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Fast wie vor Corona: Hier wird ausgelassen ein Oktoberfest gefeiert

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Von: Dirk Grein

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Eingehakt und mitgeschunkelt: Endlich können Bewohner und Mitarbeiter wieder gemeinsam im Bistro feiern.
Eingehakt und mitgeschunkelt: Endlich können Bewohner und Mitarbeiter wieder gemeinsam im Bistro feiern. © Foto: Grein

Ein Nachmittag der vielen Neustarts sorgte für ausschließlich glückliche Gesichter im Seniorenzentrum. Dort feierten Bewohner, Mitarbeiter und Helfer ein Oktoberfest, das getrost als weitere Annäherung in Richtung Normalität bewertet werden kann.

Herscheid - Mundschutz, Desinfektionsmittel, regelmäßiges Lüften – natürlich ist auch im Seniorenzentrum das Thema Corona längst nicht ad acta gelegt worden, behält der Schutz der Senioren und der Mitarbeiter unverändert höchste Priorität. Doch das hausintern erstellte und durch Anpassungen stets erneuerte Schutzkonzept ermöglichte eine stimmungsvolle Feier, die für alle Beteiligten erlösend wirkte.

Das Bistro

Der zentrale Anlaufpunkt des Seniorenzentrums war mehr als eineinhalb Jahre als solcher „außer Betrieb“. Stattdessen wurden im Bistro Schnelltests und auch Impfungen durchgeführt. Gemeinsame Feste waren jedoch nicht möglich: Aktionen fanden vorübergehend lediglich auf den Wohnbereichen statt, die strikt voneinander getrennt wurden.

„Wir sind froh, dass wir das Bistro nun wieder nutzen können“, sagt Angelina Hoffmann, Leitung Sozialer Dienst. Sie betont, dass den Bewohnern – im Rahmen der eingeschränkten Möglichkeiten – auch in den vergangenen Monaten viele Aktionen angeboten wurden. Der Alltag sei dadurch zwar anders, aber nicht eintönig gewesen.

Die Bewohner

Die Freude bei vielen der 60 Senioren, die in der Einrichtung leben, war am Montag in den Gesichtern abzulesen. Einige hatten sich in Lederhose und kariertem Hemd dem Anlass entsprechend gekleidet; alle trugen die zuvor selbst gestalteten blau-weißen Herzketten um den Hals.

Neue Besuchsregeln und dritte Impfungen

Seit Anfang Oktober gilt ein neues Besuchskonzept für das Seniorenzentrum: Angehörige und Bekannte können Bewohner nun ohne Termin besuchen, sie müssen sich aber bei Ankunft am Empfang melden. Danach erfolgt das Monitoring: Dazu zählt neben dem Fiebermessen und dem Erfassen von persönlichen Daten der zu erbringende 3 G-Nachweis. Wer nicht geimpft oder genesen ist, muss einen negativen Schnelltestnachweis (nicht älter als 48 Stunden) vorzeigen können. An drei Tagen in der Woche sind auch Schnelltests vor Ort möglich. Derweil ist ein erster Teil der Bewohner zum dritten Mal gegen das Coronavirus geimpft worden. Die beiden heimischen Arztpraxen teilen sich diese Booster-Impfung auf; die nächsten Termine sind für die erste Novemberwoche geplant. „Bislang sind bei den Geimpften keine Nebenwirkungen aufgetreten“, sagt Einrichtungsleiterin Anke Dahlhaus. Das Angebot der Drittimpfung besteht auch für Mitarbeiter.

Die Senioren schunkelten, klatschten, lachten und tanzten, sie genossen die Gemeinschaft und das gebotene Programm. „Auf diesen Nachmittag haben sie sich alle gefreut“, wusste Angelina Hoffmann zu berichten.

Die Helfer

Selbiges trifft auch auf die ehrenamtlichen Helfer zu. Auch sie mussten lange Zeit auf den Kontakt zu den Bewohnern verzichten, nun sind sie wieder Bestandteil der Seniorenzentrum-Familie. Und sie hatten gemeinsam mit dem Sozialen Dienst allerhand vorbereitet: Der obligatorische Fassanstich beim Oktoberfest durfte nicht fehlen, genau wie die passende Dekoration in den bayerischen Landesfarben.

Am Nagelbalken war Fingerspitzengefühl gefragt, bei einem Schätzspiel hingegen wurde fleißig gerätselt. Und die Mitarbeiter aus der Küche steuerten herzhafte Leckereien bei: Zum krönenden Abschluss wurden den Senioren Leberkäse und Kartoffelsalat serviert.

Singen mit FFP 2-Maske – eine besondere Herausforderung für Ingeborg Rath und Bernd Losert.
Singen mit FFP 2-Maske – eine besondere Herausforderung für Ingeborg Rath und Bernd Losert. © Foto: Grein

Die Band

Beim Sommerfest des Seniorenzentrums hatte das Duo Sonnenherz bereits vor dem Bistro und auf Abstand zu den Bewohnern gespielt. Nun aber war die Band wieder mittendrin im Geschehen, lieferte Stimmungshits wie den Holzmichel und besang die roten Rosen.

Dies alles unter besonderen Umständen: Denn das Singen im Bistro – einem geschlossenen Raum – war Ingeborg Rath und Bernd Losert nur gestattet, wenn sie eine FFP 2-Masken trugen. „Das ist für uns eine besondere Herausforderung“, gestand der Herscheider Bernd Losert, der sich jedoch generell freute, dass die Anfragen für das Duo Sonnenherz wieder zunehmen und die Auftritte weiter gut angenommen werden. „So macht uns das Freude“, beschrieb Ingeborg Rath die Stimmung im Bistro.

Fliegende Tänzerinnen vor dem Bistro: Die Volkstanzgruppe Nussknacker freute sich über den ersten Auftritt seit Langem.
Fliegende Tänzerinnen vor dem Bistro: Die Volkstanzgruppe Nussknacker freute sich über den ersten Auftritt seit Langem. © Foto: Grein

Die Tänzer

Einen Kaltstart wagten die Nussknacker: Für das Ensemble aus Lüdenscheid war es der erste öffentliche Auftritt seit Pandemiebeginn. „Und das hat gut geklappt“, zog Anke Dahlhaus ein erfreutes Fazit. Die Leiterin des Seniorenzentrums leitet in ihrer Freizeit die Volkstanzgruppe, die nach langer Übungsabendpause schnell wieder die richtigen Schritte fand.

Weil das Wetter mitspielte, konnte dieser Auftritt auf dem Platz vor dem Bistro stattfinden: Bei geöffneten Türen hatten die Senioren besten Blick auf die Tänzer in ihren einheitlichen Trachten, die erst nach einer eingeforderten Zugabe mit Applaus verabschiedet wurden.

Der Ausblick

Die nächsten Termine sind bereits in Planung; dazu zählt unter anderem das Weihnachtsbaumbegießen Ende November. „Zum Fest ist wieder einiges möglich“, freut sich Anke Dahlhaus. Das Generationenprojekt und die damit verbundenen Besuche von Kindergruppen sind jedoch aus Vorsichtsgründen weiter „auf Eis“ gelegt.

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