjekte erkannte, die um den Jupiter kreisen, gab man ihnen die Namen von Zeus’ Liebschaften: Io, Europa, Kallisto und Ganymed. Auch mit letzterem hatte Zeus eine Affäre; der oberste griechische Gott war sowohl Frauen als auch Männern zugetan. Inzwischen haben Astronomen zahlreiche weitere Jupiter-Monde entdeckt, insgesamt sind es 69 Stück. Referent Rolf Becker musste schmunzeln. „Die Namen von Zeus’ Liebschaften sind trotzdem noch nicht ausgegangen...“

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