Mit der Unterstützung von Sponsoren Entwicklung umdrehen

Dorfladen: Das schlechteste Geschäftsjahr

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Der Dorfladen Hüinghausen hat zwar treue Kunden, die sowohl ihre Einkäufe tätigen und auch die Sonderveranstaltungen besuchen. Aber die Umsatzzahlen des Geschäftes bleiben trotzdem weit hinter den gesetzten Zielen zurück.

HERSCHEID - Der Fortbestand des Hüinghauser Dorfladens ist akut gefährdet: Nach dem wirtschaftlich schlechtesten Jahr des Geschäftes müssen dringend positive Zahlen erreicht werden.

Ohne fremde Hilfe könne man dieses Ziel vermutlich nicht erreichen, bedauerten die Verantwortlichen bei der Generalversammlung der Dorfladen-Genossenschaft. Der Jahresabschluss 2017, den Petra Boß vorstellte, war alles andere erfreulich. 

Die Steuerberaterin, die als Finanzexpertin dem Aufsichtsrat angehört, bezifferte den Jahresfehlbetrag auf 8 246 Euro. Zum Vergleich: Die zusammengerechneten Verluste aus den bisherigen Geschäftsjahren 2012 bis 2016 betrugen 7 668 Euro. Für diese massive Verschlechterung nannte Petra Boß zwei wesentliche Gründe: Das Grundproblem des Dorfladens bleibe weiterhin das Tagesgeschäft. 

Die Umsätze seien um 5 338 Euro schlechter als noch im Vorjahr – und das obwohl der aufgewandte Wareneinsatz bereits deutlich reduziert worden war. Erschwerend komme ein Rückgang der sonstigen betrieblichen Erträge um 3 865 Euro hinzu. Dies erklärte die Finanzexpertin mit den geringerem Spendenaufkommen. Im Jahr 2016 waren bei einer Spendenaktion Gelder für eine neue Kühltruhe gesammelt worden. Eine solche Aktion hat es in 2017 nicht gegeben. 

„Die Leute stimmen mit den Füßen ab – und gehen leider an unserem Dorfladen vorbei“, brachte es Aufsichtsrat-Vorsitzender Wolfgang Vöpel auf den Punkt. Wenn nicht kurzfristig gegengelenkt werden könne, dann werde der Dorfladen nicht mehr lange existieren. 

Das Eigenkapital – also das Geld, welches einst durch die Anteilsverkäufe an die 234 Mitglieder der Genossenschaft zusammengekommen ist – sei bis auf 7 935 Euro verbraucht. Bei einer Wiederholung des wirtschaftlich miserablen Vorjahres drohe somit die Zahlungsunfähigkeit. 

Um weitere Einnahmequellen zu erschließen, wollen Vorstand und Aufsichtsrat Sponsoren für den Dorfladen suchen. Zudem befinde man sich in aussichtsreichen Gesprächen mit der Gemeinde, die ebenfalls Unterstützung signalisiert habe; zu 99 Prozent sei eine Spende möglich, erklärte Wolfgang Vöpel. 

Er betonte, dass der Dorfladen weitaus mehr sei als nur ein Tante-Emma-Laden: „Es handelt sich um eine soziale Einrichtung in unserem Dorf“. Vöpel verwies auf die regelmäßigen Zusammenkünfte, bei denen Nachbarn die Gelegenheit bekommen, miteinander in Kontakt zu treten. 

Lob und Anerkennung ernteten bei der Generalversammlung indes die haupt- und ehrenamtlichen Helfer des Dorfladens. Diese würden nicht nur für einen geregelten Betrieb im Tagesgeschäft sorgen, sondern auch bei den zahlreichen Veranstaltungen stets mit anpacken. „Wer sich engagieren möchte, der ist bei uns herzlich willkommen“, erhofft sich Wolfgang Vöpel weitere personelle Unterstützung, etwa beim Einräumen der Ware oder bei der Versorgung der Mitglieder der Klön-Runde. 

Personelle Veränderungen ergaben die abschließenden Wahlen. Aus beruflichen Gründen schieden Simone Simon-Bömer und Dr. Dennis Werner aus dem Aufsichtsrat aus. Letztgenannter wird dem Dorfladen aber als juristischer Beistand erhalten bleiben. Der verkleinerte Aufsichtsrat besteht somit aus folgenden Personen: Vorsitzender Wolfgang Vöpel, dessen Stellvertreter Olaf Kötting sowie Petra Boß, Uwe Wagner, Christopher Birkelbach, Peter Reinhardt, Klaus Rothammer und Frank Obermann.

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