„Webcams sind wie Klopapier 2.0“

Auftrittsverbot trifft Herscheider Berufsmusiker Martin Käsler hart

+
Der Herscheider Martin Käsler nutzt die konzertfreie Zeit, um an seinem musikalischen Programm zu feilen.

Herscheid – Witten, Soest, Selm – in all diesen Städten hätte Martin Käsler in den letzten Wochen auftreten sollen. Doch die Coronakrise erwischte auch den Berufsmusiker aus Herscheid eiskalt. Von jetzt auf gleich wurde sein Terminkalender gelöscht, mussten sämtliche Auftritte abgesagt werden.

Der komplette März war voll mit Kneipenfestivals, für die ich gebucht war“, erzählt Käsler, der auf der Bühne den Künstlernamen Marty Kessler trägt. Das Verbot ereilte ihn quasi über Nacht und stellte ihn vor eine nie dagewesene Situation. Für Berufsmusiker bedeute diese Maßnahme „unbezahlten Stillstand“, sagt der Herscheider. 

Für die Entscheidungen der Politik zeigt er aber vollstes Verständnis; die Gesundheit der Menschen stehe über allem und müsse geschützt werden. Dennoch vermisse er die Live-Auftritte vor Publikum. „Auch für die Leute, die sich auf die Musikabende gefreut haben, tut es mir natürlich leid“, so Käsler. 

Alle Informationen rund um das Coronavirus im Märkischen Kreis gibt es hier.

Er selbst geht die Krise optimistisch an. Dazu habe auch die Soforthilfe des Landes Nordrhein-Westfalen beigetragen. „Das ging wirklich schnell“, schildert der Schlagersänger seine Erfahrungen. Keine 24 Stunden nach der Beantragung habe er den Bewilligungsbescheid erhalten. Angesichts des großen Ansturms sei diese schnelle und unbürokratische finanzielle Unterstützung nicht selbstverständlich, lobt der Herscheider.

Über Langeweile kann er sich übrigens trotz Auftrittsverbots nicht beklagen. Der Covermusiker nutzt die Zeit, um an seinem Programm zu feilen. Er übt neue Songs ein, wandelt andere Lieder, die bereits seinem Repertoire angehören, ab. „Einfach nur dasitzen und nichts tun, das ist nicht mein Ding.“ 

Zumal der Herscheider mit seiner Gitarrenschule ja noch ein zweites Standbein hat. Der Unterricht „Auge in Auge“ falle zwar zurzeit ebenfalls aufgrund der Pandemie-Einschränkungen aus. Aber Käsler hält dennoch den Kontakt zu seinen Schülern. Derzeit arbeitet er an einer Lösung, die Gitarrenkurse über das Internet durchzuführen. 

Dabei hemmen ihn jedoch technische Schwierigkeiten, Seine Webcam sei in die Jahre gekommen, die Qualität der überlieferten Bilder lasse zu wünschen übrig. Ein Neukauf gestalte sich aktuell aufgrund der anscheinend gestiegenen Nachfrage äußerst schwierig. „Webcams sind wie Klopapier 2.0 – die sind auch über das Internet kaum zu vernünftigen Preisen zu erhalten“, sagt Käsler.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare