Flüchtlinge erzählen ihre Geschichte / Situation der neuen Mitbürger kennenlernen

Von Syrien nach Herscheid

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Auf welcher Route sind die Menschen nach Herscheid gekommen? Anhand von Karten und Bildern bereiten die Flüchtlinge gemeinsam mit den ehrenamtlichen Flüchtlingshelfern einen Informationsabend vor, bei dem sie mit den Bürgern ins Gespräch kommen wollen.

HERSCHEID - Unterbringung, Versorgung, Beschäftigung: Bislang wurde in Herscheid oft nur über die Flüchtlinge geredet, aber selten mit ihnen. Genau das soll nun geändert werden.

"Unterwegs in ein anderes Leben“, unter diesem Slogan wird am Mittwoch, 15. November, zu einem Vortrags- und Gesprächsabend eingeladen. 

Diesen wollen die Flüchtlinge nutzen, um sich und ihre Situation in Herscheid vorzustellen. Die 17-jährige Berwan Hassan ist eine der Rednerinnen des Abends. 

Sie lebt seit über einem Jahr gemeinsam mit ihren Eltern und ihren Brüdern in einer für sie fremden Welt, in der beschaulichen Ebbegemeinde. Ihre Heimat, die Millionenstadt Aleppo in Nord-Syrien, mussten sie hinter sich lassen. „Ich möchte unbedingt unsere Geschichte erzählen“, sagt Berwan. 

Berührungsängste nehmen, Aufklärungsarbeit leisten, Interesse an den neuen Mitbürgern wecken – all diese Ziele werden mit dieser ersten Veranstaltung verbunden. Bei entsprechendem Interesse sind weitere Gesprächsabende mit anderen Länder-Schwerpunkten geplant; der Auftakt ist ausschließlich Syrien gewidmet. 

Zu Beginn wird Prof. Dr. Sabine Mangold-Will vom Historischen Institut Köln die politische und historische Entwicklung des Landes beleuchten. In einer kurzen Pause werden Tee und Gebäck gereicht. Für die musikalische Umrahmung sorgen syrische Flüchtlinge mit landestypischen Klängen. 

Die Politikwissenschaftlerin Barbara Naguib, die als Moderatorin durch den Abend führt, wird im Anschluss zu den Einzelvorträgen der Herscheider Flüchtlinge überleiten. Sie werden mit Bildern und anhand von Landkarten die Routen nachzeichnen, die sie auf ihren Wegen von Syrien nach Herscheid auf sich genommen haben. 

Außerdem werden sie ihr neues Leben beschreiben und Einblicke in die vielfältigen Probleme des Alltags geben. Wichtige Hilfe erhalten sie vor Ort von den ehrenamtlichen Flüchtlingshelfern. 

Von der Leitung der Sprachkurse in der Rahlenbergschule, über die Unterstützung bei Behördengängen und Schriftverkehr, bis hin zur Suche nach Arbeitsplätzen und dem Abholen von Familiennachzüglern am Flughafen – auf freiwilliger Basis leisten die Helfer unverzichtbare Integrationsarbeit. Dazu zählt auch die gemeinsame Vorbereitung auf den ersten Vortrags- und Gesprächsabend, zu dem alle Interessierten herzlich eingeladen sind. 

Beginn ist um 19.00 Uhr im Bürgersaal des Rathauses; der Eintritt ist frei.

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