Das ist doch nur Bauchwedelei“ – dieses Vorurteil widerlegt Tänzerin Stefanie Varol

Musik sichtbar machen

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In ihrem Wohnzimmer hat sich Stefanie Varol eine orientalische Ecke eingerichtet. In dieser findet sie Kostüme und Accessoires, um aus ihrem grauen Alltag zu fliehen und sich ganz der orientalischen Musik zu widmen. 

HERSCHEID - Im normalen Leben arbeitet Stefanie Varol in einem Büro einer Plettenberger Firma. Doch sobald sie orientalische Musik hört, verwandelt sich die Hüinghauserin in Rashalla al Chantara.

„Dieser Name hat keine tiefere Bedeutung, er gefällt mir einfach gut“, erklärt die 45-Jährige. Ob bei Stadtfesten, als Überraschungsgast bei Privatfeiern oder bei öffentlichen Tanzvorführungen – in der heimischen Region hat sich Rashalla längst einen Namen gemacht. Vorurteile wie „Das ist doch nur Bauchwedelei“ sind längst verklungen; Stefanie Varol ist es gelungen, auch im Sauerland viele Zuschauer für diese exotische Tanzart zu begeistern. 

Ihre Leidenschaft für den Bauchtanz entdeckte sie im Jahr 1995. Gemeinsam mit einer Arbeitskollegin besuchte sie damals einen ersten VHS-Kurs in Meinerzhagen. Erfahrungen im Jazz-Tanz und im Bereich Aerobic hatte sie zwar bereits gesammelt, aber dieser Kurs entfachte eine neue Leidenschaft in ihr: „Ich habe mich in die orientalische Musik verliebt“, beschreibt sie. 

Die fließenden Bewegungen seien für sie ein idealer Ausgleich zu den vielen sitzenden Tätigkeiten im Beruf. Daher nahm sie weitere Kurse wahr. Ein prägendes Erlebnis war ihr erster Besuch einer Tanzgala in Gummersbach, wo ihre Lehrerin Roswitha Lauenstein in glitzernden Kostümen auftrat. „Das will ich auch schaffen“, dieser Gedanke setzte sich bei der Hüinghauserin fest. 

Ein Ziel, das sie nie aus den Augen verloren und welches sie längst erreicht hat. Sie besuchte Workshops und Seminare in Köln und Frankfurt, intensivierte ihr Training, kaufte erste Kleider und Accessoires wie Schleier und Säbel. Vor ihrem ersten Auftritt bei einer Hochzeitsfeier in der Hüinghauser Rammberghalle sei sie sehr aufgeregt gewesen. „Ich denke, es hat ganz gut geklappt“, meint sie. Etliche weitere Auftritte in der näheren Umgebung, aber auch bei großen Veranstaltungen in Duisburg und Bonn, den Bauchtanz-Hochburgen in NRW, folgten. 

Wenn sie ihre bunten Kleider anzieht und die Hüften kreisen lässt, dann „kann ich dem grauen Alltag entfliehen“, beschreibt die 45-Jährige ihre Motivation. Bei ihren Auftritten blende sie Stress und Hektik aus, um mit den orientalischen Liedern – die häufig von Liebe handeln – zu verschmelzen. Auf diese Weise gelingt es ihr, Musik sichtbar zu machen. 

Mit ihrem Hobby hat sie in den letzten Jahren hunderte Zuschauer verzaubert. Das Frühlingsfest im Jagdhaus Weber zu Reblin, die erste Veranstaltung, die von Rashalla organisiert wurde, besuchten noch knapp 70 Besucher. Die orientalische Tanzgala, die die Hüinghauserin gemeinsam mit zwei Kolleginnen einmal im Jahr veranstaltet, locken pro Abend bis zu 140 Gäste in den Festsaal des Werdohler Restaurants „Vier Jahreszeiten“. 

Die Vorbereitungen für die neunte Auflage dieser Tanzshow laufen auf Hochtouren. Das farbenfrohe Showprogramm wird von über 45 Mitwirkenden gestaltet. Indische Tänze, feurige Zigeunertänze, orientalische Folklore, spektakuläre Lichtertänze – und mittendrin wird Stefanie Varol sein, die als Rashalla al Chantara aus dem Sauerländer Alltag ausbrechen wird.

Weitere Informationen finden Interessierte im Internet auf der Seite www.tanzgala-1001-nacht.jimdo.com. Telefonisch können Karten bestellt werden bei Rashalla unter der Rufnummer (01 60) 810 46 68.

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