Mitgefühl, Trost und viel Kraft

Eltern der krebskranken Sophia bedanken sich für große Unterstützung

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Die vielen Helfer haben gemeinsam einiges erreicht: Die komplette obere Etage des Wohnhauses der Herscheider Familie wurde wohnlich her- und eingerichtet.

Herscheid – Vor sechs Monaten erhielt die Familie Matula die niederschmetternde Diagnose: Ihre Tochter Sophia ist an Leukämie erkrankt. Eine Nachricht, die das Leben der Herscheider radikal verändert hat.

Kraft und Zuversicht gibt ihnen in dieser schweren Zeit die Welle der Hilfsbereitschaft, die von der Ebbegemeinde aus unzählige Menschen ergriffen hat. Nicht nur im Bekannten- und Verwandtenkreis ist die Unterstützung groß. Auch Personen, die die Matulas gar nicht kennen, sprechen der Familie Mut zu, schreiben Briefe, beten für die Gesundheit der Dreijährigen. 

Botschaften, die ihre Wirkung nicht verfehlen: „Es ist ein gutes Gefühl zu wissen, dass wir nicht allein sind“, sagt Mutter Monika Matula, die sich für das entgegengebrachte Mitgefühl, die vielen Worte des Trostes und die Spenden herzlich bedankt. 

Doch damit nicht genug: Mütter aus dem Evangelischen Familienzentrum „Unterm Regenbogen“ verkauften Waffeln, Schürmanns Landgasthaus veranstaltete einen Spargeltag im Raiffeisen-Markt, der Schützenverein stellte bei seinen Veranstaltungen ein Sparschwein auf, Yogalehrerin Carla Vogelsang bot einen Kurs zum guten Zweck an – all diese Spendenaktionen waren der kleinen Sophia gewidmet.

In Herscheid entwickelte sich ein bemerkenswertes Band der Hilfe und dieses reicht über die Grenzen der Gemeinde hinaus: Der Awo-Kindergarten Werdohl, die Physiotherapiepraxis Schöttler aus Plettenberg und der Obi-Markt Meinerzhagen überbrachten Spendengelder. Besonders ertragreich war die Sammlung des heimischen Radfahrers Julian Becker, der während der Vorbereitung auf das härteste Radrennen der Welt ein Spendenkonto eingerichtet hatte, auf dem insgesamt 9 700 Euro aufliefen.

Der Spendenaufruf von Julian Becker stieß auf ein ungeahntes Echo: Über 300 Spendeneinträge aus ganz Deutschland gingen auf dem eingerichteten Konto ein. Die stolze Summe von 9700 Euro kommt ausschließlich der jungen Herscheiderin zugute.

Eine Entwicklung, die nicht nur den Radfahrer sprachlos macht, sondern in erster Linie die Matulas. Bedingt durch die Erkrankung von Sophia kamen urplötzlich Kosten auf die Herscheider zu, die nicht absehbar waren und die durch die Gemeinschaft abgefedert werden konnten. 

Die komplette erste Etage ihres Hauses, in der unter anderem Sophias Kinderzimmer geplant war, befand sich zum Zeitpunkt der Diagnose noch im Rohbau. Vielfältige Arbeiten waren notwendig und dennoch musste das gesamte Haus binnen kürzerster Zeit keim- und bakterienfrei sein. Denn schon ein wenig Hausstaub, wie man ihn in jeder Wohnung findet, kann bei der Dreijährigen für gefährliche Infektionen sorgen, weil ihr Immunsystem durch die Chemotherapie außer Kraft gesetzt wurde. 

Fenster, Böden, Fliesen – die Kosten für das notwendige Baumaterial konnten dank der vielen Spenden aufgebracht werden. Doch wer sollte die vielfältigen Arbeiten erledigen? Auch hier wurden die Herscheider nicht allein gelassen. Verwandte, Freunde und Nachbarn packten fleißig mit an. „Sogar Menschen, die ich bis dato gar nicht gekannt habe, standen plötzlich vor unserer Haustür und fragten, wo sie helfen können“, erinnert sich Vater Oliver Matula, der zudem einen starken Rückhalt durch seinen Arbeitgeber (die Firma Räder-Vogel aus Hamburg) erfuhr. 

Die Baustellenphase dauerte knapp drei Wochen, einige Helfer kamen direkt nach der Arbeit und opferten freie Wochenenden. Um die ehrenamtlichen Arbeiter bei Laune und Kräften zu halten, spendierte das Grillhaus Herscheid täglich stärkende Mahlzeiten. 

Die Mühen haben sich gelohnt: Nach fünf Monaten Aufenthalt in einer Spezialklinik in Köln kann Sophia inzwischen wieder Zeit bei ihrer Familie in Herscheid verbringen. Den Umständen entsprechend gehe es ihr gut, freuen sich ihre Eltern darüber, dass sie im gewohnten Umfeld für einige Momente die Sorgen vergessen können und ihre Tochter Kraft tanken kann für die noch ausstehenden Therapieschritte – das wäre ohne die Unterstützung der zahlreichen Spender und Helfer nicht möglich gewesen.

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