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Emotional: Erste MME-Veranstaltung nach Tod des Vorsitzenden

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Von: Simone Rein

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Fahne auf Halbmast und Kondolenzbuch: Die MME trauert um den verstorbenen Vorsitzenden Udo Feldhaus.
Fahne auf Halbmast und Kondolenzbuch: Die MME trauert um den verstorbenen Vorsitzenden Udo Feldhaus. © Simone Rein

Freude und Trauer trafen am Bahnhof Hüinghausen zusammen: Freude über den ersten Themenfahrtag der Sauerländer Kleinbahn rund um Trecker. Trauer wegen des kürzlich verstorbenen ersten Vorsitzenden Udo Feldhaus.

Herscheid - Der gesamte Verein steht immer noch unter Schock, das war an diesem ersten Fahrtag ohne den Vorsitzenden zu spüren, der sich in den zurückliegenden Jahren auf vielfältige Weise für die Belange der Museumseisenbahn eingesetzt hatte. Aus diesem Grund war auch schnell klar, dass die Saison – auch im Sinne von Udo Feldhaus – nicht unterbrochen wird. „Es muss irgendwie weitergehen“, zeigte sich der zweite Vorsitzende Benjamin Riedesel sichtlich gefasst. Der Verein möchte den Lebenstraum fortsetzen, den Udo Feldhaus sich gerne erfüllt hätte: die Streckenerweiterung Richtung Plettenberg und Herscheid.

Beim ersten Fahrtag ohne den Vorsitzenden setzten die Kleinbahner als Zeichen ihrer Trauer die Deutschlandfahne auf dem Bahnhofsgelände auf Halbmast. Im Bahnhofscafé richtete der Verein eine Gedenkecke mit einem Bild von Udo Feldhaus ein. Besucher und Fahrgäste hatten dort die Möglichkeit, sich in einem Kondolenzbuch einzutragen. Zudem trugen die Vereinsmitglieder grau-schwarze Armbinden.

Es braucht noch eine gewisse Zeit, um sich an die neue Situation ohne den „Vereinsvater“ zu gewöhnen. Auch die neue Verteilung der Aufgaben innerhalb des Vorstandes muss noch geklärt werden. Bei einer ersten internen Sitzung galt es zunächst, eine Art Bestandsaufnahme vorzunehmen.

Die ausgestellten Trecker weckten das Interesse der kleinen und großen Besucher des MME-Bahnhofs.
Die ausgestellten Trecker weckten das Interesse der kleinen und großen Besucher des MME-Bahnhofs. © Simone Rein

Premiere feierte das Treckertreffen am Bahnhof, zu dem ungefähr 30 historische Trecker gekommen waren. Das Fahrzeugaufkommen wäre um ein Vielfaches höher gewesen, doch am selben Tag fand auch der Affelner Bauernmarkt statt, zu dem ebenfalls Trecker erwartet wurden.

Die IG Ackerschiene Holthausen wollte den Hüinghauser Verein allerdings nicht im Stich lassen und entschied sich für die Teilnahme am allerersten Treffen auf dem Bahnhofsgelände, das viele Besucher anlockte. „Wir fanden die Idee ganz gut“, sagte Organisator Markus Schmellenkamp, der bereits vor Bekanntgabe des Termins für den Bauernmarkt zahlreiche Einladungen rausgeschickt hatte und Flyer drucken ließ. „Wir haben natürlich gesagt, wir kommen geschlossen hierhin“, will sich der Holthauser dafür einsetzen, beim nächsten Mal mögliche Terminüberschneidungen zu verhindern.

„Im alten Holthauser Dorf hat fast jeder einen Trecker. Also nicht nur einen, sondern die meisten haben zwei oder mehr“, freut sich Markus Schmellenkamp über das große Interesse an alten landwirtschaftlichen Fahrzeugen, die nicht nur auf dem Feld Nutzen finden, sondern auch als reines Liebhaberobjekt gepflegt werden. Aus diesem Grund besteht Hoffnung für weiter steigendes Interesse an Treckertreffen in Hüinghausen.

Mit Abstand der älteste Trecker (Baujahr 1939) stammt vom Hersteller Orenstein & Koppel AG (kurz O&K) und ist trotz starker Abnutzung in einem technisch einwandfreien Zustand. Die zweitälteste Maschine, eine heute noch betriebsbereite Fräse aus dem Jahr 1941 vom Hersteller Holder, wurde während des Zweiten Weltkriegs gebaut. Neben ihr eine weitere Fräse, die sogar noch älter als der älteste Trecker ist. 1928 entstand diese ebenfalls betriebsbereite Maschine. Doch für den alltäglichen Einsatz, was im Grunde möglich ist, sind diese Schmuckstücke jedoch nicht gedacht.

Bei Sammlern ist der Originalzustand, zu dem sich der Trend mittlerweile wieder entwickelt, mehr gefragt als eine auf Hochglanz polierte Maschine. „Man sucht Original-Fahrzeuge mit original Patina. Die Leute fangen an, die übergepinselten Lackschichten runter zu arbeiten, damit der Originallack wieder freigelegt wird“, so Schmellenkamp, der auch ein gutes Gehör hat und jeden Trecker aus der Nachbarschaft am Geräusch erkennt, bevor Fahrer und Gefährt um die Ecke biegen.

Beim Fahrtag in Hüinghausen zeigte sich: Immer mehr junge Leute interessieren sich für die alten Trecker und fahren mit ihrer „Resi“ über das Land. Auch Kinder zeigen großes Interesse an den Fahrzeugen, auf denen der Nachwuchs später gerne sitzen würde. Für die Märkische Museumseisenbahn ist die Premiere geglückt. Auch der Biergarten war bei dem sommerlichen Wetter gut besucht.

Die nächsten Fahrtage

Am 4. September wird die Kartoffel im Mittelpunkt stehen, die auch als Reibekuchen und Bratkartoffeln gereicht wird. Eine weitere Premiere wird es am 2. Oktober geben, wenn die „Ente“ (Citroen) zu Gast sein wird am MME-Bahnhof.

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