Stromleitung: Sachliche Bürgersprechstunde

Die Emotionen kochen nicht hoch

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Acht Amprion-Mitarbeiter gingen bei der Sprechstunde auf die Anliegen der Bürger ein.

Herscheid - Der große Ansturm in der Schützenhalle blieb zwar aus, dafür waren die Gespräche umso intensiver. In erster Linie nutzten die Bewohner, die direkt von dem Neubau der Höchstspannungsfreileitung betroffen sind, die Bürgersprechstunde des Übertragungsnetzbetreibers Amprion.

Weniger, aber dafür höhere Masten – das ist die gravierendste Veränderung. Vor allem die Bewohner aus Friedlin und Umgebung hatten sich zu einem früheren Zeitpunkt des Planverfahrens eine Verschwenkung des Leitungsverlaufes gewünscht, weiter weg von der Wohnbebauung. Dieser Vorschlag war jedoch von der Firma Amprion nicht umgesetzt worden. 

Entsprechend viele Friedliner waren nun zur Sprechstunde in die Schützenhalle gekommen, um gezielte Fragen zu dem Vorhaben zu stellen. Acht Amprion-Mitarbeiter gingen auf diese ein, führten die Gespräche wahlweise im Kreise der Nachbarn oder auch in Einzelgesprächen. In erster Linie gaben sie den Bürgern Orientierungshilfe bei der Durchforstung der Planfeststellungsunterlagen. 

Die Dokumente, die satte 13 Aktenordner füllen, sind noch bis Anfang Dezember im Herscheider Rathaus ausgelegt. Detailfragen wie Abstände zu den Privatgrundstücken, Arten der Masten oder Provisorien während der Bauphasen galt es zu besprechen. 

„Das ist ein komplexes Verfahren“, sagte Amprion-Projektsprecher Michael Weber. Bei Infrastrukturprojekten wie diesen sei es schwierig, eine Lösung zu finden, die alle Beteiligten zufriedenstelle. Dennoch empfand er die Stimmung in Herscheid als „freundlich und interessiert.“ Andernorts seien Emotionen hochgekocht. 

Bei allen verständlichen Sorgen der Anwohner rund um das Projekt machte Weber unmissverständlich auf die Notwendigkeit aufmerksam: Der Neubau sei Bestandteil der Energiewende in Deutschland. „Wir haben den gesetzlichen Auftrag, diese Leitung zu bauen“, betonte Weber. Die Frage sei nicht ob, sondern wie die Leitung gebaut werde. 

Auf die Ausgestaltung des Neubaus können die Bürger weiterhin Einfluss nehmen: Bis zum 19. Dezember nimmt die Bezirksregierung Arnsberg Einwendungen entgegen. Diese werden an die Firma Amprion weitergeleitet mit der Aufforderung zur Stellungnahme. Bei Bedarf wird die Bezirksregierung dann zu einem öffentlichen Erörterungstermin einladen. Die Länge des Verfahrens sei schlecht abschätzbar. Mit einem Baubeginn sei frühestens 2020 zu rechnen. 

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