Herscheider Schüler kennen sich im Wald sehr gut aus

Lob aus erfahrenem Munde für die 72 heimischen Teilnehmer der Waldjugendspiele

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Sechs Meter? 15 Meter? Oder etwa größer als 22 Meter? Waldpädagoge Axel Dohmen (rechts) zeigt einer Hüinghauser Schülergruppe, wie sie mit Hilfe der Stock-Probe die Größe eines Baumes bestimmen kann.  

Der Spielberg wurde gestern Morgen zu einem großen grünen Klassenzimmer, in dem die Teilnehmer der Waldjugendspiele viele knifflige Aufgaben lösen konnten.

"Das sind nicht die Bundesjugendspiele. Geht lieber langsam durch den Wald, nur dann könnt ihr ihn auch bewusst wahrnehmen“, gab Waldpädagoge Axel Dohmen den Kindern mit auf den Weg. Ein Rat, den aber nicht alle Schüler beherzigen konnten; zu groß waren die Aufregung und die Vorfreude auf den Unterricht im Freien. Raschen Schrittes machten sich die 72 Grundschüler aus Hüinghausen und Herscheid, aufgeteilt in viele kleine Gruppen, auf den rund 4,5 Kilometer langen Rundweg rund um den Spielberg. Beobachten, Erkennen, Tasten, Wissen – all das wurde an den 22 Stationen verlangt. 

Mal galt es, Sträucher zu benennen oder Baumrinden zu beschreiben, andernorts sollten Wildspuren zugeordnet oder Blätter gesammelt werden. Besonders knifflig war die Baummessung: Mit Hilfe eines Stockes und der Auge-zur-Faust-Regel sollte die Höhe eines Baumes ermittelt werden. Die Kinder hatten den Dreh schnell raus. Auf einem Entdeckungspfad waren zudem sechs Gegenstände auf Augenhöhe der Kinder versteckt worden, die normalerweise nicht im Wald hängen. 

„Wir haben es euch schwer gemacht und keine auffällige Playstation an einen Busch gehängt, sondern beispielsweise Holzstifte“, erklärte Axel Dohmen, Leiter der Waldschule im Märkischen Kreis. Er, sein Helfer Burkhard Laaser aus Iserlohn und Herscheids Revierförster Klaus Kermes betreuten die Aktion und gaben den Kindern bei der Begrüßung nützliche Hinweise. 

Dabei machten sie die Kinder auch mit den fünf Waldgeboten vertraut, die unterwegs unbedingt einzuhalten waren: auf den Wegen bleiben, keinen Lärm machen, kein Feuer anzünden, Pflanzen und Bäume nicht beschädigen und anfallende Abfälle wieder mitnehmen. 

„Was sollen wir denn machen, wenn auf einmal ein echtes Wildschwein vor uns steht?“, wollte ein Schüler wissen. Ihn und seine Schulkameraden konnte Axel Dohmen beruhigen: Bei derart vielen Besuchern im Wald würden sich die Wildschweine nicht zeigen. „Und wenn doch, dann rennt nicht wild gestikulierend umher, sondern verhaltet euch ruhig und bleibt stehen.“ 

Diese gezielte Nachfrage zeigt: Die Kinder aus Herscheid interessieren sich für den Wald – das sei heutzutage längst keine Selbstverständlichkeit mehr, wie Burkhard Laaser zu berichten wusste: Wenn er in seiner Heimatstadt Iserlohn die Kinder befrage, wer schon einmal im Wald gewesen ist, dann meldet sich gut ein Drittel der Schüler nicht. „Hier in Herscheid hingegen kennen sich alle Kinder im Wald gut aus“, sagte Laaser.

 Die ländliche Lage komme den Schülern zugute. Außerdem gebe es dank engagierter Vereine wie dem Hegering oder dem SGV viele Angebote für den Nachwuchs in freier Natur. Dies zeige Wirkung, meinte Burkhard Laaser: „Die Herscheider Kinder haben wohl längst begriffen, dass Ausflüge in den Wald immer spannend sind.“

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