Elsen-Strecke unattraktiv für Raser machen

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Die Testphase ist abgeschlossen: Die mobile Schwelle am Elsener Ortsausgang Richtung Hüinghausen soll erhalten bleiben. Zudem wird in Kürze ein zweiter Geschwindigkeitsdämpfer in Fahrtrichtung Herscheid angebracht werden.

Herscheid – Erhöhtes Verkehrsaufkommen und Raserei: Über diese Probleme beschweren sich Anwohner in vielen Bereichen Herscheids. Die vehementen Forderungen der Anwohner in Elsen zeigen Erfolg: In ihrer Ortschaft wird ein weiterer Geschwindigkeitsdämpfer montiert. Eine Entscheidung, die nicht unumstritten ist.

Einige Nachbarn aus Elsen verfolgten die entscheidende Sitzung des Planungsausschusses sichtlich erfreut. Auf ihr Drängen hatte es im Vorfeld mehrere Gesprächstermine gegeben. Ein erstes Ergebnis war das Anbringen einer mobilen Schwelle zur Verkehrsberuhigung am Ortsausgang Richtung Hüinghausen im Sommer 2018. Nach fast zwei Jahren, das gaben die Anwohner zu Protokoll, könne ein Teilerfolg verzeichnet werden. In diesem Bereich reagierten die Fahrer sensibel auf das Berliner Kissen, von dem weder ein erhöhter Lärmpegel, noch eine Beeinträchtigung für größere Fahrzeuge (etwa für den Winterdienst) ausgehe. Daher befürworteten sie den Entschluss, auch den Ortsausgang gen Herscheid mit solch einer Schwelle auszustatten. „Das zieht Kreise“

In Kreisen der CDU sah man diesen Entschluss überwiegend positiv. Klaus Prinz ergänzte jedoch, dass im Zuge der Montage auch eine Kennzeichnung für den Winterdienst erfolgen sollte. Eberhard Kaufmann hingegen sah die Angelegenheit kritisch: „Wenn wir damit anfangen, dann wird das Kreise ziehen.“ Damit bezog sich der CDU-Fraktionsvorsitzende auch auf die Einwohnerfragestunde, in der Anwohner Frank-Peter Schauerte für die Elsetalstraße in Hüinghausen verkehrsberuhigende Maßnahmen gefordert hatte. Bevor „wir nun die halbe Gemeinde vollpflastern“, so warnte Kaufmann, sollte ein Konzept erstellt werden, an welchen Stellen mobile Schwellen benötigt werden. 

Seitens der SPD befürwortete Wolfgang Vöpel angesichts überschaubarer Kosten (rund 2 000 Euro) das Anbringen einer weiteren Schwelle in Elsen. Peter Reinhardt (ebenfalls SPD) bedauerte, dass diese Maßnahme nicht schon früher umgesetzt worden sei: „Dann wären wir heute schon einen Schritt weiter.“ Festzustellen sei seiner Meinung nach, dass die Strecke von Hüinghausen nach Elsen insbesondere an Wochenenden und Feiertagen von vielen Motorrad- und Cabrio-Fahrern genutzt werde. Fußgänger und Radler fänden daher auf dieser Strecke, auf der zum Teil bis zu 100 km / h gefahren werden darf, kaum noch Erholung. „Wir sollten die Strecke daher unattraktiv machen“, riet Reinhardt. Neben mobilen Schwellen brachte Reinhardt – vor dem Hintergrund der baldigen erneuten Baustellenphase auf der Landstraße 561 – eine Straßensperrung ins Gespräch. Ein Vorschlag, den auch Alexander Zuchowski (FDP) unterstützte: „Um den Ort Elsen zu schützen, sollte die Straße temporär geschlossen werden.“ 

Dieser Vorschlag stieß auf Widerstand: Bürgermeister Uwe Schmalenbach erinnerte daran, dass die Gemeinde Herscheid sich darum bemüht, zum Erholungsort ernannt zu werden. Ein Titel, der den Fremdenverkehr ankurbeln soll. Permanente Streckensperrungen seien vor diesem Hintergrund kontraproduktiv: „Wenn wir uns als Erholungsregion verstehen, dann muss man unsere Weiler auch erreichen können“, sagte Schmalenbach. Eberhard Kaufmann (CDU) gab zu bedenken, dass eine Sperrung Auswirkungen auf andere Ortschaften haben würde. Denn: Der Landesbetrieb Straßen NRW beabsichtigt, die L 561 zwischen Hüinghausen und Weiße Ahe zu sanieren. Die offizielle Umleitung verlaufe zwar entlang der Oestertalsperre. Doch ortskundige Fahrer würden sich andere Schleichwege suchen, betonte Kaufmann. Wäre die Strecke über Elsen gesperrt, dann würde sich das Problem verschieben – zum Beispiel auf die Straße über Warbollen und Wellin nach Herscheid. 

Vor zwei Jahren war das Befahren der Elsen-Strecke während der Baustelle auf der L 561 nur für Anlieger freigegeben worden. Eine Entscheidung über eine mögliche Wiederholung dieser Straßensperrung wurde bislang noch nicht getroffen. Zunächst werden sich Anwohner sowie Mitarbeiter des Bau- und des Ordnungsamtes vor Ort in Elsen treffen, um den genauen Standpunkt für die zweite mobile Schwelle festzulegen. Diese soll möglichst kurzfristig angebracht werden.

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