Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks

Erfolg auf Bundesebene für Jan Dreißigacker

+
An einer Fräsmaschine wie dieser fertigte Huss-Mitarbeiter Jan Dreißigacker seine Bauteile für das Bundesfinale an. Seine Leistungen wurden mit einer Goldmedaille, einer Urkunde sowie einem Schal des Bundesverbandes Metall belohnt.

Herscheid - Das hat es in der Geschichte der Firma Huss noch nicht gegeben: Mit Jan Dreißigacker hat das Hüinghauser Familienunternehmen erstmals einen der besten Gesellen deutschlandweit in seinen Reihen

Seine Ausbildung zum Feinmechaniker hat der 28-Jährige zwar bereits im Januar abgeschlossen. Doch am Wochenende konnte Dreißigacker, den viele als Torwart und Vorstandsmitglied des TuS Herscheid kennen, späte und umso überraschendere Früchte seiner Arbeit ernten. 

Für den praktischen Teil seiner Gesellenprüfung hatte er einen Parallelgreifer angefertigt. Dieser erhielt derart gute Benotungen, dass sich der Herscheider für den Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks NRW qualifizierte. Aus 25 000 Teilnehmern wurden Ende Oktober im Beisein des Ministerpräsidenten Armin Laschet 81 Landessieger geehrt – einer davon war Jan Dreißigacker. „Schon damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet“, gesteht der Huss-Mitarbeiter. 

Getoppt wurde das Erlebte am letzten Wochenende beim Bundeswettbewerb in Northeim (Südniedersachsen): In der dortigen Berufsschule für Metaller stand am Donnerstag zunächst das gegenseitige Kennenlernen der Konkurrenten auf dem Plan. „Wir haben uns auf Anhieb gut verstanden“, erzählt der Herscheider von einem freundlichen Miteinander. 

Am Freitag wurde es dann ernst: Vormittags standen zwei theoretische Prüfungen an, bei denen computergesteuerte Dreh- und Fräsprogramme komplettiert werden mussten. „Das Drehen hatte ich vorher noch nicht gemacht und habe mir das quasi selbst beigebracht“, lacht Dreißigacker. Ohnehin hatte er in der Vorwoche kaum Zeit für die Vorbereitung auf den Wettbewerb, weil er mitten in den Meisterprüfungen steckt. Die gezeigte Leistung ließ dies aber nicht erahnen. 

Beim Praxisteil, bei dem zwei Bauteile per Hand gefräst werden mussten, waren Genauigkeit und Eile gefragt; die Toleranz lag bei 0,02 Millimeter, dabei standen den Teilnehmern nur drei Stunden zur Verfügung. „Bei mir scheint das ganz gut geklappt zu haben“, gibt sich der 28-Jährige bescheiden. Er war platt, als Moderatorin Michaela Padberg bei der Festveranstaltung am Samstag seinen Namen verkündete. Als Bundessieger für den Bereich Feinwerkmechaniker erhielt er aus den Händen von Erwin Kostyra, Präsident des Bundesverbandes Metall, eine Goldmedaille, eine Urkunde sowie einen Schal. 

Rasch machte die Nachricht über das erfolgreiche Abschneiden gestern die Runde bei den 32 Mitarbeitern der Firma Huss. Entsprechend viele Gratulationen konnte Jan Dreißigacker entgegennehmen. Und auch in der Chefetage sorgt das gute Abschneiden des Herscheiders für Freude. „Darauf können wir natürlich stolz sein“, sagt Geschäftsführer Thomas Birkelbach. Er erinnert sich daran, dass sich bereits vor zwölf Jahren ein Huss-Geselle für das Bundesfinale qualifiziert hatte. „Aber einen Bundessieger hatten wir noch nie in unserem Unternehmen“, erzählt Birkelbach.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare