Einzige SGV-Abteilung in NRW mit eigener Karte

Ein steiniger Weg: SGV-Wanderkarte ist endlich erschienen

Voller Stolz präsentieren die Herscheider Wanderfreunde die neue Karte.
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Es ist vollbracht: Voller Stolz können die Herscheider Wanderfreunde (von links) Erwin Schöttler, Frank Holthaus, Winfried Junker und Hartmut Michel die neue Wanderkarte präsentieren. Tatkräftige Unterstützung erhielten sie bei der Erstellung von Günter Brasse aus Olpe (rechts).

Nach mehreren Jahren der Planung und hunderten Arbeitsstunden konnte der SGV Herscheid in der vergangenen Woche endlich seine neue Wanderkarte präsentieren.

Herscheid – Dass viele Köche nicht immer den Brei verderben, aber zumindest die Zubereitung desselben erschweren, diese Erkenntnis machten die Mitglieder des SGV Herscheid bei der Erstellung einer neuen Wanderkarte für die heimische Region. Nach mehr als zweieinhalb Jahren der Planung, des Wartens und des Verhandelns mit vielen Projektbeteiligten war die Erleichterung spürbar, als die Karte am Mittwochnachmittag auf dem Parkplatz der Gemeinschaftshalle endlich offiziell präsentiert werden konnte.

Vom Plettenberger Ortsausgang Richtung Rönkhausen im Osten, über Attendorn und Valbert als südlichen Rahmen, bis nach Lüdenscheid und Werdohl, Neuenrade und Teile Altenas reicht das skizzierte Wandergebiet. Im Herzen dieser Ferienregion Ebbegebirge – so der Name der neuen Wanderkarte – mit insgesamt mehr als 600 Kilometern ausgezeichneten Wanderwegen liegt Herscheid. Dort laufen zwar nicht alle Wege zusammen, aber zumindest die Fäden des Projektes. Denn mit Hartmut Michel, Winfried Junker und Erwin Schöttler haben sich drei Mitglieder der hiesigen SGV-Abteilung federführend um die Überarbeitung der zuletzt im Jahr 2013 erstellten Wanderkarte gekümmert.

Trio investiert mehr als 200 Arbeitsstunden

Aufgenommen hatte das Trio seine Arbeit im September 2018. Inzwischen sind zwar alle langjährigen Mitglieder längst aus der aktiven Vorstandsarbeit des SGV Herscheid ausgeschieden. Das Projekt Wanderkarte wollten sie aber unbedingt zu einem erfreulichen Ende bringen. „Wir hatten nicht vermutet, dass es so lange dauern würde“, gesteht Hartmut Michel. Am Ende haben er und seine Mitstreiter mehr als 200 Arbeitsstunden in die langwierige Erstellung investiert.

Doch warum war der Weg zu diesem Ziel derart steinig? Der südliche Bereich sei recht flott abgearbeitet gewesen, erzählt Michel; Probleme traten hauptsächlich im Bereich der Lenneschiene (Altena, Werdohl, Plettenberg) auf. Nach dem Zusammenschluss mehrerer Naturparke zum neuen Naturpark Sauerland-Rothaargebirge seien zahlreiche Wanderparkplätze weggefallen. „Aus diesem Grund wurde 2018 ein auswärtiges Planungsbüro damit beauftragt, Kontakt mit den Kommunen und den betreffenenden SGV-Abteilungen aufzunehmen, um die zukünftige Ausrichtung des Wegenetzes zu besprechen“, so Michel.

Seit dem Jahr 1977 legt der Herscheider SGV Wanderkarten auf. Hartmut Michel zeigt eine Auswahl der bisher erschienen Karten, die den Wandel der Zeit dokumentieren. Links ist das 44 Jahre alte Erstlingswerk, rechts die brandneue Wanderkarte zu sehen.

Verkürzen, streichen, umlegen: Das beanspruchte Zeit. In Werdohl beispielsweise sei im Jahr 2020 ein vollkommen neues Wegenetz erstellt und gezeichnet worden. Ganz so weit sei man in der Nachbarstadt Plettenberg noch nicht: Dort stünden die SGV-Abteilungen Eiringhausen, Elsetal und Ohle zwar in den Startlöchern, um den größten Teil ihrer Wege umzuzeichnen. Doch die Wanderfreunde „warten noch immer auf grünes Licht aus dem Plettenberger Rathaus“, erklärt Hartmut Michel. Der Stadt fehle noch die Bewilligung der beantragten Zuschüsse.

In der Summe habe dieser Veränderungsprozess im Wegenetz für eine verlangsamte Erstellung der Herscheider Wanderkarte geführt; zum krönenden Abschluss verzögerte sich aus unbekannten Gründen auch noch die Auslieferung um eine Woche. Mit dem Produkt sind die Herscheider dennoch mehr als zufrieden. Denn immerhin sei es gelungen, auch die neuen Wegezeichnungen in Plettenberg in die Karte einzuarbeiten – diese ist somit auf dem allerneuesten Stand.

Und längst nicht aus der Mode, wie Günter Brass betont. Der Wanderfreund aus Olpe leistete technische Hilfe bei der Gestaltung und weiß aus eigener Erfahrung: „Gedruckte Karten haben weiterhin ihren Wert und werden in den nächsten Jahren ganz sicher nicht einfach so verschwinden.“ Dass die Nachfrage ungebrochen groß ist, beweist auch die hohe Zahl an Vorbestellungen (mehr als 750), die bereits beim SGV Herscheid eingegangen sind.

Verkaufsstellen

Die Karte ist an folgenden Stellen erhältlich: im Herscheider Bürgerbüro, in der Sparkasse Herscheid, in den Herscheider Gastronomiebetrieben, im Touristikinfozentrum Meinerzhagen, der Kultour GmbH Plettenberg sowie in Buchhandlungen und Zeitschriftenläden im südlichen Märkischen Kreis und in Attendorn. Durch die umfangreiche Eigenleistung bleibt der Verkaufspreis in Höhe von 7,50 Euro pro Karte (seit übrigens 17 Jahren unverändert) stabil.

Herscheider Alleinstellungsmerkmal schon 29.000 Mal verkauft

Der Gedanke für eine Herscheider Wanderkarte entstammt übrigens den Volkswanderungen. Diese lockten im Zeitraum von 1969 bis 1992 mehr als 55 000 Teilnehmer nach Herscheid. „Hier ist es so schön, das einzige was zum Wandervergnügen fehlt, ist eine Karte“, hörten die Organisatoren damals immer wieder. Als einzige Abteilung in ganz Nordrhein-Westfalen widmeten sich die Herscheider diesem Anliegen; normalerweise erfolgt die Erstellung und der Vertrieb solcher Karten über Kommunen oder Touristikverbände. Doch die Herscheider hatten Erfolg, wie Hartmut Michel betont: „Mit den bisherigen sechs Auflagen seit 1977 wurden 29.000 Karten verkauft.“ Die ersten vier Auflagen wurden über das 2008 aufgelöste Landesvermessungsamt NRW erstellt. Die jetzige Karte ist die dritte Version nach 2013 und 2015, die dank guter Zusammenarbeit im mr-Verlag in Gotha erschienen ist. Dieser Verlag gibt flächendeckend Karten für das gesamte Märkische Sauerland heraus. Eine übergreifende Abdeckung sei damit gewährleistet.

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