Kirchensanierung

Besprechungen zur Sanierung der Herscheider Apostelkirche schreiten voran

+
Pfarrer Bodo Meier (links) erklärte, dass man noch keinen Favoriten unter den Renovierungsplänen habe.

Herscheid – Bereits seit dem Sommer 2018 steht die Evangelische Kirchengemeinde Herscheid mit ihren Mitgliedern und interessierten Bürgern im Austausch bezüglich der dringend notwendigen Sanierung der Apostelkirche.

Schon damals verglich Pfarrer Bodo Meier die Situation mit einer „Wohnzimmer-Renovierung“, bei der man sich ebenso frage, welche Einrichtungsgegenstände erhalten bleiben beziehungsweise entfernt werden sollen. Damit beschäftigen sich auch die vier verschiedenen Gestaltungspläne, deren jeweiligen Konzepte mittlerweile vorgestellt wurden. Sie unterscheiden sich vor allem bei der Anzahl an Ausstellungsstücken, aber auch hinsichtlich der Anordnung von Sitzgelegenheiten und Apostel-Bildern.

Im Vorfeld der Konzept-Erstellung haben zudem die vielen Baustile eine wichtige Rolle gespielt, die sich – nach Einschätzung der Denkmalbehörden – bisher ungeordnet und etwas willkürlich über den ganzen Kirchraum verteilen würden. Daher stellte sich Architektin Cathrin Brückmann die Frage, warum die völlig unterschiedlichen Stile nicht sortiert werden.

Zahlreiche Interessierte waren erschienen. Ihre Ideen sollen bei der Planung der Maßnahmen möglichst berücksichtigt werden.

So könne etwa eine „barocke Ecke“ im Orgelfeld eingerichtet werden, wie es zum Beispiel im zweiten Gestaltungsvorschlag der Architektin dargestellt ist. Alle Konzepte haben übrigens die Gemeinsamkeit, dass es weniger Bänke als bislang geben soll. „Die aktuelle Struktur ist sehr unregelmäßig und unruhig. Manche Personen müssen sogar vor einer Säule sitzen“, erläuterte Brückmann ihre Analyse des Ist-Zustandes und wies zugleich auf einen ihrer Vorschläge hin: „Die ersten Bänke könnten durch Stühle ersetzt werden.“ Die Zahl der Sitzplätze würde sich damit leicht verringern.

Gläubige beim Prozess mitnehmen

Dass Stühle in der Kirche durchaus auf große Zustimmung stoßen, zeigte sich bei der anschließenden Diskussion mit zahlreichen Teilnehmern. Dabei machten Bodo Meier und die Mitglieder des Presbyteriums deutlich, dass bis jetzt noch keiner der vier Pläne favorisiert und noch nichts festgelegt wurde. Stattdessen sollen alle Interessierten bei diesem Prozess mitgenommen werden.

Die ersten Reaktionen zu den Sanierungsplänen sind positiv: Besonders lobend hervorgehoben wurde das Motto „weniger ist mehr“, wodurch die Kirche selbst in den Fokus rücken könnte. Auch die Einzelbestuhlung in Kombination mit Bänken würden viele Gemeindemitglieder begrüßen.

Der Planungsvorschlag 2 enthält eine barocke Ecke, wie Architektin Brückmann im Rahmen des Treffens erklärte.

Ein mehrfach geäußerter Wunsch ist die Entstehung eines Mittelganges, der gerade für Hochzeiten gebraucht würde. Lautstarken Applaus bekam während der Informationsveranstaltung die Idee, den Altar-Aufbau in der Nische der südlichen Kirchenseite zu platzieren. Die Apostel-Bilder könnten derweil nach einer erfolgreichen Restauration etwas tiefer aufgehängt und trotzdem geschützt an der Wand befestigt werden. Angesprochen wurde zudem die Altarplatte, die als erhaltenswert eingestuft wird.

All’ die Wünsche und Meinungen jener Herscheider, die sich am Prozess beteiligt haben oder ihre Ansichten noch äußern möchten, fließen in die Entscheidungsfindung der evangelischen Gemeinde ein, wie Bodo Meier betont: „Wir nehmen alles mit und werden in sorgfältiger Absprache mit den Denkmalbehörden entscheiden, wie es weitergeht.“

Am 16. Dezember will dann das Presbyterium erste Beschlüsse zum neuem Innenraum der Apostelkirche fassen. Danach sollen die Fragen zur Heizungsanlage, Toiletten und Finanzierung der Sanierungsarbeiten beantwortet werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare