„Fridays for Future ist nicht mehr so präsent wie vor der Coronakrise“

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Auch Schüler des Plettenberger Albert-Schweitzer-Gymnasiums hatten sich in der Vergangenheit an Demonstrationen von Fridays for Future beteiligt (das Foto entstand vor der Corona-Pandemie)

Plettenberg – Es ist erst einige Monate her, da waren die Fridays for Future-Bewegung und Klimaaktivistin Greta Thunberg in den Medien omnipräsent. Dann kam die Coronakrise. Es folgte der Shutdown. Freitags konnte plötzlich nicht mehr für das Klima gestreikt werden, weil die Schulen bundesweit geschlossen wurden.

Was die Coronakrise für Auswirkungen auf die Bewegung hat, befragte Georg Dickopf den Plettenberger Zoran Grete, Delegierter der Fridays for Future-Ortsgruppe Plettenberg.

Herr Grete, es ist ruhig geworden um die Fridays for Future-Bewegung, oder? 

Ja, das stimmt. Wir sind nicht mehr so präsent in den Medien wie vor der Krise. Das heißt aber nicht, dass wir nicht mehr da sind und nichts mehr machen.

Streiks wären gerade auch schwierig, oder?

Im Moment wäre es sicher das falsche Signal, an den wenigen Tagen, an denen die Schulen wieder geöffnet haben, gleich wieder zu streiken. Die Bildung ist ein hohes Gut. Und es geht uns auch nicht darum, durch solche Streiks die Schule zu schwänzen. Und wir werden aktuell auch deshalb keine Streiks mehr durchführen, um die ältere Generation nicht zu gefährden.

Nutzen Sie selbst eigentlich Einwegmasken?

Nein, ich selbst trage eine wiederverwendbare Stoffmaske, genau wie meine Eltern. Das finde ich auch wichtig, da so unnötiger Müll vermieden wird und Ressourcen geschont werden. 

Man könnte sagen, dass die Coronakrise mehr für die Umwelt getan hat, als es für Ihre Bewegung möglich gewesen wäre. 

Ja, es sieht so aus, als wäre die Krise gut für die Umwelt. Es gibt in der Tat weltweit einen Rückgang der Emissionen um fünf bis zehn Prozent. Das Problem ist, dass das nicht dauerhaft so sein wird. Es müsste jetzt umwelttechnisch so weitergehen – dann könnten die Klimaschutzziele bis 2040 noch erreicht werden. Deshalb wäre jetzt die passende Zeit für einen Neustart. So könnte der Ausbau der erneuerbaren Energien verstärkt werden, was 200 000 zusätzliche Arbeitsplätze bringen würde.

Ist Ihnen bekannt, dass es diesbezüglich neue Rahmenbedingungen gibt, um die Windkraft- und Solarbranche anzukurbeln?

Nein, das war mir neu, finde ich aber sehr gut.

Wie müssten die Klimaziele angegangen werden?

Man sieht ja jetzt, dass die Bevölkerung durchaus mitgeht, wenn die Politiker Initiative ergreifen. Entscheidend ist, dass die Maßnahmen für den Klimaschutz wie jetzt in der Coronakrise vernünftig kommuniziert werden.

https://www.come-on.de/kreis-mk/coronavirus-eine-neuinfektion-luedenscheid-fuenfte-stadt-corona-frei-13565210.html

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