Erinnerungen gehen teilweise verloren

Datenschutz schränkt KiTa ein

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So würde ein Foto in einer Mappe aussehen, wenn die Gesichter der Kinder geschwärzt würden.

Herscheid - Zum ersten Mal das Klettergerüst erklimmen, das ist für Kinder etwas ganz Besonderes. Solche und andere Fortschritte hält das Ev. Familienzentrum „Unterm Regenbogen“ in Herscheid für jedes Kind in einer Mappe fest. Mit der neuen Datenschutzgrundverordnung wird dies jedoch schwieriger für die Erzieherinnen.

Nicht selten helfen sich die Kinder gegenseitig bei einem sogenannten Bildungsfortschritt. Die Erzieherinnen schreiben auf, was die kleinen erlebt und erlernt haben und halten dies mit Fotos fest. 

Das Problem, das durch die Datenschutzgrundverordnung aufgetreten ist: Das Kind darf nur noch in seiner eigenen Mappe abgebildet werden, aber keine anderen Kinder. Dafür bräuchte die Einrichtung die schriftliche Einverständnis der jeweiligen Eltern und zwar für jedes einzelne Bild, was die Unterschrift auf einem generellen Formular am Anfang des Kindergartenjahres ausschließt.

So war das nämlich vor der neuen Verordnung geregelt und war völlig ausreichend. Die übrigen Kinder nun unkenntlich zu machen oder sie zu schwärzen, ist für das Familienzentrum keine Option. Somit wird nun nur jedes Kind in seiner Mappe abgebildet.

Ein weiteres Problem sind Feste in der Einrichtung. Sofern diese nichtöffentlich sind, also zum Beispiel nur mit Eltern oder Großeltern, spricht die Einrichtung ein striktes Fotografierverbot für alle aus. Wertvolle Erinnerungen gingen dabei natürlich teilweise verloren. Die Unsicherheit ist jedoch groß: Niemand möchte etwas falsch machen und somit gegen die Verordnung verstoßen.

Einrichtungsleiterin Christiane Krüger kann das Thema Datenschutz im Zeitalter von Internet und Facebook zwar nachvollziehen, trotzdem mache die derzeitige Situation die Arbeit schwierig. Um gegen die Unsicherheit etwas zu tun, hatte Christiane Krüger bereits in der Vergangenheit gemeinsam mit allen Einrichtungsleiterinnen von Ev. Tageseinrichtungen des Kirchenkreises eine erste Schulung mit dem Datenschutzbeauftragten der Ev. Kirche. In einer weiteren Schulung soll das Thema dann bald noch einmal vertieft werden. Eine Internetseite hat die KiTa zum Glück nicht, dass würde mit der Datenschutzverordnung noch schwieriger.

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