Eigentümer und potentieller Investor führen weiter Gespräche

Verwirrspiel um das Presswerk geht weiter: Ebay-Anzeigen zurückgezogen

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Fortsetzung einer scheinbar unendlichen Geschichte mit ungewissem Ausgang: Die Zukunft des Presswerks steht weiter in den Sternen.

Herscheid – Zustand unverändert, könnte man zumindest meinen, wenn man das ehemalige Presswerk-Gelände von außen betrachtet: Die alten Fabrikhallen an der Hohle Straße bleiben unansehnlich und werden in den Abend- und Nachtstunden als Werkstatt genutzt.

Hinter den Kulissen scheinen die Verhandlungen fortgesetzt zu werden, bislang allerdings ohne die von vielen Seiten erhoffte Einigung. 

Die Fakten lauten wie folgt: Das Areal gehört seit einer Zwangsversteigerung Anfang 2015 einem Mann aus Limburg. Industriell kann er weder die Fläche, noch die Hallen nutzen, dafür hat die Gemeindeverwaltung mit entsprechenden planerischen Änderungen gesorgt; die Realität stellt sich nach Auskunft der Nachbarn jedoch anders da, weshalb inzwischen auch der Märkische Kreis und die Polizei über die Vorgänge in Kenntnis gesetzt wurden. 

Wie sich der Besitzer die Folgenutzung dieses Bereichs nahe des Herscheider Ortskerns vorstellt, dazu hat er bislang keine Stellung bezogen. Die anscheinend von ihm veranlassten Verkaufsanzeigen auf dem Portal Ebay sind mittlerweile wieder aus dem Internet verschwunden. 

Darin hatte der Besitzer ein Grundstück beworben, das nach einem dreimonatigen Abriss ohne Bebauung ab dem 1. Juni übergeben werden könnte. Eine Aussicht, mit der sich Bürgermeister Uwe Schmalenbach durchaus anfreunden könnte: Wenngleich die Gemeinde Herscheid das Heft des Handelns nicht in der Hand hat („der Ball liegt beim Eigentümer“), wünscht sich Schmalenbach Veränderungen in dieser Angelegenheit. 

Seinen Optimismus hat der Bürgermeister trotz der anhaltenden Problematik nicht verloren: Seit über einem Jahr begleitet die Verwaltung den Vorgang intensiv und führt Gespräche in viele Richtungen. Unter anderem auch mit Investoren, die sich für das Areal interessieren. „Ich habe die Hoffnung, dass es zu einem Abriss kommt und zu einer Nachnutzung außerhalb der industriellen Nutzung“, sagt Schmalenbach. 

Dass die Situation für die Verwaltung unbequem ist, liegt auf der Hand. Doch Eingriffsmöglichkeiten habe es keine gegeben, auch nicht bei der angesprochenen Zwangsversteigerung vor dem Amtsgericht Plettenberg. an der der Bürgermeister und auch Bauamtsleiter Lothar Weber vor über vier Jahren teilgenommen hatten. Dabei hatte der Mann aus Limburg das Grundstück für 50 500 Euro erworben. 

Solange es einen Investor gebe, sei es nicht Aufgabe der öffentlichen Hand, sich in derlei Grundstücksangelegenheiten einzumischen, sagt der Bürgermeister und betont: „Privat geht vor.“ Zumal damals vor Gericht nicht abzusehen war, dass die Geschichte des Presswerks einen solch unrühmlichen Verlauf nehmen würde.

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