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Früher Grundschule, bald Dorfladen: Umzug ist beschlossene Sache

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Von: Dirk Grein

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Besiegelten mit ihren Unterschriften die Zukunft des Dorfladens in der einstigen Grundschule: Das Vorstandsteam der Genossenschaft Nadja Jentsch (links) und Bettina Winkelmeyer (rechts) sowie Bürgermeister Uwe Schmalenbach (Mitte).
Besiegelten mit ihren Unterschriften die Zukunft des Dorfladens in der einstigen Grundschule: Das Vorstandsteam der Genossenschaft Nadja Jentsch (links) und Bettina Winkelmeyer (rechts) sowie Bürgermeister Uwe Schmalenbach (Mitte). © Grein, Dirk

Was sich seit Monaten abgezeichnet hat, ist jetzt beschlossene Sache: Der Dorfladen zieht um in den Altbau der Grundschule Hüinghausen. Und könnte schon bald eröffnet werden.

Herscheid – Laufen die weiteren Arbeiten nach Plan, dann könnte schon Mitte Mai Eröffnung am neuen Standort gefeiert werden. Die Vorfreude ist den ehrenamtlichen Helfern deutlich anzumerken. Für sie bietet dieser Umzug eine Menge Vorteile. Die reine Ladenfläche kann von jetzt etwa 75 auf bald 120 Quadratmeter vergrößert werden. Hinzu kommt mit der angrenzenden Pausenhalle ein zusätzlicher, großflächig verglaster Raum (rund 80 Quadratmeter plus die dazugehörigen Toilettenanlagen). Dieser kann für die regelmäßigen Treffen – wie zum Beispiel das Klön-Café oder den Männer-Stammtisch – genutzt werden. Bislang fanden diese Runden stets auf beengtem Platz im Laden statt.

Direkt vor dieser Halle bietet der einstige Schulhof die Möglichkeit für die Kunden, direkt vor dem Laden parken zu können. Die Parksituation am jetzigen Standort an der Alten Dorfstraße war stets problematisch. Zudem kann der Schulhof für größere Veranstaltungen des Dorfladens genutzt werden, ohne dass – wie bisher der Fall – Straßensperrungen nötig werden.

Erstes Fest in der neuen Umgebung

Ein erster Termin ist bereits in Planung: „Ich könnte mir vorstellen, dass wir unsere Maifeier mit einer Art Tag der offenen Baustelle verbinden können“, blickt der Aufsichtsratsvorsitzender der Dorfladen-Genossenschaft, Wolfgang Vöpel, optimistisch nach vorn. Mitte oder Ende Mai könnte dann die Eröffnung erfolgen.

Vöpel bezeichnet die Konstellation als Gewinn-Situation für alle Beteiligten. Der Dorfladen erhalte ein neues Zuhause in rundum sanierten Räumen. Und die Gemeinde freut sich über die Nachnutzung der Schule, wie Bürgermeister Uwe Schmalenbach betont: „Ich bin froh, dass das Gebäude nicht mehr leersteht und wieder Leben einzieht.“ Im Sommer 2021 fand bekanntlich der letzte Schultag in der Dorfschule statt, die vereint mit der Grundschule Herscheid im Bildungszentrum Rahlenberg eingezogen ist.

Dem Vernehmen nach waren sich die Gemeinde als Besitzer des inzwischen 100 Jahre alten Gebäudes und der Dorfladen rasch über die Kooperation einig. So half das Bauamt unter anderem bei der notwendigen Beantragung der Nutzungsänderung und auch bei den Hürden der Brandschutz-Auflagen. „Das hat perfekt funktioniert“, lobte Wolfgang Vöpel.

Dorfentwicklungskonzept für Hüinghausen: Bürger können ihre Ideen einbringen

Auch für die Nachnutzung der weiteren Hüinghauser Schulräume gibt es bereits erste Ideen, doch noch sei keine Entscheidung getroffen worden, betont Bürgermeister Uwe Schmalenbach: „Wir sind für viele Ideen offen.“ Die Schule und auch mögliche Neubaugebiete seien wichtige Themen, die im Rahmen eines Dorfkonzeptes für Hüinghausen aufgegriffen und besprochen werden sollen. Ähnlich wie bei dem Entwicklungskonzept für Herscheid sollen dabei die Anwohner Hüinghausens aktiv in den Prozess eingebunden werden und ihre Ideen für die Weiterentwicklung des Ortsteiles einbringen. Dieses Konzept sei bereits länger in Planung, die Umsetzung musste wegen Corona allerdings verschoben werden. Nun stellt der Bürgermeister eine Auftaktveranstaltung für Mai in Aussicht. Geplant seien im Verlauf Workshops in Präsenzform, aber auch digitale Angebote. Bis zum Jahresende soll das Konzept abgeschlossen sein. Die Umsetzung der darin beschriebenen Projekte soll durch Fördermittel ermöglicht werden.

Im Gegenzug übernimmt das Dorfladen-Team einen Großteil der vorbereitenden Maßnahmen und ist auch jetzt bei den umfangreichen Arbeiten zur Stelle. Schon vor dem Jahreswechsel wurden die ersten Schichten eingelegt: In Eigenleistung wurden beispielsweise alte Decken und Fußböden herrausgerissen. Dieses große ehrenamtliche Engagement sei typisch für Hüinghausen, hob der Bürgermeister hervor.

Inzwischen sind die Arbeiten weit fortgeschritten: Fachfirmen kümmerten sich um das Einziehen der neuen Decken, der Böden und die Elektrik. Die beim Umbau in einer Wand entdeckte Aussparung für die Ofenrohre, die einst zur Beheizung der Klassenräume benötigt wurden, sind nun Geschichte und inzwischen verfüllt.

Mehr Kundenzuspruch durch die Pandemie

„Das werden tolle Räume“, sprüht auch aus Bettina Winkelmeyer die Vorfreude. Das Vorstandsmitglied der Genossenschaft ist zugleich Ideengeberin des Dorfladens und stolz auf dessen Entwicklung. Blieben die Einkaufszahlen in der Anfangszeit manches Mal hinter den Erwartungen zurück, habe sich der Kundenzuspruch gebessert.

Bemerkenswert: Während der Corona-Pandemie seien die Umsätze gestiegen, weil viele Bürger das Einkaufen im Dorfladen für sich entdeckten. Im Vergleich zu großen Supermärkten bilden sich hier keine langen Warteschlangen an der Kasse, nennen die Helfer einen Vorzug. Diese Entwicklung des vergrößerten Kundenkreises soll am neuen Standort stabilisiert und fortgesetzt werden.

Mit ihren Unterschriften unter einen Nutzungsvertrag besiegelten der Bürgermeister (für die Gemeinde) sowie Bettina Winkelmeyer und Nadja Jentsch (für den Dorfladen) offiziell die Zusammenarbeit. Die Gemeinde überlässt den Altbau der Grundschule mietfrei dem Dorfladen. Damit entwickele sich das zentral gelegene Gebäude weiter – von einer Bildungseinrichtung zur Dorfbegegnungsstätte, was Wolfgang Vöpel als Aufwertung für ganz Hüinghausen wertet.

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