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Eigene Pläne: Deshalb lehnt die Gemeinde Herscheid ein gemeinsames Gewerbegebiet mit Plettenberg ab

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Von: Georg Dickopf

Direkt unterhalb der L561 will die Gemeinde Herscheid keine Gewerbeflächen ausweisen und will auch ein Zusammenwachsen zwischen Frehlinghausen und Hüinghausen im Bereich oberhalb der L561 unterbinden.
Direkt unterhalb der L561 will die Gemeinde Herscheid keine Gewerbeflächen ausweisen und will auch ein Zusammenwachsen zwischen Frehlinghausen und Hüinghausen im Bereich oberhalb der L561 unterbinden. © Dickopf, Georg

Bei der Schaffung neuer Gewerbeflächen verfolgen die Kommunen Herscheid und Plettenberg an der Gemeindegrenze unterschiedliche Interessen. Das wurde auch bei der Diskussion um den Regionalplan deutlich.

Herscheid – Das Wort Regionalplan gehört derzeit nicht zu den Lieblingswörtern der Kommunalpolitiker. Denn in dem Machwerk soll unter anderem festgelegt werden, wo es sogenannte BSN-Bereiche gibt. Und das sind nicht wenige. In diesen „Bereichen für den Schutz der Natur“ haben Städte und Gemeinde nach der Festlegung nur noch wenig bis gar keine Gestaltungsmöglichkeiten mehr. Das ist zwar womöglich gut für Tier und Pflanzenwelt, bremst aber die kommunale Entwicklung und die Ausweisung von Gewerbeflächen.

Und genau deshalb wurde nun im Planungs- und Bauausschuss der Gemeinde Herscheid noch einmal über den besagten Regionalplan gesprochen, zu dem die Gemeinde Herscheid bis Monatsende eine ausführliche Stellungnahme abgeben wird.

Jan Koopmann aus dem Bauamt erklärte zu Beginn der Sitzung, dass man die Stellungnahme bearbeite und in Sachen landwirtschaftliche Flächen nachjustiert habe.

Bürgermeister Uwe Schmalenbach sah das ähnlich: „Wir wohnen schon in einer landschaftlich reizvollen Lage, aber all das lebt auch von der Grünlandpflege.“ Ähnliches gelte auch für den Bereich der Forstwirtschaft

Dirk Voß (CDU) kritisierte, dass der Regionalplan die Kommunen dazu anhalte, keine neuen Gewerbeflächen mehr auszuweisen.

Dietrich Herfel, Bündnis 90/Die Grünen, erklärte sich als Befürworter des Regionalplans, denn er unterstütze „das, was wir wollen. Ich verstehe nicht, dass Sie dagegen stimmen“.

Alexander Zuchowski (FDP) warnte dagegen vor dem Entwurf. „Wenn eine landwirtschaftliche Fläche zu einem BSN-Gebiet wird, ist der Weg zum Naturschutzgebiet nicht mehr weit.“ Dabei glaube er, dass die Landwirtschaft viel für den Naturschutz tue.

Dem Ausschussvorsitzenden Eberhard Kaufmann (CDU) bereitet der Plan auch mit Blick auf die Zukunft Sorgen: „Der heutige Flächenverbrauch ist kritisch, aber ein bisschen Entwicklung auch für die nachfolgenden Generationen dürfen wir uns durch den Regionalplan nicht nehmen lassen. Denn wenn wir still stehen, ist es Rückschritt.“

Kreislandwirt Dirk Voss bedankte sich noch einmal für die Berücksichtigung seines Anliegens in der Stellungnahme. „Es darf nicht passieren, dass man uns Flächen wegnimmt. Wir müssen Mitspracherecht haben.“

Mit Blick auf zukünftige Gewerbegebiete gab Jan Koopmann zu bedenken, dass man dabei verstärkt auf begrünte Dächer achten müssen. Und auch riesige Parkplätze neben Firmen seien nicht mehr gewollt.

Was die Ausweisung eines gemeinsamen Industriergebiet mit der Stadt Plettenberg angeht, stellte Bürgermeister Uwe Schmalenbach klar, dass man diesbezüglich unterschiedliche Interessen verfolge. „Herscheid ist für Variante I, Plettenberg für Variante II“, so Schmalenbach, der dies im Gespräch mit unserer Zeitung auch erklärte: „Was wir nicht wollen, ist ein Zusammenwachsen zwischen Frehlinghausen und Hüinghausen.“ Schließlich wolle man auch das Neubaugebiet am Grenzweg in Hüinghausen noch erweitern. Und die Häuslebauer dort sollen nicht in unmittelbarer Nähe zu einem Industriegebiet wohnen müssen.

Auch die von der Stadt Plettenberg favorisierte Ausweisung von Industrieflächen unterhalb der L561 im Bereich vor der Tankstelle Turk werde die Gemeinde Herscheid nicht unterstützen.

Dagegen kann sich Schmalenbach im Bereich der Gemeindegrenze, die von der Tankstelle Turk in Richtung Bahnübergang verläuft, auf der gegenüberliegenden Talseite ein interkommunales Gewerbegebiet vorstellen, wenn es dahinter einen weiteren Grüngürtel gibt. Wünschenswert wäre für ihn auch eine Gewerbeflächen-Erweiterung im Bereich Friedlin. Alle weiteren Flächen seien zumeist schon im Bestand der jeweiligen Firmen.

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