Antonio Speranza verlagert seinen Fahrzeughandel an anderen Standort

Erster Presswerk-Mieter zieht aus

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Seit fast zwei Jahren hat Antonio Speranza einen Teil der Presswerk-Garagen und eines Abstellplatzes davor gemietet. Nun hat der Herscheider mit dem Abtransport seiner Fahrzeuge begonnen.

Herscheid – Kontrollen durch das Kreis-Ordnungsamt, Besuche der Polizei, Beschwerden der Anwohner über nächtliche Aktivitäten. Auf dem Papier steht das Gebäude der einstigen Firma Presswerk an der Hohle Straße zwar leer, doch die Realität sieht anders aus

Nachdem die Heimatzeitung in der Vorwoche zum wiederholten Mal über die dubiosen Zustände rund um das zerfallene Firmengebäude berichtet hatte, meldet sich nun Antonio Speranza zu Wort. Der Herscheider hat im März 2017 ein Gewerbe angemeldet. Er handelt mit Autos und Autoteilen. Sein Standort war bislang noch das Presswerk. 

„Ich habe vor zwei Jahren einen Mietvertrag unterschrieben“, erzählt Speranza. Er sei damals auf der Suche gewesen nach Garagen und Unterstellmöglichkeiten in der Nähe. Über Bekannte erhielt er den Hinweis, in seiner Nachbarschaft nachzuhören. Er setzte sich in Verbindung mit dem Besitzer der Immobilie und unterschrieb einen Vertrag. 

Entsprechend überrascht reagiert der Herscheider auf die Berichterstattung der Heimatzeitung. Dass das Gelände nicht mehr gewerblich genutzt werden darf, weil die Gemeinde den Bebauungsplan für diesen Bereich entsprechend geändert hat, „davon wusste ich nichts“, sagt der 49-Jährige. Dies sei letztlich ja auch Sache des Vermieters, nicht des Mieters. 

Er selbst habe regelmäßig seine Miete für die Lagerfläche (die direkt an den Netto-Markt grenzt) gezahlt, um an seinen dort abgestellten Fahrzeugen arbeiten zu können. „Bei mir läuft alles vollkommen legal ab“, betont der Herscheider. Damit antwortet er indirekt auf die Fragen, die ein Anwohner in der letzten Sitzung des Bau- und Planungsausschusses gestellt hatte („Was passiert denn da? Ist das alles legal?“). 

Besuch von der Polizei oder vom Kreis-Ordnungsamt habe er nicht erhalten, sagt Speranza. Davon sei vermutlich der zweite Mieter der Hallen betroffen, der in einem anderen Bereich des weitläufigen Firmenareals ebenfalls an Fahrzeugen herumschraubt. Aber auch diese Arbeiten seien mit dem Vermieter abgesprochen, vermutet Speranza keine illegalen Machenschaften der Autotüftler. 

Er selbst fürchtet aufgrund der aktuellen Entwicklungen um seinen guten Ruf. Daher hat er sich kurzfristig nach einem neuen Stellplatz für seine Fahrzeuge umgesehen und hat diesen bei einem Freund gefunden. Bis zum Ende dieser Woche will er alle Autos vom Presswerk-Gelände abgezogen haben. Das Mietverhältnis habe er bislang noch nicht gekündigt, doch dies sei nur eine Frage der Zeit (und des Geldes). 

„Ich gehe freiwillig, weil ich in Ruhe weiterarbeiten und keinen Stress haben möchte“, betont der 49-Jährige, der Verständnis für die Planungen der Verwaltung zeigt, die sich an der Hohle Straße anstelle der industriellen Nutzung barrierefreien Wohnraum wünscht. Beim Betrachten der inzwischen unansehnlichen Firmenbaracken sagt Speranza: „Ich bin auch der Meinung, dass hier etwas passieren sollte.“ Aber das sei ja nicht seine Aufgabe, sondern die des Vermieters.

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