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Eins mit der Natur: Ferienaktion mit Kälberspaziergang

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Von: Dirk Grein

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Auf einem Acker neben dem Kuhstall pflanzten die Ferienkinder und ihre Betreuer Salat und Gemüse.
Auf einem Acker neben dem Kuhstall pflanzten die Ferienkinder und ihre Betreuer Salat und Gemüse. © Dirk Grein

Das Konzept ist einzigartig vor Ort: Bei der ersten Bauernhofzauber-Ferienaktion lernen Kinder auf spielerische Weise die Arbeit und das Leben auf dem Hof Hesse in Sirrin kennen. Dabei scheuen die jungen Teilnehmer keinesfalls davor zurück, sich die Hände schmutzig zu machen – ganz im Gegenteil.

Herscheid - „Reich mir mal die Harke“, hallt es über das kleine Feld. Geschwind wechselt das Werkzeug den Benutzer und der nächste fleißige Gärtner lockert den Boden. Um ihn herum wird gebuddelt, gepflanzt und gegossen. Handschuhe benötigen die Kinder nicht: Sie graben mit ihren Händen. Jedes Mal, wenn ein Regenwurm entdeckt wird, dann ist die Freude groß.

„Das sind hier unsere wichtigsten Bodenarbeiter“, sagt Ramona Hesse über die kleinen Würmer, die in dem Beet der Ferienkinder herzlich willkommen sind. Auf dem Hof ihrer Eltern leitet die Jung-Unternehmerin gemeinsam mit Laura Göckeler, angehende Grundschullehrerin, das erste Ferienangebot. Dieses stieß auf Anhieb auf großes Interesse: Binnen einer Woche waren die 16 Teilnehmerplätze vergeben.

Und die Kinder (im Alter von sechs bis 16 Jahren) dürften ihre Anmeldung nicht bereut haben: Täglich erwarten sie in der Woche vor Ostern neue Abenteuer. Da können sich die Kinder kaum entscheiden, was ihre Lieblingsbeschäftigung ist. „Mir gefällt die Strohburg am besten“, erzählt Lenia. Auf dieser können sich die Kinder zwischen den Unternehmungen austoben. „Ich fand die Treckerfahrt cool“, sind sich Lukas und Franzi einig. Bei dieser lernten die Kinder die Umgebung um den Hof und anschließend – zu Fuß – die Stallungen kennen.

Doch auch zu den gut 250 Tieren auf dem Hof Hesse gibt es einiges zu erfahren. Zum Beispiel, dass eine Kuh aus Sirrin im Durchschnitt 32 Liter Milch pro Tag gibt. Ganz schön viel, meinen die Kinder, die darüber hinaus miterleben, wie der weitere Weg der Milch nach dem Melken aussieht. Denn auch der Fahrer des Tankwagens nimmt sich Zeit für die Ferienkinder. „Die wird zur Bärenmarke-Milch“, erzählt ein Junge anschließend stolz.

Woraus besteht das Futter der Kühe? Ramona Hesse führte die Kinder durch den offenen Stall.
Woraus besteht das Futter der Kühe? Ramona Hesse führte die Kinder durch den offenen Stall. © Dirk Grein

Nicht nur die Milchviehwirtschaft ist Thema: Am Dienstag stattet Marie Woeste den Ferienkindern einen Besuch ab. Sie widmet sich auf dem elterlichen Hof in Lüdenscheid der regenerativen Landwirtschaft. Gemeinsam mit den Herscheider Kindern pflanzt sie Schnittsalat, Stielmus, aber auch Fenchel und Lauch. „Das Wetter ist dafür ideal“, freut sich die Lüdenscheiderin über frühlingshafte Temperaturen und vor allem frostfreie Nächte.

Direkt neben dem Kuhstall ist zunächst ein Stück Land mit einem Trecker gepflügt worden, ehe die Kinder mit Hacke und Händen die Erde feinkrümelig gestalten. Gemeinsam mit Marie Woeste werden Pflanzen und Samen in die Erde gebracht sowie gewässert. Dass dabei auch Kuhmist (mit Wasser verdünnt) als Dünger eingesetzt wird, stört die Kinder nicht. „Das Beetmachen finde ich richtig toll“, sagt die kleine Zola.

Kälbchen-Spaziergang, Eiermalen, Schatzsuche: Die Betreuerinnen haben sich viele Aktionen für die viertägige Freizeit ausgedacht. Zentraler Anlaufpunkt ist die Zauberscheune, in der täglich ein zweites Frühstück (von daheim mitgebracht) sowie ein Mittagessen (von den Hesses zubereitet) eingenommen wird. Als Getränk steht ausreichend frische Milch parat.

Nicht nur die Kinder und Betreuer sind von der Premiere begeistert, auch Landwirt Franz-Josef Hesse: „Auf diese Weise erhalten die Kinder Einblicke in die Arbeit auf den Höfen“ – dadurch erhofft er sich mehr Wertschätzung von Kindern und Eltern für die erzeugten Lebensmittel. Hesse würde sich freuen, wenn die Kinder in einigen Wochen wieder in Sirrin vorbeischauen. „Dann können sie sehen, was auf dem Feld gewachsen ist“, sagt er.

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