Rauchmelder hängen noch nicht in allen Kinderzimmern

Feuerwehr erklärt den Ferienkindern das richtige Verhalten bei Gebäudebränden

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Jugendfeuerwehrwart Dennis Fuchs (links) legt den Ferienkindern eine Fluchthaube an. Bei Gebäudebränden wird diese bei der Rettung von Personen verwendet, damit diese die giftigen Dämpfe nicht ungefiltert einatmen müssen. 

Seit Anfang des Jahres gilt in Nordrhein-Westfalen eine Rauchmelderpflicht für alle Wohnungen. Das scheinen einige Herscheider Eltern noch nicht verinnerlicht zu haben.

"Wer kennt dieses Gerät hier?“, fragt Sebastian Jülich, der in seinen Händen einen Rauchmelder hält. Die Finger der zwölf Holiday Kids, die das Feuerwehrgerätehaus an der Bahnhofstraße besuchen, schnellen in die Höhe.

Doch der Herscheider Löschgruppenleiter bohrt nach: „Wer hat denn einen solchen Melder in seinem Kinderzimmer hängen?“ – diesmal gibt es keine eindeutige Antwort; ein Großteil der Ferienkinder nickt zwar, doch es gibt auch einige unentschlossene Kinder. Manche sind sich nicht ganz sicher, ein Mädchen verneint schließlich die Frage. Sebastian Jülich geht es bei dieser Fragerunde nicht darum, jemanden an den Pranger zu stellen. 

Stattdessen legt er allen Kindern ans Herz, den Eltern zu erzählen, wie wichtig Rauchmelder sind. „Diese Geräte können Leben retten“, betont er und erklärt auch warum. Tritt ein Wohnungsbrand nachts auf, dann nehmen ihn nur die wenigsten Hausbewohner wahr, weil sie schlafen. 

Neben den Flammen, die sich dann uneingeschränkt ausbreiten können, ist vor allem der giftige Rauch gefährlich, den die Schlafenden einatmen. „Nach nur zwei Atemzügen wird man bereits ohnmächtig“, warnt Jülich. Genau deswegen seien die Rauchmelder überlebenswichtig, da sie wesentlich empfindlicher sind als die menschliche Nase. 

Der Experte zeigt den Kindern das Innenleben eines Gerätes und erklärt die Funktionsweise: Dringt Rauch in das Gerät ein, wird eine Lichtschranke unterbrochen – sofort löst ein lauter Pieps-Ton aus. Per Knopfdruck verdeutlicht Jülich die Lautstärke, alle Ferienkinder halten sich die Ohren zu. 

„Da wird sogar mein Papa wach“, lacht ein Junge. Doch wie sollen sich die Kinder verhalten, wenn sie nachts von diesem Geräusch geweckt werden? Da sich die Brandgase zunächst unter der Decke sammeln, sollte man sich auf den Boden knien und robben. Nach Möglichkeit sollten die Kinder das Zimmer verlassen und die Eltern suchen. Falls dies nicht geht, „dürft ihr euch auf gar keinen Fall im Zimmer verstecken, damit die Feuerwehr euch schnell finden können“, erklärt Jugendfeuerwehrwart Dennis Fuchs. Er zeigt den Kindern eine Fluchthaube, die die Feuerwehr bei Zimmerbränden mitbringt, um die Personen vor dem giftigen Rauch zu schützen. 

Damit die Rettungskräfte zügig zu einem Brandfall ausrücken können, muss der Notruf richtig abgesetzt werden. Die Ferienkinder üben dies in der Praxis (am Übungstelefon) und lernen die W-Fragen kennen: Was ist passiert? Wo ist es passiert? Wie viele sind beteiligt? Wie ist die Person verletzt? 

Warten auf Rückfragen. Vom Großbrand im Rewe bis hin zum Kurzschluss im Kinderzimmer werden viele Szenarien durchgespielt. Der Besuch der Ferienkinder wird plötzlich unterbrochen. „Ich rieche Rauch“, ruft eine Junge. Und tatsächlich ist der Flur des Gerätehauses voller hellem Qualm. 

Mit einer Nebelmaschine simuliert das Feuerwehr-Duo einen Zimmerbrand. Während die Rauchmelder auf den Fluren auslösen, werfen die Kinder einen Blick in das Zimmer, in dem die Nebelmaschine steht. „Da sieht man ja fast gar nichts“, staunen sie. Bei einem echten Brand „ist die Sicht noch geringer, weil der Rauch schwarz ist“, erinnert Dennis Fuchs. Umso wichtiger, dass die Hausbewohner rechtzeitig auf einen Brand aufmerksam werden – durch das laute Piepsen eines Rauchmelders.

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