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Einblick in die Berufswelt: Stöbertag erfährt Neustart

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Von: Dirk Grein

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Der 21. Stöbertag fand im Jahr 2019 statt – damals konnten die Kinder unter anderem in der Sparkasse zu Gelddetektiven werden. Nach zweijähriger Pause sucht die Gemeinde nun wieder Stöberstellen.
Der 21. Stöbertag fand im Jahr 2019 statt – damals konnten die Kinder unter anderem in der Sparkasse zu Gelddetektiven werden. Nach zweijähriger Pause sucht die Gemeinde nun wieder Stöberstellen. © Archivfoto: Grein

Zwei Jahre lang waren die gelben Mützen nicht im Dorf unterwegs, mussten die Grundschüler auf ihre ersten Berufserfahrungen verzichten. Doch die Coronapause soll für den Herscheider Stöbertag beendet sein: Die Gemeinde sucht ab sofort Unternehmen, die am Donnerstag, 9. Juni, zwei Stunden Zeit für die Drittklässler aufbringen.

Herscheid - Passend zum Neustart der Aktion ist die Organisation innerhalb des Rathauses in andere Hände gelegt worden: Mitarbeiterin Meryem Yilmaz kümmert sich inzwischen um andere Themen und hat die Aufgabe an Katrin Gsodam übertragen, die seit 2015 im Rathaus tätig ist; ihr Kerngebiet ist das Ordnungswesen. „Auf die Vorbereitung des Stöbertages freue ich mich schon sehr, weil ich es den Kindern ermöglichen möchte, dass sie ihre Nasen in die Berufswelt der Erwachsenen stecken können“, sagt Gsodam voller Vorfreude.

Zwei Schichten und zwei verschiedene Berufe

Denn genau darum geht es bei diesem Projekt: Die Drittklässler – an diesem Tag zu erkennen an den einheitlichen gelben Kappen – sollen am 9. Juni zwei verschiedene Berufe kennenlernen. Vormittags von 10 bis 12 und nachmittags von 14 bis 16 Uhr können sie zwei verschiedene Tätigkeiten bei unterschiedlichen Stöberstellen wahrnehmen und den Erwachsenen Löcher in den Bauch fragen und selbst Aufgaben im Betrieb übernehmen.

Soweit die Theorie, doch wie sieht es in der praktischen Umsetzung aus? Genau das ist nach zwei Jahren Coronapause, in denen die Veranstaltung ruhen musste, die spannende Frage. „Wir hoffen, dass die Fallzahlen bis Anfang Juni rückläufig sind“, sagt Katrin Gsodam mit Blick auf die Pandemie. Als Ansprechpartnerin im Rathaus wird sie im Gespräch mit den möglichen Stöberstellen herausfinden, ob etwa deren Hygienekonzept ermöglicht, dass Kinder den Betrieb kennenlernen können oder welche Einschränkungen damit einhergehen würden.

„Schon die einfachsten Dinge können für Kinder sehr spannend sein“

Mit einem Schreiben, das in diesen Tagen per Post zugestellt, wendet sich Bürgermeister Uwe Schmalenbach an die heimischen Unternehmen und bittet um Unterstützung des Stöbertages. Darin beschreibt er aus seiner Sicht das Erfolgsrezept dieser Veranstaltung: „Konkret ist geplant, dass Kinder des dritten Schuljahres in kleinen Gruppen die Arbeitswelt der Erwachsenen erleben. Hierbei sollen sie nicht nur zugucken, sondern selbst anfassen, ausprobieren, wie, wo und unter welchen Umständen Erwachsene arbeiten, fragen und verstehen, was geschieht.“ Die Erwachsenen sollen die Kinder aktiv an ihren Arbeitsprozessen teilnehmen lassen. „Schon die einfachsten Dinge können für Kinder sehr spannend sein, nicht nur der Arbeitsablauf, sondern auch schon kleine Handreichungen sind für die Kinder sehr interessant“, schreibt Schmalenbach. Die Kinder werden in kleine Gruppen eingeteilt. Die Personenzahl kann individuell festgelegt werden, mindestens zwei Kinder sollten es aber sein. Die Schüler sind über die Gemeindeunfallversicherung versichert. Falls notwendig ist, können die Kinder während der Stöberzeit begleitet werden.

Noch sind also einige Fragen offen. Doch Schritt für Schritt will sich die Gemeinde wieder an den Stöbertag heranwagen. Zu positiv sind die bisherigen Erfahrungen von bislang 21 durchgeführten Veranstaltungen. Nicht nur von leuchtenden Kinderaugen konnte Meryem Yilmaz berichten, auch für die Betriebe war die Teilnahme eine Bereicherung.

In Zeiten des Fachkräftemangels sei dieser Tag eine gute Gelegenheit für die Unternehmen, sich bei den jungen Herscheidern vorzustellen. So sei es in der Vergangenheit immer wieder vorgekommen, dass die einstigen Schüler im Jugendalter ein Praktikum und in einzelnen Fällen sogar eine Ausbildung bei ihrer früheren Stöberstelle angetreten haben.

Ausreichend Argumente also für Katrin Gsodam, die angeschriebenen Betriebe von einer Teilnahme zu überzeugen. Sie hat daher sämtliche Herscheider Unternehmen angeschrieben und hofft auf möglichst viele Rückmeldungen. Schließlich freuen sich 55 Drittklässler auf diesen für sie so besonderen Tag. „Wir hoffen, dass wir in den nächsten Tagen viele Anmeldungen erhalten, damit die Neuauflage des Stöbertages ein Erfolg wird“, so Gsodam.

Keine Wiederholung für die Corona-Jahrgänge

Für die beiden ausgefallenen Jahrgänge kann es übrigens keine Wiederholung geben. Schon allein deswegen, weil die Herscheider Drittklässler des Jahres 2020 inzwischen eine weiterführende Schule besuchen und somit nicht mehr für eine solche Aktion verfügbar wären. Zwar sei es bedauerlich, dass somit rund 100 Herscheider Schüler nicht in den Genuss des Stöbertages gekommen seien. Doch dies sei eine der bedauerlichen Konsequenzen der Pandemie.

Umso mehr freut sich Katrin Gsodam nun darauf, den 22. Stöbertag planen und durchführen zu können – sofern auch die Herscheider Unternehmen gewillt sind, sich ebenfalls Zeit für die Grundschüler zu nehmen.

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