In die Jahre gekommenes Vereinsheim wird abgerissen und durch Neubau ersetzt

Fliegergruppe plant für 2018 ein „Jahrhundertbauwerk“

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Flieger-Chef Daniel Gärtner (rechts) zeigt den Mitgliedern des Plettenberger Sportausschusses die Garagen am Habbel. Der Flugzeugpark umfasst fünf Segelflugzeuge, davon zwei Doppelsitzer, ein Ultraleichtflugzeug und zwei Motorflugzeuge.

HERSCHEID - Die Zeiten des alten Cabrio-Baus sind endgültig gezählt: Im nächsten Jahr wird sich die Fliegergruppe Plettenberg-Herscheid einen lang gehegten Wunsch erfüllen und ein neues Vereinsheim bauen.

Historischer Moment am Habbel: Zum ersten Mal in der 85-jährigen Vereinsgeschichte der Fliegergruppe war der Sportausschuss aus Plettenberg zu Gast. Vereinsvorsitzender Daniel Gärtner nutzte die Chance, um seine Besucher nach einem Rundgang durch die „heiligen Hallen“ von der Notwendigkeit des Neubaus zu überzeugen. 

Zunächst gab Gärtner einen Einblick in die Geschichte des Vereins, der am 26. Mai 1932 in Plettenberg gegründet wurde. Die Heimat des Vereins liegt jedoch in Hüinghausen, genauer gesagt in den Habbel-Wiesen, wo bereits ein Jahr nach der Gründung das erste Fliegerfest rund 5 000 Besucher anlockte. Der heimische Flugpionier Ernst E. Fastenrath spendierte dem Verein schließlich im Jahr 1962 das Vereinsheim, das im Laufe der Jahrzehnte gelitten hat, betonte Gärtner. 

Seitdem Sturm „Kyrill“ das Dach des Gebäudes weggeweht hat, trägt dieses den wenig schmeichelhaften Kosenamen „Cabrio-Bau“. Auch der Boden hängt inzwischen durch und bewegt sich. „Eine Sanierung an dieser Stelle macht keinen Sinn mehr“, erklärte der Vorsitzende. Der Verein habe sich dazu durchgerungen, das jetzige Vereinsheim abzureißen und durch einen Neubau ersetzen zu lassen. Ein Entschluss, der bei der Jahreshauptversammlung einstimmig begrüßt wurde. 

Seither befasst sich ein Planungsausschuss intensiv mit den aufwendigen Vorbereitungen. Von den anfänglichen Träumen eines doppelstöckigen Gebäudes hat man sich längst verabschiedet. Die aktuell vierte Skizze sieht einen recht einfach gehaltenen Bau mit angeschlossenem Schulungsraum vor. Die neue Kantine soll durch eine Art verglasten Wintergarten den Blick auf das Dorf Hüinghausen und das Geschehen auf dem Flugplatzgelände (und darüber) ermöglichen. 

Ob nun in Ständerbauweise oder gemauert – diese Fragen will das Planungsgremium in den kommenden Wochen klären, ehe im Rahmen einer außerordentlichen Jahreshauptversammlung die Planung von allen Mitgliedern abgesegnet werden kann. Einen festen Zeitplan gibt es zwar aktuell noch nicht. Der Vorstand hat sich jedoch als Ziel gesetzt, die Maßnahme im nächsten Jahr komplett umzusetzen. 

Nach Möglichkeit soll kurz nach dem Jahreswechsel der Abriss der alten Kantine aufgenommen werden. Ob der Neubau bereits vor Saisonbeginn im Frühjahr bezugsfertig ist, hängt sowohl vom Wetter, aber auch vom Bauumfang ab. Dieser wiederum wird maßgeblich vom Geldbeutel bestimmt: Die Flieger sind bemüht, die finanziellen Anstrengungen so gering wie möglich zu halten, unter anderem durch einen großen Anteil an Eigenleistung. Dennoch werden für die Realisierung dringend Zuschüsse und Sponsorengelder benötigt. 

Für den kleinen Verein – dem aktuell 130 Mitglieder (davon 60 aktive) angehören – bedeutet dieses Projekt einen Meilenstein. Daniel Gärtner sprach gar von einem „Jahrhundertbauwerk“, das dafür sorgen werde, dass der Flugsport langfristig am Habbel eine Heimat hat. Hoffnung und Freude bereitet dem Vorsitzenden indes bereits jetzt die starke, engagierte Jugendabteilung. Dieser gegenüber sei der Verein verpflichtet, in die Zukunft zu investieren. Daniel Gärtner sagte: „Wir wollen unserem Nachwuchs etwas hinterlassen, das Bestand hat.“

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