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Eine Gemeinde wandelt ihr Gesicht: Die wichtigsten Bauprojekte 2022

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Von: Dirk Grein

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Die ersten beiden Bauabschnitte für das Bildungszentrum Rahlenberg sind weitestgehend abgeschlossen. Im nächsten Schritt wird nun der Teilabriss der alten Herscheider Grundschule (Gebäude rechts) vorbereitet.
Die ersten beiden Bauabschnitte für das Bildungszentrum Rahlenberg sind weitestgehend abgeschlossen. Im nächsten Schritt wird nun der Teilabriss der alten Herscheider Grundschule (Gebäude rechts) vorbereitet. © Grein, Dirk

In der Ebbegemeinde bewegt sich etwas: Damit ist nicht nur der Neubau des Feuerwehr-Gerätehauses Rärin gemeint. Bauamtsleiter Lothar Weber hat eine Menge zu tun, um alle Bauprojekte zu koordinieren.

Herscheid - Der erste und zweite Bauabschnitt für Herscheids Vorzeigeprojekt, das Bildungszentrum Rahlenberg, sind bereits abgeschlossen. Für den dritten Schritt ist etwas Geduld gefragt. „Der wird gerade überplant“, sagt Weber. Sicher ist, dass das alte Grundschulgebäude teilweise abgerissen und das Gelände neu gestaltet werden soll.

Geplant sind unter anderem ein Spielplatz und Grünfläche. „Ein Teil des Gebäudes soll außerdem stehen bleiben“, erklärt Weber. Damit die Gemeinde nicht die immensen Kosten der über neun Millionen Euro tragen muss, wurden städtebauliche Fördermittel des Landes beantragt. Für den multifunktionalen Bereich sollen dann im Idealfall 70 Prozent der Kosten – und somit circa fünf Millionen Euro – gefördert werden.

Das seien jedoch vorerst nur Schätzungen, betont Weber: „Die Ergebnisse stehen noch aus.“ Sollten die Fördermittel kommen und die Ausschreibungen problemlos verlaufen, soll es mit dem Bauabschnitt voraussichtlich im Herbst losgehen.

Das Schwimmerbecken des Freibades ist bereits saniert. Unter anderem wurde dabei die Wassertiefe von 2,3 Meter auf 1,8 Meter reduziert. „So muss dass Becken weniger beheizt werden und es gibt auch weniger Umlauf für die Filteranlage. Das ermöglicht uns Geld zu sparen“, erklärt Weber auf Nachfrage.

Zudem sei der Wasserverlust durch den Einbau des neuen Edelstahlbeckens geringer. Auch hierbei gab es Zuschüsse: Der Bund hatte ein Sonderprogramm für die Erneuerung von Freibädern und Sportanlagen ermöglicht. Die Gemeinde erhielt dadurch 90 Prozent an Fördermitteln, um die Kosten fast vollständig zu decken. Weber: „Für Herscheid wären so große Projekte sonst auch nicht möglich.“

Als nächstes soll das Betriebsgebäude erneuert werden. Der Eingangsbereich und das Kassenhäuschen sollen eine Verglasung erhalten. Zudem soll laut Bauamtsleiter Weber die Wärmedämmung des Gebäudes auf den neuesten Stand gebracht werden und einige brandschutztechnische Veränderungen vorgenommen werden.

Nachdem im Vorjahr das Schwimmerbecken und die Zuleitungen erneuert wurden, sind nun das Betriebsgebäude und der Eingangsbereich an der Reihe.
Nachdem im Vorjahr das Schwimmerbecken und die Zuleitungen erneuert wurden, sind nun das Betriebsgebäude und der Eingangsbereich an der Reihe. © Foto: Grein

Weber gesteht: „Dabei sind wir leider etwas in Verzug geraten. Eigentlich war die Sanierung für vor der Saison geplant. Das schaffen wir mit Eröffnung im Mai nicht mehr.“ Nun könnten die Maßnahmen eventuell im Herbst, also nach der Saison, beginnen oder während der Saison. „Wir müssen darauf achten, dass wir den Betrieb nicht stören“, so Weber.

Auch die Absorberanlage, die für die Erwärmung des Beckenwassers zuständig ist, soll durch eine moderne erneuert werden. Die Anlage aus dem Jahre 2004 ist mittlerweile veraltet „und das Material wird mürbe“, so Weber.

Ob ein Austausch noch in diesem Jahr möglich sei, hänge unter anderem auch von beantragten Fördermitteln ab. „Aber die neue Anlage wird aufgrund des Klimaschutzes und der Kostendeckung auf jeden Fall kommen“, ist sich Weber sicher. Denn durch die neue Anlage könnte rund ein Fünftel der Energiekosten – und damit 100 000 bis 150 000 Euro – gespart werden.

Zudem soll der Parkplatz barrierefrei werden, indem die Unterdorfstraße zur verkehrsberuhigten Straße wird. „Eigentlich wollten wir unseren Parkplatz durch den gegenüberliegenden erweitern, aber das wäre zu teuer geworden. Wir mussten diesen Plan zurückstellen“, so Weber.

Dennoch erhalte der Freibad-Parkplatz eine Aufwertung: So sollen Fahrradparkplätze und E-Bike-Stationen ergänzt werden. Zudem sei eine Lademöglichkeit für E-Autos auf dem Betriebsgelände geplant, um die Attraktivität noch mehr zu steigern.

Und was gibt es sonst noch für Pläne? Bauamtsleiter Weber erklärt, dass in diesem Jahr die Gemeinschaftshalle von Grund auf saniert wird. Der Schützenverein, als Träger, hat bereits Vorarbeiten geleistet; die Gemeinde übernimmt Fördermittelbeantragung und Bauüberwachung.

Auch der zweite Abschnitt des Radweges in Richtung Grünenthal soll – nach Verzögerungen – 2022 umgesetzt werden. Dafür sollen laut Weber bis Ende Februar die Trassen freigeschlagen sein.

Eine weitere Baumaßnahme im Straßenverkehr dürfte viele Herscheider freuen: Im Frühjahr soll der Breitbandausbau beginnen.

Um dem Klimawandel ein kleines Stück entgegenzuwirken soll neben dem Rathaus auch das Bildungszentrum mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet werden. Des Weiteren plant die Gemeinde weitere Ladesäulen für E-Fahrzeuge installieren zu lassen und Fahrradwege und deren Verknüpfungen zu verbessern. „Ein weiteres großes Thema sind die Waldaufforstung und der Hochwasserschutz“, sagt Weber. Hierbei gelte noch zu klären, was verbessert werden könnte und wo die Gemeinde besser vorsorgen könnte.

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