Wasser ist seit jeher das Element von Adelheid Schreiber

Endlich ist sie da: Das ist die neue Herrin des Herscheider Freibades

Was versteckt sich eigentlich in einem Freibadkeller? Bei einem Rundgang zeigte Reiner Wittkamp seiner neuen Kollegin Adelheid Schreiber auch die Pumpen unter der Wellenrutsche, mit der die Attraktionen im Nichtschwimmerbecken versorgt werden
+
Was versteckt sich eigentlich in einem Freibadkeller? Bei einem Rundgang zeigte Reiner Wittkamp seiner neuen Kollegin Adelheid Schreiber auch die Pumpen unter der Wellenrutsche, mit der die Attraktionen im Nichtschwimmerbecken versorgt werden

Der sprichwörtliche Sprung ins kalte Wasser bleibt ihr erspart: Bis Adelheid Schreiber ihren Dienst am Beckenrand antreten kann, werden noch einige Wochen vergehen. Der späte Saisonbeginn kommt der neuen Schwimmmeisterin entgegen: Sie kann in den nächsten Wochen das Herscheider Freibad ganz intensiv kennenlernen.

Herscheid - „So einen Beckenneubau habe ich noch nie erlebt“, erzählt die 53-Jährige beim Blick auf die Baustelle. Im Freibad entsteht mit dem Edelstahlbecken im Schwimmerbereich etwas Neues – passend dazu betritt auch Adelheid Schreiber Neuland: Denn des Berufs wegen verlässt sie ihre Münsterländer Heimat und tritt ein in einen neuen Lebensabschnitt. Hier will sie neu durchstarten.

Auf Eines will sie dabei nicht verzichten: Das Element Wasser spielt von Kindesbeinen eine große Rolle für Heidi, wie sie von Freunden genannt wird. Schon als Kind war sie aktive Schwimmerin, spielte später auch Wasserball. Ihr Hobby machte die gebürtige Steinfurterin letztlich auch zum Beruf: Im Hallenbad der Gemeinde Altenberge absolvierte sie ihre Ausbildung zur Schwimmmeister-Gehilfin. 1992 folgte die Meisterschule.

Im Hallen- und Freibad der Stadt Greven arbeitete sie viele Jahre in einer – im Vergleich zu Herscheid – größeren Einrichtung. Dort habe sie eine schöne Zeit erlebt, wenngleich sie ihre beruflichen Ambitionen nicht vollends verwirklichen konnte. Daher suchte sie schweren Herzens („mein letzter Arbeitstag war tränenreich“) eine neue Herausforderung – und fand sie im Sauerland.

Mitarbeiterteam, Becken, Besucherzahlen: Das hiesige Freibad ist deutlich kleiner, aber ein Rückschritt sei es für sie deswegen nicht, betont Adelheid Schreiber. „Hier kann ich mehr Verantwortung übernehmen, eigene Ideen mit einbringen und hoffentlich auch umsetzen“, sagt die zweifache Mutter (beide Kinder sind bereits erwachsen). Großen Wert legt sie auf vertrauensvolle Zusammenarbeit: Wie diese funktioniert, das habe sie im Grevener Bad gelernt, wo sie Mitglied einer 24-köpfigen Mannschaft war, darunter neben ihr fünf Fachkräfte. Dass sie gern auf Leute zugeht, offen und kommunikativ ist, kommt ihr in ihrem Beruf sehr entgegen.

„Endlich mal eine Frau“

Werte, die auch ihrem neuen Kollegen zusagen dürften. Reiner Wittkamp arbeitet seit 34 Jahren im Herscheider Freibad und freut sich darauf, mit der Münsterländerin ein Team zu bilden. „Endlich mal eine Frau“, meint Wittkamp – das sei nicht nur seine eigene Meinung, sondern sicherlich auch die vieler Stammgäste.

Noch ist hier an einen geregelten Schwimmbetrieb nicht zu denken. Doch bereits jetzt freut sich Adelheid Schreiber darauf, die Herscheider kennenzulernen – an ihrem neuen Arbeitsplatz, dem Freibad.

Denn noch nie zuvor in der Geschichte des Herscheider Freibades habe es eine Schwimmmeisterin gegeben. Dies könnte für die ohnehin sehr familiäre Atmosphäre durchaus förderlich sein, meint Reiner Wittkamp. Der 55-Jährige hofft, mit Adelheid Schreiber eine Einheit „zweier alter Hasen bilden zu können, die durch dick und dünn geht“.

Das Rad bleibt wohl stehen

Bis die Schwimmgäste die „Neue am Beckenrand“ kennenlernen können, wird es noch mindestens bis Mitte Juni dauern, vorher wird das neue Schwimmerbecken nicht fertiggestellt sein. Ausreichend Zeit also für Adelheid Schreiber, sich mit ihrem neuen Arbeitsplatz vertraut zu machen. Auch ihren neuen Heimatort möchte sie in den nächsten Tagen besser erkunden. Das im flachen Münsterland beliebteste Fortbewegungsmittel wird sie dabei aber vermutlich eher weniger einsetzen, denn: „Die Berge hier scheinen für Fahrradfahrten durchaus anspruchsvoll zu sein.“

Neben dem Karneval zählen Fitness und Sport zu ihren bevorzugten Freizeitbeschäftigungen. Ganz oben auf dieser Liste steht das Schwimmen. „Davon kriegt man nie genug“, sagt sie. Und so fiebert sie ihm dann doch entgegen – dem Sprung ins gerne auch, aber nie zu kalte Wasser: Denn wenn die Temperaturen angestiegen sind und die Schwimmsaison eröffnet ist, dann will die NeuHerscheiderin regelmäßig ihre Bahnen ziehen, in „ihrem“ Freibad.

Vier Fragen an Adelheid Schreiber: „Freue mich, die Herscheider kennenzulernen“ 

Wie sind Sie auf die Stelle im Herscheider Freibad aufmerksam geworden? Adelheid Schreiber: „Es gibt eine Fachzeitschrift für Schwimmmeister, in der auch die Stellenausschreibung aus Herscheid veröffentlicht wurde. Ein MeisterKollege aus Lüdenscheid, den ich noch von früher kenne, wusste, dass ich mich beruflich verändern wollte. Er hat mir die Ausschreibung zugeschickt und darauf habe ich mich dann beworben.“
Schwimmmeister werden in vielen Kommunen benötigt: Warum hat Sie Herscheid überzeugt? Adelheid Schreiber: „Weil es ein kleines Bad ist, das ist für mich eine neue Herausforderung, unter anderem den ganzen Sommer durchzuarbeiten. Die Umgebung und das Bad sind einfach schön.“
Wie sind Ihre ersten Eindrücke, die sie in Herscheid sammeln konnten? Adelheid Schreiber: „Viel Regen. Ich habe eine erste ausführliche Führung durch das Bad genossen. Jetzt gilt es, die vielen Informationen zu sammeln, Notizen zu schreiben und Bilder zu machen – und alles andere lasse ich einfach auf mich zukommen.“
Worauf freuen Sie sich am meisten? Adelheid Schreiber: „Darauf, dass hier der Betrieb losgeht. Das Planschen der Kinder, die Freude der Erwachsenen, die endlich wieder schwimmen gehen können – ich freue mich einfach darauf, die Herscheider bald kennenzulernen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare