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Alte Schule wird zum Geschäft: Dorfladen zieht um

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Von: Dirk Grein

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Die Kunden kaufen gern im Dorfladen Hüinghausen ein, weil sie hier kurze Wege und sämtliche Dinge für den täglichen Bedarf vorfinden.
Die Kunden kaufen gern im Dorfladen Hüinghausen ein, weil sie hier kurze Wege und sämtliche Dinge für den täglichen Bedarf vorfinden. © Grein, Dirk

Für den Dorfladen Hüinghausen beginnt das neue Jahr mit einem Umzug. Die leerstehende Grundschule Hüinghausen kommt als neuer Standort in Frage.

Herscheid – Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus: Der Dorfladen Hüinghausen freut sich im neuen Jahr nicht nur auf die Feier des zehnten Geburtstages. Auch ein Umzug und somit die Verlagerung des Standortes sind für 2022 angedacht.

„Ja, das ist richtig“, bestätigt Bettina Winkelmeyer, Vorstandsmitglied der Dorfladen-Genossenschaft, die Pläne für die räumliche Veränderung. Zugleich betont sie, dass das Team an der Alten Dorfstraße grundsätzlich sehr zufrieden mit den Gegebenheiten sei. Doch als erste Diskussionen rund um die Zukunft der seit letztem Sommer leerstehenden Grundschule Hüinghausen – die bekanntlich ins Bildungszentrum Rahlenberg eingezogen ist – aufkamen, da wurde auch der Dorfladen ins Spiel gebracht.

Ein Gedanke, der den Beteiligten durchaus gefiel. Bei ersten Besichtigungen kristallisierte sich rasch heraus, dass der alte Teil der Schule – der übriges vor 100 Jahren entstand – viele Vorzüge biete. Unter anderem könnte sich der Dorfladen dort vergrößern von zurzeit etwa 90 Quadratmetern auf bis zu 120 Quadratmeter. Dadurch könnte der Laden übersichtlicher eingerichtet werden.

Umzug als mögliches Geburtstagsgeschenk

Bevor das Gebäude jedoch als Einkaufsladen genutzt werden kann, müsste es umgebaut werden. Die Gemeinde Herscheid als Besitzerin hat die Planung eingeleitet; der Verlauf dieses Verfahrens muss zunächst abgewartet werden. „Es wäre natürlich super, wenn wir die neuen Räume bis zu unserem Geburtstag im Sommer nutzen könnten“, erzählt Bettina Winkelmeyer, ergänzt aber zugleich, dass die Zeit nicht dränge und der jetzige Standort weiter genutzt wird.

Denn dort erfährt der Dorfladen zurzeit guten Zuspruch. Die Corona-Pandemie habe dem Verkauf nicht geschadet. Viele neue Kunden seien hinzugekommen, da sie sich in dem kleinen Laden ohne Gedränge bewegen können und sie dort keinen größeren Menschengruppen begegnen. Weil sich das Geschäft auch weiterhin auf großzügige Förderer verlassen könne, wie Bettina Winkelmeyer betont, seien die Zahlen durch Corona nicht eingebrochen.

Personell sei die Situation hingegen anders: Während das Team im hauptamtlichen Bereich gut aufgestellt sei, habe die Beteiligung im Ehrenamt spürbar nachgelassen. Viele Helfer hätten sich zurückgezogen, was aufgrund der pandemischen Lage nachvollziehbar sei. Dennoch hofft der Vorstand auf Zuwachs, sobald sich die allgemeinen Bedingungen zum Besseren wenden.

Denn weitere Helfer werden notwendig sein, damit der Dorfladen irgendwann wieder eine seiner zentralen Aufgaben erfüllen kann – neben der Sicherstellung der örtlichen Bevölkerung mit Dingen des täglichen Bedarfs. „Der Laden soll ein Treffpunkt für das Dorf Hüinghausen sein – das war er auch, bis Corona kam“, erzählt Bettina Winkelmeyer.

Alte Schule wird zum Geschäft: Fast alles auf Null runtergefahren

Die Treffen des Klöncafés, der Männerstammtisch, der Handarbeitskreis: Sämtliche regelmäßige Zusammenkünfte können seit fast zwei Jahren nicht mehr stattfinden. Und auch Veranstaltungen wie Verkostungen oder Straßenfeste sind zurzeit nicht möglich. „Nahezu alles musste auf Null zurückgefahren werden“, bedauert Vorstandsmitglied Bettina Winkelmeyer.

Die außerplanmäßigen Aktivitäten des letzten Jahres sind an einer Hand abzuzählen. Zweimal haben die Dorfladen-Helfer bei Fahrtagen der Sauerländer Kleinbahn einen Verpflegungsstand übernommen und an diesem zunächst Reibekuchen und bei einem zweiten Mal dann Grünkohl angeboten. Und zuletzt fand im Dezember die Weihnachtsverlosung statt, die gut angenommen wurde.

Der Wunsch von Bettina Winkelmeyer und ihrem Team ist daher verständlich: „Hoffentlich ist im neuen Jahr wieder mehr möglich.“ Schließlich steht am 1. Juli der zehnte Geburtstag des Dorfladens an – und der soll, sofern es die Umstände zulassen, gebührend in Hüinghausen gefeiert werden.

Den Hauptgewinn im Hüinghauser Dorfladen konnte Peter Widmann nur in ständiger Begleitung seines Sauerstoffgerätes abholen, denn er erkrankte an Corona und kämpft nun mit den Folgen.

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