„Kommt weg vom Rechner und sucht das direkte Gespräch“

Schluss mit den Facebook-Beleidigungen: CDU fordert Nörgler zum Dialog auf

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Der neu gewählte Vorstand der CDU Herscheid um ihren Vorsitzenden Sebastian Moos (Dritter von links) stimmt sich zunächst auf den Europawahlkampf ein, um anschließend die Weichen für die Kommunalwahl 2020 zu stellen.

Herscheid – Die Arbeit in der Kommunalpolitik wird zunehmend schwieriger. Neben der problematischen Mitgliedergewinnung sehen sich die Parteien auf lokaler Ebene immer häufiger mit Kritik konfrontiert. 

Die CDU Herscheid ging auf ihrer Jahreshauptversammlung in die Offensive und sucht den Dialog mit den Nörglern. Aktuelles Beispiel sei die Neugestaltung des Alten Schulplatzes, die nicht nur auf Zustimmung stößt. 

„Betonwüste“ und „Sternplatz 2.0“, so bewerten einige Personen die Ortsmitte. Über Geschmack lasse sich bekanntlich streiten. Doch die Nörgler seien in ihrer Meinung festgefahren und haben die Ratsmitglieder als Zielscheibe ihrer Schelte ausgewählt. 

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Eberhard Kaufmann sprach davon, dass die Kommunalpolitiker zum Teil beleidigender Kritik ausgesetzt seien. Ein Dialog sei in den meisten Fällen nicht möglich, aus Sicht Kaufmanns aber unbedingt wünschenswert. Er lud die Personen ein, sich aktiv in die Ratsarbeit und die Gestaltung der Gemeinde einzubringen. 

Auch der Vorsitzende Sebastian Moos zeigte sich enttäuscht: Die Kritik werde zumeist über das soziale Netzwerk Facebook geäußert. Er forderte die „Miesepeter“ auf, weniger übereinander und stattdessen mehr miteinander zu reden: „Kommt weg vom Rechner und sucht das direkte Gespräch.“ 

Moos verwies darauf, dass die Ausschuss- und Ratssitzungen in der Regel öffentlich und die Kontaktdaten zu den CDU-Mitgliedern im Internet zu finden sind. Der Vorsitzende betonte in diesem Zusammenhang, dass die Gestaltung des Schulplatzes nicht etwa hinter verschlossenen Türen im Rathaus festgelegt worden sei. Der Prozess sei unter großer Beteiligung der Bürger vorangebracht worden. 

Das Resultat könne sich sehen lassen, meinte Moos, der sich darüber freute, dass die kleine Gemeinde mit der Umsetzung eines solchen Großprojektes einen „Jackpot gezogen“ hat. 

Bürgermeister Uwe Schmalenbach ging in seinem Grußwort ebenfalls auf den Schulplatz ein, der nach fast 20-jähriger Diskussion ein attraktiveres Erscheinungsbild habe. Über die Gestaltung könne man verschiedener Meinung sein, sagte der Bürgermeister: „Aber es ist wichtig, dass sich an dieser Stelle etwas tut.“ 

Außerdem erinnerte Schmalenbach daran, dass das Gesamtprojekt Ortsmitte damit noch nicht beendet sei. In einem nächsten Schritt sollen die Bereiche Oberdorfstraße und Kirchplatz weiterentwickelt werden. Und auch die Anbindung der Straße Am Markt an den Alten Schulplatz möchte der Bürgermeister nach gescheitertem ersten Versuch noch nicht abschreiben.

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