Gemeinde treibt Modernisierung voran / Hoffnung auf Förderung

Freibad enteilt der Schließungswelle

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Schritt für Schritt ist das Freibad in den letzten Jahren modernisiert worden. Das Plantschbecken (rechts) und der Nichtschwimmerbereich (Mitte) sind bereits fertiggestellt. Das Schwimmerbecken (links) hingegen ist fast 40 Jahre alt.

Herscheid - Sommerliche Temperaturen im Herbst – manch ein Herscheider sehnt sich angesichts der aktuellen Witterung eine kurzfristige Wiedereröffnung des Freibades herbei.

Die Saison allerdings ist seit vier Wochen beendet, die Schwimm-Meister haben sich kurz danach in ihren verdienten Urlaub verabschiedet. Auch aus wirtschaftlichen Gründen wäre eine Herbstöffnung nicht tragbar: Die Nachttemperaturen sind zu niedrig, das Wasser müsste mit Hilfe der Gasheizung aufgeheizt werden. 

Mit rund 65 000 Besuchern legte das Freibad ein Rekordergebnis hin, das sich auch bei den Einnahmen widerspiegelt. „Trotz Jahrhundertsommer bleibt das Freibad aber ein Zuschussbetrieb“, betonte Bürgermeister Uwe Schmalenbach im Rahmen der letzten Ratssitzung. 

Diese Gelegenheit nutzte das Gemeinde-Oberhaupt, um auf die Bedeutung von Frei- und Hallenbädern hinzuweisen: „Sie bieten die Möglichkeit Sport auszuüben und dienen darüber hinaus vor allem Gesundheits- und Freizeitaspekten. Hier wird die lebenswichtige Schwimmausbildung für Kinder angeboten.“ 

Finanzielle Zwänge stellten derlei Vorteile in vielen Kommunen in den Schatten. Nach Angaben des Bürgermeisters wurden deutschlandweit in den letzten zehn Jahren über 500 Bäder geschlossen. Umso erfreuter zeigte er sich, dass es vor Ort parteiübergreifender Wille ist, das Freibad zu erhalten. Für viele Bürger sei es zu einem Stück Heimat geworden, erzählte Schmalenbach. Dies sei bei der Feier zum 80. Geburtstag der Einrichtung Ende Juli einmal mehr deutlich zum Ausdruck gebracht worden. 

Genau diese habe aber auch die Herausforderungen für die Zukunft aufgezeigt. Das Schwimmerbecken hat mit fast 40 Jahren seine erwartete Lebensdauer deutlich überschritten. Eine Sanierung kann allein aufgrund der zunehmenden Wasserverluste nicht auf die lange Bank geschoben werden. Aktuelle Berechnungen zufolge fallen dafür Kosten in Höhe von rund 1,8 Millionen Euro an. 

Geld, das die Gemeinde in einem „Schwung“ nicht aufbringen kann. Wie schon bei der Erneuerung des Nicht-Schwimmerbereichs soll die Finanzierung über mehrere Jahre gestreckt werden. Unterstützung von Seiten des Landes wäre dem Bürgermeister dabei natürlich lieb. Dass dies möglich ist, zeigt der Blick nach Hessen, wo die Landesregierung ein Förderprogramm auflegt. „Das wäre ein gutes Vorbild für NRW“, sagt Schmalenbach. 

Für ein entsprechendes Förderprogramm des Bundes hat sich die Gemeinde zwar beworben. Die Erfolgsaussichten, dabei den Zuschlag zu erhalten, seien allerdings eher gering, schätzt der Bürgermeister. 

Auch ohne Förderprogramm will sich der Gemeinde des Projektes annehmen. Der eingebrachte Doppel-Haushalt enthält eine Anfinanzierung für das Jahr 2020, die im Folgejahr fortgesetzt werden soll. Mindestens zwei Sommer lang muss das Herscheider Schwimmerbecken also mindestens noch durchhalten, ehe es erneuert wird.

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