Erweiterung für Gerätehaus

Die Herscheider Feuerwehr benötigt mehr Platz

Nur durch das provisorische Aufstellen eines Containermoduls ist es möglich, dass im Gerätehaus der Löschgruppe Herscheid Umkleideräume von Herren und Damen voneinander getrennt werden können.
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Nur durch das provisorische Aufstellen eines Containermoduls ist es möglich, dass im Gerätehaus der Löschgruppe Herscheid Umkleideräume von Herren und Damen voneinander getrennt werden können.

 105 Jahre nachdem der erste Zug von Plettenberg nach Herscheid gefahren ist, beschäftigt sich die Gemeindeverwaltung intensiv mit dem Gedanken, das alte Bahnhofsgebäude abzureißen. Der Grund: Die Feuerwehr braucht dringend Platz für eine Erweiterung.

Herscheid – Erfreulicherweise wächst die Löschgruppe Herscheid personell, doch der zur Verfügung stehende Platz im und am Gerätehaus Bahnhofstraße reicht nicht mehr aus. Einsatzfahrzeuge mussten bereits ausgelagert werden und nur durch die provisorische Aufstellung eines Containermoduls ist die Geschlechtertrennung im Umkleidebereich möglich.

Material und Ausrüstung sind aus Platzgründen momentan an unterschiedlichen Standorten zwischengelagert. Und auch die Parksituation rund um das Gerätehaus ist bescheiden, was für die Einsatzkräfte alles andere als optimal ist.

Eine Erweiterung an der Bahnhofstraße ist in Richtung des Sportplatzes Müggenbruch möglich – jedoch nur, wenn das alte Bahnhofsgebäude abgerissen würde. „Viele andere Möglichkeiten gibt es nicht“, erklärt Bürgermeister Uwe Schalenbach.

Die Planungen sind bereits weit vorangeschritten: Der Ausbau des Gerätehauses ist in der Fortschreibung des Brandschutzbedarfsplans in die Prioritätsstufe zwei eingestuft worden. Auch dies unterstreicht, dass der Handlungsbedarf groß ist. Nur der Neubau des Feuerwehrhauses in Rärin habe Vorrang; dieses Projekt steht kurz vor der Umsetzung.

Parallel dazu führt die Gemeinde seit Mitte Mai Gespräche mit der Wehrleitung bezüglich der Situation an der Bahnhofstraße. Der Architekt, der auch den Räriner Bau vorbereitet, wurde mit der Vorplanung beauftragt. Seinen Berechnungen zufolge benötigt die Löschgruppe Herscheid rund 990 Quadratmeter zusätzliche Fläche für Fahrzeuggaragen, Lagerräume, Umkleiden, Schulungsmöglichkeiten, Büros und die Jugendfeuerwehr.

Platz, der durch den Abriss des benachbarten Bahnhofsgebäudes zur Verfügung stünde. „Für das Gebäude tut es mir leid, aber die Bedürfnisse der Feuerwehr haben Vorrang“, betont Uwe Schmalenbach die Dringlichkeit der Erweiterung.

Diese habe allerdings einen gewichtigen Haken: Eine erste Kostenschätzung beläuft sich auf rund 5,2 Millionen Euro. Ein Volumen, das die Erwartungen der Gemeinde deutlich übersteigt. Angesichts dieser großen Summe müsse man nach kreativen Lösungen suchen. Eine solche Investition „können wir in zwei Haushaltsjahren nicht abbilden“, rät der Bürgermeister zu einer Bildung von Bauabschnitten, wobei die Abstellmöglichkeiten für die Fahrzeuge zuerst angegangen werden müssten.

Die Planungen für die Erweiterung sollen schleunigst vorangebracht werden. In der nächsten Sitzung des Bauausschusses soll das Thema Ende November auf der Tagesordnung stehen.

Einen kurzfristigen Auszug müssen die Mieter, die zurzeit in dem Bahnhofsgebäude wohnen, nicht fürchten. Ihnen habe man in Gesprächen vor längerer Zeit bereits mitgeteilt, dass das Gebäude nicht dauerhaft als Wohnung zur Verfügung stehen werde.

Diese Veränderung rücke nun näher, wenngleich der Bürgermeister in Bezug auf die Mieter sagt: „Sie können noch ein bisschen entspannt sein.“

Dennoch ist davon auszugehen, dass das alte Bahnhofsgebäude in Herscheid nur noch ein letztes Weihnachtsfest erleben wird.

Förderung abwarten

Die Gemeinde hofft, Fördermittel aus dem Landes-Sonderaufruf Feuerwehrhäuser in Dörfern 2021 zu erhalten. Beworben hat sich Herscheid jedoch nur mit dem Neubau des Gerätehauses Rärin, der im kommenden Jahr nach Verzögerungen in der Planung finalisiert werden soll. Weil die Finanzierung der Erweiterung am Standort Bahnhofstraße noch nicht geklärt ist, will der Bürgermeister mit einer Bewerbung dieses Projektes um Fördermittel warten: „Ich gehe fest davon aus, dass das Förderprogramm neu aufgelegt wird.“

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