Elsen: 2 900 Fahrzeuge täglich

Unterschriftensammlung der Anwohner zeigt Wirkung

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An das vorgegebene Tempolimit halten sich in Elsen längst nicht alle Verkehrsteilnehmer. Durch die Baustelle auf der Landstraße 561 ist die Straße zu einer viel befahrenen Ausweichstrecke geworden. Die Anwohner bitten die Fahrer mit selbstgemachten Hinweisschildern darum, nicht schneller als 30 km / h zu fahren, und hoffen auf eine rasche Änderung der Situation.

HERSCHEID - Die Anwohner in Elsen schlagen Alarm: Sie fordern eine rasche Entschärfung der brisanten Verkehrssituation vor ihrer Haustür.

Seit Jahren kritisieren die Elsener das hohe Verkehrsaufkommen in ihrer Ortschaft. Dieses ist in jüngster Vergangenheit fast schon explosionsartig angestiegen. Bedingt durch die Baumaßnahme auf der Landstraße 561 zwischen Herscheid und Hüinghausen wird die Gemeindestraße durch Elsen von ortskundigen Fahrern als Ausweichstrecke genutzt. 

Eine von der Gemeinde durchgeführte Verkehrszählung liefert beachtliche Zahlen: Fuhren an normalen, baustellenfreien Tagen rund 700 Fahrzeuge durch Elsen, sind in der letzten Woche fast 2 900 gezählt worden – eine Vervierfachung. 

Gefährliche Situationen im Begegnungsverkehr treten regelmäßig auf. „Mehrfach berichteten Anwohner von Notbremsungen und Beinahe-Unfällen. Eltern haben Angst, ihre Kinder unbegleitet auf den Schulweg zu schicken oder im Dorf spielen zu lassen. Spaziergänger werden von durchfahrenden Verkehrsteilnehmern bedrängt und mittels Hupe an den Rand gedrängt“, heißt es in einem Brief an den Herscheider Bürgermeister, das von nahezu allen Elsenern unterschrieben wurde. 

Die Anwohner haben bereits auf die Verschärfung reagiert und eigenhändig Schilder erstellt mit der Aufschrift: „Bitte max. 30 – Danke“. Mit dieser Aufforderung wollen sie auf das Verhalten vieler Verkehrsteilnehmer Einfluss nehmen, die zum Teil deutlich schneller als die vorgeschriebenen 30 km / h durch die Ortschaft eilen. 

Außerdem bemängeln die Anwohner die erhebliche Lärmbelästigung, die zu den Stoßzeiten frühmorgens und nachmittags besonders stark ist. Sie fordern dringend die Lösung der Problematik und bitten bei der Umsetzung auch ihre Unterstützung an, um etwaige Kosten zu reduzieren. 

Bürgermeister Uwe Schmalenbach zeigt volles Verständnis für die Elsener: „Es besteht kein Zweifel daran, dass sich an der Situation etwas ändern muss.“ Die beteiligten Behörden – Ordnungsamt, Polizei, Straßenverkehrsamt und der Landesbetrieb Straßen NRW – sind bereits eingeschaltet. In den nächsten Tagen soll eine Lösung präsentiert und umgesetzt werden. 

Dass sich bislang erst ein Unfall (Anfang April überschlug sich ein Auto nahe Wiebruch) zugetragen hat, ist angesichts der schmalen Straßenverhältnisse und der hohen Verkehrszahlen fast schon verwunderlich. Um die Gefahr zu minimieren, soll rasch Abhilfe geleistet werden, versprach der Bürgermeister. 

Zumal ein baldiges Ende der Baumaßnahme auf der Landstraße nicht zu erwarten ist: Nach den Vollsperrungen am kommenden Wochenende sowie am ersten Mai-Wochenende zur Straßensanierung schließt sich der Bau des Kreisverkehrs sowie die Erneuerung des Streckenabschnitts zwischen Weiße Ahe und Hüinghausen an. Die Ausweichstrecke über Elsen dürfte daher mindestens noch ein Jahr lang stark frequentiert sein.

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