Was sich hinter dem Namen Dorkas versteckt

Amazon-Paketstation mitten in der Sauerländer Provinz 

Auf dem Gelände der Firma JKS gibt es eine Amazon-Hub-Station sowie einen Paketshop, in
 dem die JKS-Mitarbeiter, darunter Sachbearbeiterin Inessa Engelmann, regelmäßig Sendungen verschiedener Paketdienste annehmen.
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Auf dem Gelände der Firma JKS gibt es eine Amazon-Hub-Station sowie einen Paketshop, in dem die JKS-Mitarbeiter, darunter Sachbearbeiterin Inessa Engelmann, regelmäßig Sendungen verschiedener Paketdienste annehmen.

Eigentlich werden bei der Firma JKS in Hüinghausen Kunststoffteile gespritzt. Neben dem Kerngeschäft betreibt das Unternehmen als zusätzlichen Service seit dem Frühjahr einen Paketshop – und das gleich für mehrere Anbieter. Vor Kurzem ist auch noch eine Schließfach-Station von Amazon hinzugekommen.

Herscheid - Während der Paketshop – bedient werden DPD, GLS und UPS – zwischen 9 und 17 Uhr geöffnet ist, hat Dorkas noch längere Öffnungszeiten. Dorkas ist der individuelle Name der Amazon-Hub-Station (hub – englisch für Knotenpunkt), unter dem diese auch bald im Netz zu finden sein wird. Die Locker- oder Schließfachstation ist rund um die Uhr geöffnet – 24 Stunden an sieben Tage die Woche – und wurde erst vor zwei Wochen freigeschaltet.

JKS stellt zwar den Stellplatz zur Verfügung und sorgt für den Stromanschluss der Hub-Station, hat aber sonst mit dem Betrieb nichts zu tun. Die Station arbeitet völlig autonom, hat Antennen und ein eigenes WLan. Wenn dort Pakete in einem der Schließfächer hinterlegt werden, erhalten die Kunden eine Nachricht. „Es funktioniert denkbar einfach. Die Kunden scannen den Code ein, den sie erhalten haben, und dann geht das Türchen auf“, erklärt Jörg Kerner, Geschäftsführer der JKS Kunststoffverarbeitungs & Service GmbH.

„Irgendwann kam die Frage auf, wie unsere eigenen Pakete verschickt werden sollen“, sagt Geschäftsführer Kerner. Der Versand läuft sowohl über Speditionen als auch über Paketdienste. Da es aber nicht viele Paketshops in der Nähe gab – ein früherer GLS-Shop in Hüinghausen bestand nicht mehr – entschloss man sich, auf dem Firmengelände selbst einen Paketshop einzurichten.

Es war Zufall, dass der Paketshop direkt zu Beginn der Corona-Pandemie seinen Betrieb aufnahm, auch wenn es kurz Probleme gab, weil Paketshops nicht angefahren werden durften. Da das Paketaufkommen aber von den Fahrern so nicht bewältigt werden konnte, änderte sich dies wieder, so Kerner.

JKS betreibt den Paketshop nicht nur für einen Anbieter, sondern gleich für mehrere. Aktuell sind es DPD, GLS und UPS. „Wahrscheinlich folgt kurzfristig noch ein weiterer“, so Kerner. Die Unternehmen hätten nämlich ein Interesse daran, feste Anfahrpunkte zu haben, wenn sie ein Paket nicht direkt beim Kunden abliefern können. Denn nicht alle Kunden geben an, dass Pakete beim Nachbarn abgegeben oder beispielsweise an der Garage abgelegt werden könnten.

Die Firma JKS

Das eigentliche Geschäft der Firma ist die Herstellung von Kunststoffteilen. Unter dem Namen JKS arbeitet das Unternehmen an seinem Standort am Rammsiepen 1a seit April 2019. Davor war an gleicher Stelle die bereits 1937 gegründete Firma Winkel ansässig, sowie in den Jahren 2015 bis 2019 das Unternehmen AST. Bei der JKS GmbH wird mit sieben Mitarbeitern ein breites Teilespektrum produziert, vom einfachen Spritzgussteil bis hin zum speziellen Insertverfahren, bei dem beispielsweise Metallteile umspritzt werden. Die Teileprüfung, Montage und Konfektionierung, auch fremdgefertigter Teile, bietet die JKS GmbH als Lohnfertiger an. Als Spezialist für Zwei-Komponenten-Peripheriegeräte (LSR) führt das Unternehmen die Wartung und Reparatur dieser Anlagen bundesweit und über die Landesgrenzen hinaus durch.

„Die Fahrer kommen zum Teil mehrmals täglich – morgens und nachmittags – und bringen und holen Pakete“, erklärt der Firmenchef. Die Empfänger werden informiert, dass sie die Sendung im Paketshop abholen können, oder lassen die Pakete direkt in den Shop liefern. „Es wird sehr gut angenommen. Die Kunden kommen aus der ganzen Umgebung und freuen sich über eine Anlaufstelle mit durchgehenden Öffnungszeiten und einer entspannten Parkplatzsituation“, sagt Kerner. Es können selbstverständlich auch Pakete aufgeben werden – Retouren und den normalen Paketversand für Privatleute und Gewerbe eingeschlossen. Ein breites Sortiment an Verpackungsmaterial – von der Luftpolstertasche bis zum großen Karton – wird ebenfalls zum Kauf angeboten.

Das Paketaufkommen schwankt dabei von Tag zu Tag, mal sind es 15, mal 20, aber auch schon einmal 70 Pakete, die zur gleichen Zeit im Paketshop bei JKS lagern. Im Weihnachtsgeschäft rechnet man aber durchaus mit einem noch höheren Paketaufkommen. „Da ist immer ein unheimliches Paketaufkommen“, weiß Kerner. Aber Platz genug ist auf jeden Fall vorhanden.

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