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Energiepreise sorgen für eisige Aussichten in Eisdiele

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Von: Birgit Hüttebräucker

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Die Fattorels stellten in dieser Saison ein anderes Kundenverhalten fest: Viele wählten Eis im Hörnchen, nicht im Becher. Die Umstellung auf Holzlöffel könnte ein Grund sein.
Die Fattorels stellten in dieser Saison ein anderes Kundenverhalten fest: Viele wählten Eis im Hörnchen, nicht im Becher. Die Umstellung auf Holzlöffel könnte ein Grund sein. © Birgit Hüttebräucker

Der Sommer ist vorbei. Das zeigt in diesen Tagen nicht nur die Natur mit kühleren Temperaturen und Regen. Ein weiteres eindeutiges Zeichen ist das Saisonende in der Eisdiele an der Lüdenscheider Straße.

Herscheid - Die Inhaber Rob und Olinda Fattorel und ihr Team freuen sich rückblickend über eine sehr gute Saison. Das besonders langandauernde Sommerwetter mit heißen Temperaturen habe nicht nur die Herscheider häufig in die Eisdiele gelockt. Auch Durchreisende, Wanderer, Motorrad- und Fahrradfahrer nutzten gerne die Gelegenheit zu einer schmackhaften Abkühlung.

Nachdem in den vergangenen Jahren das Coronavirus mit seinen Auflagen den normalen Geschäftsablauf veränderte, war es in diesem Jahr die allgemeine Preissteigerung und deren Folgen. So wurden nicht nur die benötigten Zutaten teurer, sondern auch die Anlieferung der Waren wurde stellenweise komplizierter. Da gab es beispielsweise die für das Eis so wichtige Milch, die plötzlich nicht mehr in der gewohnten Verpackung geliefert wurde, wodurch unter anderem die Lagerung schwieriger wurde. Und die mittlerweile hohen Benzinpreise sorgten dafür, dass für die Warenlieferung erstmals Kosten entstanden.

So blieb den Fattorels nichts anderes übrig, als ihre Preise etwas anzuheben und für die Kugel Eis jetzt 1,20 Euro zu berechnen. Das Besondere daran ist, sagt Olinda Fattorel, dass die Preisanpassung zum ersten Mal mitten in der Saison passierte. Normalerweise werden die Preise, falls notwendig, zu Beginn einer Saison angehoben.

Während Rob Fattorel mit der Herstellung vom beliebten Eis beschäftigt war, sorgte das Team während der Saison für den Verkauf. Von links: Sevval Teker, Olinda Fattorel, Zoe Fattorel, und Paulina Claus.
Während Rob Fattorel mit der Herstellung vom beliebten Eis beschäftigt war, sorgte das Team während der Saison für den Verkauf. Von links: Sevval Teker, Olinda Fattorel, Zoe Fattorel, und Paulina Claus. © Birgit Hüttebräucker

Die Kunden hatten allerdings größtenteils Verständnis und ließen sich die kalte Köstlichkeit weiterhin schmecken. Wie sich die allgemeine Preissteigerung beim Energieverbrauch der Eismaschinen und der Kühlungen bemerkbar machen, wird sich für die Betreiber erst im nächsten Jahr zeigen.

Aufgefallen ist Familie Fattorel ein verändertes Kundenverhalten, seitdem Plastiklöffel verboten sind und durch Holzlöffel ersetzt wurden. Die Holzlöffel seien nicht jedermanns Geschmack und mehr Kunden bestellen ihre Lieblingssorte daher im Hörnchen. Bei Eisbechern verzichten einige Kunden direkt auf die Holzlöffel und greifen stattdessen zu mitgebrachten Löffeln aus dem eigenen Haushalt.

Am letzten Tag der Herscheider Eis-Saison 2022 stellte sich die Frage nach dem richtigen Löffel kaum: Denn bei kühlem Herbstwetter nahm die überwiegende Zahl der Kunden ihr Eis direkt mit nach Hause und verabschiedete sich mit herzlichen Worten von den beliebten Italienern: „Arrivederci und bis nächstes Jahr.“

Same procedure...

Für die Familie Fattorel geht es nun für die kommenden Monate wieder in die norditalienische Heimat, wo sie die kalte Jahreszeit verbringt. Der Kontakt nach Herscheid wird jedoch nicht abbrechen, denn längst haben sie hier viele Freunde gefunden; ihre Eisdiele an der Lüdenscheider Straße betreiben sie bereits seit dem Jahr 1996. Seither wissen die Eisfreunde aus Herscheid, die sich in den letzten Tagen der Sommersaison zum Teil mit einigen Sonderrationen eingedeckt haben, dass sie nun sechs Monate warten müssen, bevor im März 2023, frei nach dem Motto „Same procedure as every year“ (Gleiches Verfahren wie jedes Jahr) die Türen zur Eisdiele wieder öffnen.

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